Lediglich zwei Ohrfeigen, wie es der Welfenchef darstellt, seien es nicht gewesen. Bei ihren Aussagen verwickelten sie sich jedoch in Widersprüche. Ernst August ist wegen schwerer Körperverletzung angeklagt.
„Ich habe noch nie einen weißen Mann in Kenia so kämpfen sehen“, sagte ein früherer kenianischer Regierungsbeamter am Donnerstag im neu aufgerollten Prozess. Albert Muriuki hatte Lärmmessungen am Strand von Lamu durchgeführt, als die Attacke geschah. Allerdings räumte er ein, sich nicht mehr genau an alles erinnern zu können, was sich vor neuneinhalb Jahren auf Lamu ereignet hatte. Anders als am Vortag gab nun auch Bootsführer Ali Kombo Bwana an, nur noch wenig Erinnerung an die Prügel zu haben.
Auf die Fragen der Verteidigung, wie viele Schläge es denn gewesen seien, sagte Bwana: „Ich habe nur einen gesehen.“ Verteidiger: „Schlug der Prinz weiter auf Brunlehner ein, als dieser am Boden lag?“ Bwana: Nein, es habe keine Schläge mehr gegeben. „Also gab es nur einen Schlag?“ Bwana: „Ich kann mich nicht mehr erinnern.“ Sogar der Anwalt des Opfers sagte schließlich über den von seinem Mandanten als Zeuge benannten Bootsführer: „Ich habe den Eindruck, er phantasiert sich hier was zusammen und glaubt das dann selber.“ Da lag Anwalt Alexander Spreitzer ganz auf der Linie der Verteidigung. Auch der Vorsitzende Richter hielt die Zeugenaussage für wenig brauchbar.
Ernst Augusts Anwalt Hans Wolfgang Euler sagte am Ende des sechsten Verhandlungstages zusammenfassend über die kenianischen Zeugen: „Also, wenn das hier ein Schauspielauftrag war, dann haben sie das durchgehalten.“ Die Verteidigung hielt weiter daran fest, dass die Kenianer Geld erhalten haben könnten, um gegen den Prinzen auszusagen. Ali Kombo Bwana sagte hingegen, dass Ernst Augusts Anwälte ihm Geld geboten hätten, wenn er die Version der zwei Ohrfeigen bestätigte. Alles Lüge, hieß es jeweils.
Wichen die Erzählungen der Kenianer auch im Einzelnen voneinander ab, blieben alle drei dabei, dass der Prinz mit der Faust zugeschlagen hat. Doch keiner hat einen Schlagring an der Hand des Adeligen gesehen. Auch behauptet niemand außer Brunlehner selbst, dass der Hotelier von einem weiteren Mann aus der Gruppe Afrikaner, die mit Ernst August auf Brunlehner zugelaufen kam, festgehalten oder auch nur berührt worden sei. Damit wird der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung schwer aufrechtzuerhalten sein. Die Faustschläge allein erfüllen nur den Tatbestand einer einfachen Körperverletzung.
Der Prozess wird am 22. Juli fortgesetzt. Ob es dabei bleibt, dass Caroline Prinzessin von Hannover einen Tag später als Zeugin vor Gericht erscheinen wird, ließ der Richter offen.
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Kommentare
Schmierenkomödie auf Kosten Ernst Augusts Gerhard – 10.07.09
Mindestens so interessant wie dieser unwürdige Schmierenprozeß sind doch weite Teile der Öffentlichkeit, die sich gegen den rechtmäßigen König Hannovers durch tendenziöse Medienberichterstattung aufhetzen läßt. Der Beitrag von "BS" ist ein Musterbeispiel dieses Kleingeistes. Gottlob läßt sich Ernst August nicht unterkriegen und handelt getreu dem Motto:"Was kümmert es die deutsche Eiche, wenn sich die Wildsau an ihr reibt."
Unglaublich Dipsi – 10.07.09
Ernst-August von Hannover war 43 Jahre lang nicht im Focus der Presse,bis er Caroline von Monaco kennen gelernt hat.Damit erst wurde er für die Presse interessant.Caroline konnte nichts besseres passieren als durch heirat mit Ernst August in den europäischen Hochadel aufzusteigen.Ich frage jeden Mann, was er tun würde, wenn er bei einem Geschäft
(pinkeln) fotografiert würde.
Jeder würde ebenso handeln wie Ernst Aigust.Deshalb den Ball flach halten. Die Prügelei in Kenia diente doch nur dem Hotelier Geld rauszuschlagen.
Unglaublich BS – 10.07.09
Unglaublich das ein Prozess ueberhaupt ueber neun Jahre dauern kann und das dann die Zeugen auseinander genommen werden wie Griessbrei. Das stinkt doch alles zum Himmel und hat mit Gerechtigkeit nichts zu tun. Ein Jeder weiss doch genau, was dieser Vollpfosten von Prinz fuer ein Mensch ist.