Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Ermittlungsverfahren gegen den Zoo eingestellt
Hannover Aus der Stadt Ermittlungsverfahren gegen den Zoo eingestellt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:34 22.08.2017
Laut Peta sollen Elefanten im Zoo Hannover misshandelt worden sein. Die Staatsanwaltschaft sieht dafür keine Anhaltspunkte. Quelle: Archiv
Hannover

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat das Ermittlungsverfahren gegen den Zoo Hannover wegen der mutmaßlichen Misshandlung von Elefanten eingestellt. Die Tierrechtsorganisation Peta hatte den Zoo im April angezeigt und den Einsatz sogenannter Elefantenhaken gegen die Tiere kritisiert.

Peta erhob in einem vom ARD-Magazin „Report Mainz“ ausgestrahlten TV-Beitrag schwere Vorwürfe gegen den Zoo und untermauerte diese mit heimlich im Elefantengehege aufgenommenen Videosequenzen. Die Aufnahmen waren im Herbst entstanden; das komplette, fünfstündige Material bekam die Staatsanwaltschaft erst im Juni zu sehen. Zwischenzeitlich hatte Peta vor allem in den sozialen Medien eine noch laufende Kampagne gegen den Zoo gefahren und zum Boykott aufgerufen.     

Mehr als 100 Tierschützer haben am Sonnabend vor dem Zoo in Hannover demonstriert. Hintergrund sind die Vorwürfe, dass Pfleger im Zoo Elefanten misshandeln würden. 

„Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Tiere durch den Einsatz von Elefantenhaken Verletzungen erlitten haben könnten, ließen sich auf den Aufnahmen nach eingehender Prüfung allerdings nicht erkennen“, schreibt nun die Staatsanwaltschaft. Die beauftragten Sachverständigen – Prof. Hansjoachim Hackbarth von der Tierärztlich Hochschule, Michael Böer, Direktor des Zoos in Osnabrück und Stephan Hering-Hagenbeck – konnten nach Angaben der Behörde weder auf dem Peta-Material noch bei unangemeldeten Besuchen im Zoo etwas an der Haltung der Elefanten und am Umgang der Pfleger mit den Tieren aussetzen.

Die Staatsanwalt kam zu dem Schluss, dass die Haltung der Elefanten „nicht gegen behördliche Verbote verstößt und der Einsatz eines Elefantenhakens grundsätzlich nicht verboten ist“. Das Gerät diene „sowohl dem Schutz des Pflegepersonals als auch den Tieren selbst“, die regelmäßig untersucht und dafür dressiert werden müssten.     

Tierschützer werden Pflegern im Zoo Hannover vor, Baby-Elefanten zu misshandeln, um ihnen Kunststücke beizubringen. 

Es lasse sich nicht mit hinreichender Sicherheit feststellen, dass den Tieren wegen des Einsatzes von Elefantenhaken „erhebliche Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen im Sinne der Straf- und Bußgeldvorschriften des Tierschutzgesetzes“ zugefügt worden seien. Auch die Veterinärbehörde habe bei ihren Besuchen keine Anzeichen für Verhaltensstörungen, Fluchtverhalten oder Scheu vor Menschen erkannt.

Jagau: Weitere Verbesserungen bei Tierhaltung

Erleichtert zeigte sich auch Regionspräsident Hauke Jagau: „Ich hatte von Anfang an den Eindruck, dass der Vorwurf absurd ist." Er erinnerte in einer Mitteilung daran, dass der Zoo mit seinem Masterplan dabei sei, die Bedingungen für die Tierhaltung weiter zu verbessern. „Der Zoo ist eine wichtige Bildungseinrichtung. Wer die Möglichkeit hat, Tiere zu erleben, wird sich auch für deren Schutz und den Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume einsetzen", sagte Jagau.

Von Bernd Haase
 und Stefan Bürgel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Die Organisation Peta engagiert sich für die Rechte von Tieren. Bekannt ist sie für ihre Tierschutzkampagnen wie „Lieber nackt als im Pelz“. Doch nun stehen die Aktivisten selbst am Pranger. Eine Familie aus den USA erhebt schwere Vorwürfe.

17.08.2017

Die Staatsanwaltschaft beschäftigt sich seit Monaten mit den Misshandlungsvorwürfen gegen den Zoo Hannover. Peta wirft ihm vor, Elefanten misshandelt zu haben. Geben Gutachten nun Aufschluss? Gleichzeitig hat Peta neue Vorwürfe gegen den Zoo erhoben.

05.08.2017

Die Tierrechtsorganisation Peta darf in Hannover keine Plakate aufhängen. Die Tierschützer hatten mehrere Werbeflächen in Zoonähe sowie an der Clausewitzstraße gebucht, um dort großformatig auf die angeblichen Misshandlungen von Elefanten mit Haken aufmerksam zu machen.

Susanna Bauch 13.07.2017

Das Wichtigste aus Hannover und der Region lesen Sie wieder in unserem HAZ-Morgenticker: Heute: Die Handwerkskammer präsentiert Rekordpraktikanten, der Literarische Salon wird 25 Jahre alt, Jan-Philipp Reemtsma referiert über den Namensgeber der Wielandstraße.

22.08.2017

Wegen Einsturzgefahr sind Gebäudeteile der Grundschule Kestnerstraße gesperrt worden und vier Klassen wurden ausgelagert. Nun beschweren sich Eltern über die lange Pendelzeit, durch die die Kinder Unterrichtszeit verpassen.

Saskia Döhner 25.08.2017

Am 3. September werden möglicherweise Blindgänger entschärft, die am Seelhorster Kreuz entdeckt worden. Wie wirkt sich das auf die betroffenen Unternehmen im Evakuierungsradius aus? Die Vorbereitungen in der Tierärztliche Hochschule (TiHo) und dem Pharmakonzern Boehringer laufen. 

Tobias Morchner 21.08.2017