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Aus der Stadt Das steckt im Sprengel-Klotz
Hannover Aus der Stadt Das steckt im Sprengel-Klotz
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00:18 20.09.2015
Der Anbau des Sprengel-Museums. Quelle: HAZ/Montage
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Hannover

Das Sprengel-Museum eröffnet am Freitag seinen knapp 36 Millionen teuren Anbau. Die Fläche erhöht sich um 5300 Quadratmeter (davon für die Ausstellungen 1400 Quadratmeter), die Baukosten betragen nach aktuellem Stand rund 35,8 Millionen Euro. In einem Architektenwettbewerb hatte sich das Züricher Büro Meili+Peter durchgesetzt. Die Jury änderte die ursprünglich als Spiegelfassade konzipierte Front in eine graue Relieffassade. Herzstück des Neubaus ist der Calder-Saal mit großer Geste: Der Besucher wandelt über eine geschwungene Treppe in dem Raum, der dem Museum endlich auch große Veranstaltungen außerhalb des akademisch wirkenden Auditoriums ermöglicht. Zehn „tanzende“ Säle mit regulierbarem Tages-Oberlicht und drei Loggien mit Naturblick umfasst das Gebäude. Zur Eröffnung der Schau mit dem Titel "Zehn Räume, drei Loggien und ein Saal" wird am Freitagabend auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erwartet. 

Der dritte Anbau des Sprengel-Museums ist eröffnet. In dem schwarzen Koloss am Maschsee wird demnächst moderne Kunst in wechselnden Ausstellungen zu sehen sein. Unsere Galerie unternimmt eine Zeitreise von den Anfängen des Sprengel-Museums bis heute.

Freundeskreis hat Millionen gesammelt

Mit gut 30 Millionen Euro kommt zwar der Löwenanteil der Erweiterungsfinanzierung von Stadt, Land und Europäischer Union – aber was der Freundeskreis des Sprengel-Museums in fünfjähriger Arbeit zusammengetragen hat, das kann sich sehen lassen. 4,3 Millionen Euro beträgt der Zuschuss, den der 400 Mitglieder starke Verein aus privaten und institutionellen Spenden eingesammelt hat. Am Donnerstagabend bedankte sich Freunde-Vorstand Stefan Becker während der Preview zur Schau „Unsere Sammler, unsere Stifter“ bei den Mitgliedern für ihr Bemühen: „Das Engagement ist großartig.“

Das Festprogramm

Alles zur großen Kunstparty am Wochenende

Mehr Museum – unter diesem Motto hatte der Freundeskreis mächtig Furore gemacht. Unter anderem wurde 2011 „der wohl größte Museumsshop der Welt“ eröffnet: Maurerkellen, Schaufeln und Zimmermannsbleistifte gab es zum Preis von 10 bis 150 Euro zu erwerben, um die Kasse zu füllen. Doch auch die großen Spender haben sich nicht lumpen lassen: Von Sparkasse und Stadtwerken über die Stiftung Niedersachsen, AKB-Stiftung und Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte über die Thüga und Bahlsen bis zu Martin Kind haben sie teils große Beträge gegeben. Nicht zu vergessen die vielen liebevollen Einzelaktionen. So haben etwa die Schülerinnen und Schüler des Kurt-Schwitters-Gymnasiums in Misburg ein Buch erstellt und den Erlös in Höhe von 1000 Euro für den Neubau gespendet. Insgesamt 5 Millionen Euro wollen die Sprengel-Freunde für den Anbau sammeln, an der Donatorenwand im Neubau „halten wird noch bis April 2016 Platz für weitere Spender“, lockt Freunde-Vorstand Becker. Dann soll die Übersicht der Spendernamen ihre endgültige Form bekommen.

Eine der größten Ebenen der Skulptur "Another Twister" von Alice Aycock wird vor dem Haupteingang des Sprengel Museums montiert.

Die Ausstellungsvorschau am Donnerstagabend, bei der außer Becker auch Kulturdezernentin Marlis Drevermann, Bernhard Sprengels Tochter Angela Kriesel und die Ausstellungskuratorin Gabriele Sand sprachen, eignete sich gut für den Dank an die Unterstützer. In der gesamten oberen Sammlung werden die Zustiftungen, Schenkungen und Leihgaben gewürdigt, die das Museum in den vergangenen Jahren bereichert haben. „Ohne Kunst kein Neubau, ohne Zustiftungen, Leihgaben und Schenkungen keine Museumserweiterung“, freute sich Becker.     

Fast hätten Lofts den Museumsanbau verhindert

Allerdings hätte eine Unachtsamkeit fast alle Museumserweiterungen verhindert: 2004 hat die Stadt auf dem Parkplatz zwischen Sprengel-Museum und NDR versehentlich den Bau eines Wohnhauses genehmigt – dort, wo jetzt der anthrazitfarbene Gebäudeanbau thront. Im Sprengel-Freundeskreis spottete man später, die Erweiterung wäre fast „für ein Linsengericht aufs Spiel gesetzt worden“: Für das Grundstück hätte die Stadt gerade einmal 470.400 Euro erhalten. Nur durch heftige diplomatische Interventionen der Stadtspitze ließ sich der Investor, die Ipeg, damals zunächst zu einer Änderung der Pläne überreden, die zumindest einen kleinen Museumsanbau ermöglicht hätten. Wenig später hieß es dann offiziell, der „geplante Bau von Luxuswohnungen habe sich nicht realisieren lassen“. Das Wohnbauprojekt war beerdigt, damit war der Weg für den Erweiterungsbau frei – damals zwar noch nicht finanziell, aber zumindest wieder räumlich.

Ausstellung im Anbau

Das gibt es im Sprengel-Anbau zu sehen

Auch wenn der Schaden so abgewendet war, zeugten die Abläufe doch von dramatisch schlechter Kommunikation innerhalb des Rathauses. Denn die Freunde des Sprengel-Museums, namentlich die Sprengel-Stiftertochter Angela Kriesel und ihr Mann Eberhard sowie Vorstandsmitglied Bernd Künne, hatten gerade erst einen Entwurf für den Erweiterungsbau vorgestellt, um für die Investition zu werben. Im Rathaus wurde niemand aufmerksam. Erst als CDU-Parteichef Dirk Toepffer öffentlich auf das Dilemma aufmerksam machte, hatte Hannover seinen Kultur-Skandal.

Und was sagen die Direktoren?

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