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Richterin bezeichnet tunesischen Vater als "bösartig"

Erneut verurteilt Richterin bezeichnet tunesischen Vater als "bösartig"

Das nächste Kapitel im Fall des Tunesiers Kais B. ist Donnerstag am Amtsgericht geschrieben worden – und es hat erneut kein gutes Ende für die beiden Mädchen aus der List genommen, die seit Sommer 2015 in einem tunesischen Dorf leben. Der Vater, inzwischen von der deutschen Mutter geschieden, zeigt sich nach wie vor unnachgiebig, die acht und zehn Jahre alten Kinder freizugeben.

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„Tunesien ist die Heimat meiner Kinder“: Kais B.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. Richterin Monika Pinski, der Staatsanwalt und zwei Verteidiger redeten mit Engelszungen auf den 39-Jährigen ein: Er solle seiner Familie in Nordafrika endlich eine schriftliche Erklärung zukommen lassen, damit die Mädchen zurück nach Deutschland reisen können. Doch B. blieb hart – und wurde erneut wegen Kindesentziehung verurteilt.

Neun Monate Haft kommen hinzu

Dieses Mal wurde eine Haftstrafe von neun Monaten ohne Bewährung verhängt. Dabei ging es um die Kindesentziehung von Mai 2016 bis Januar 2017; für Richterin Pinski handelt es sich hier um ein sogenanntes Dauerdelikt. Vergangenen September hatte sie den Vater für den Entziehungs-Zeitraum von Januar bis Mai 2016 bereits zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt; eine Berufungskammer des Landgerichts Hannover hatte diese Strafe vor sechs Wochen auf zwei Jahre erhöht. Rechtskräftig geworden ist dieses Urteil aber noch nicht, die Verteidigung hat Revision eingelegt. Summa summarum sitzt B. seit März 2016 in U-Haft.

Restliche Familie würde Kinder ausreisen lassen

Der von allen Seiten außergewöhnlich emotional geführten, zwei Stunden währenden Gerichtsverhandlung wohnten auch zwei tunesische Konsulatsmitarbeiter bei. Sie weigerten sich allerdings, als Zeugen auszusagen, wollten auch keine Erklärung von Kais B. aufnehmen – und verließen nach einer halben Stunde kommentarlos den Saal. Der Staatsanwalt wusste allerdings zu berichten, die Männer hätten ihm von Gesprächen mit der Familie von B. berichtet, auch sollen sie den 39-Jährigen im Gefängnis besucht haben. Demnach würden Großeltern, Onkel und Tanten die Mädchen gerne nach Deutschland ausreisen lassen – aber nur, wenn der Vater seine Zustimmung gibt.

Der Tunesier Kais B. steht schon wieder vor Gericht, dieses Mal geht es um den Folgezeitraum der Kindesentziehung nach seiner vorherigen Verurteilung.

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Die Mutter arbeitet als Fachärztin in Hannover. Sie erklärte, dass ihr ein tunesisches Gericht jüngst ebenso wie die deutsche Gerichtsbarkeit das alleinige Sorgerecht für ihre Töchter zugesprochen habe. „Doch in Tunesien herrscht Anarchie, der Staat vermag dem Recht keine Geltung zu verschaffen“, klagte die 37-Jährige. Dabei sei sie schon immer bereit gewesen, dem Vater ein Umgangsrecht einzuräumen – wenn er die Kinder freigibt.

Richterin Pinski bezeichnete B. als „bösartig“, weil er die Mädchen ohne Eltern aufwachsen lasse: „Die beiden werden unabsehbare Schäden davontragen.“ Der Tunesier habe die Trennung von seiner Frau nicht verkraftet und wolle sie nun aus verletztem Ehrgefühl heraus bestrafen – treffe damit aber ebenso die Kinder. B.s Verteidiger Michael Hahne und Stefan Kuhnke hatten auf Freispruch plädiert und kündigten an, Berufung gegen das Urteil einzulegen: Ihr Mandant dürfe wegen der gleichen Tat nicht ein zweites Mal verurteilt werden.

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