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Landfrauen stiften Erntekrone

Marktkirche Landfrauen stiften Erntekrone

Beim Erntedankfest feiern Kirchengemeinden überall in der Region die Gaben der Schöpfung. Beim Gottesdienst in der Marktkirche erinnerten Landfrauen an den Wert der Lebensmittel und forderten einen ethischen Umgang mit ihnen.

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Gottesdienst zu Erntedank in der Marktkirche

Quelle: Benne

Hannover. Wie im Stillleben eines alten Meisters liegen sie da. Kürbisse und Äpfel, Kartoffeln und Nüsse zieren die Altarstufe der Marktkirche - eine überbordende Fülle an Früchten. Landfrauen haben die Kirche für den Gottesdienst geschmückt: Überall feiern Gemeinden an diesem ersten Sonntag im Oktober das traditionelle Erntedankfest.

Beim Gottesdienst in der Marktkirche erinnerten Landfrauen an den Wert von Lebensmittel.

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Es ist nicht leicht, einer Großstadtgemeinde die Bedeutung dieses Festes zu vermitteln, schließlich wogen in der City schon lange keine Kornfelder mehr. Und gerade darin liegt ein Problem: "Wir nehmen vieles als selbstverständlich", sagt Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann in dem Gottesdienst, zu dem mehrere Hundert Besucher gekommen sind. Dabei gerate der Wert des täglichen Brotes oft aus dem Blick: "Lebensmittel sinid Mittel zum Leben", sagt die Pastorin: "Wir sollten sie bewusst genießen."

Die prächtige Erntekrone am Altar haben die Landfrauen beigesteuert, die den Gottesdienst hier traditionell mitgestalten. Der Kranz der Krone symbolisiere Einheit und Unendlichkeit, sagt Landfrau Anneliese Hake: "Die vier Spangen stehen für die vier Jahreszeiten, aber auch für Gerste, Hafer, Roggen und Weizen."

In dem feierlichen Gottesdienst beten die Gläubigen für einen respektvollen Umgang mit Tieren, für den Schutz der Schöpfung und darum, dass die Welternährungskrise gelöst werde. Der Kinderchor singt "Gott, wo immer du lebst", und die Gemeinde betet im Psalm 104 zu dem Gott, der das Brot aus der Erde hervorbringt. Als Kirchenvorsteher liest Oberbürgermeister Stefan Schostok aus dem zweiten Korintherbrief, in dem es heißt, dass Gott die Früchte der Gerechtigkeit wachsen lässt.

"Gott sucht unsere Nähe", sagt Pastorin Kreisel-Liebermann, "das ist ein Geschenk, das wir annehmen oder ablehnen können." Danken und Teilen gehörten zusammen, sagt sie vor der Kollekte, die für das Diakonische Werk bestimmt ist: "Glauben bedeutet zugleich Empfangen und Geben."

Die Bäuerin Heike Schnepel, stellvertretende Landesvorsitzende der Landfrauen, findet mit Blick auf den Erntealtar nachdenkliche Worte: Im Jahr 1949 habe ein Landwirt noch zehn Menschen ernährt, sagt sie - heute seien es 147. Viele Verbraucher legten Wert auf preiswerte Lebensmittel - und beäugten aus der Ferne zugleich die modernen Produktionsmethoden der Landwirte skeptisch: "Wir spüren den Druck und das Misstrauen der Öffentlichkeit", sagt sie: "Wenn wir wollen, dass hochwertige Lebensmittel hier bei uns erzeugt werden, müssen wir als Konsumenten bereit sein, einen angemessenen Preis dafür zu bezahlen." Es klingt, als sei das Erntedankfest in der modernen Großstadt viel wichtiger als auf dem Land.

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