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Erst die Ausbildung, dann das Studium

Thema des Tages Erst die Ausbildung, dann das Studium

Rezeption anstatt Hörsaal: Leo Kujawa und Lea Boehme, zwei Abiturienten aus Hannover, erzählen, warum sie nach der Schule lieber für eine Ausbildung ins Mercure-Hotel gegangen sind als an die Uni. 

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„Ein Bürojob wäre nichts für mich“: Lea Boheme und Leo Kujawa erzählen im Mercure-Hotel von ihrer Arbeit. 

Quelle: Villegas

Hannover. Ihr Lieblingsplatz im Hotel ist die Rezeption. Leo Kujawa und Lea Boehme (beide 21) kommen gern mit ganz unterschiedlichen Menschen in Kontakt und freuen sich, wenn sie helfen können. „Es passiert immer was Neues“, sagt er, „man weiß nie, was jetzt kommt.“ Und sie ergänzt: „Man trifft Geschäftsleute, Senioren, Paare, Familien mit kleinen Kindern oder Teenagern- einfach die ganze Bandbreite.“

Nach dem Abitur haben Lea und Leo sich nicht für ein Studium entschieden wie die meisten in ihrem Jahrgang, sondern für eine Ausbildung im Hotel. Damit liegen sie aber auch im Trend. Wie der erste niedersächsische Bildungsbericht zeigt, der gerade veröffentlicht worden ist, ist die Zahl der Ausbildungsverträge in Niedersachsen nicht gesunken wie sonst überall im Bundesgebiet, sondern sogar um 4 Prozent gestiegen.

Leo Kujawa hat 2014 an der Elsa-Brändström-Schule sein Abitur abgelegt mit dem Schwerpunkt in Sprachen. Danach ging er für zehn Monate nach London, absolvierte ein Praktikum in einem Vier-Sterne-Hotel und merkte, dass dies sein Metier ist. „Ein Bürojob von 9 bis 17 Uhr, bei dem der Tagesablauf vorherbestimmt ist, wäre nichts für mich. Leo erzählt: „Eigentlich wollte ich dann in Deutschland Hotelmanagement studieren, aber dann habe ich mich doch überzeugen lassen, dass es gut ist, den Beruf von der Pike auf zu lernen.“

„Der Einstieg in die Hotelkarriere geht über die Praxis“

Überzeugt hat ihn Ulrich Heim, der Hoteldirektor vom Mercure Hotel Hannover City. „Der Einstieg in die Hotelkarriere geht über die Praxis“, sagt Heim. „Wir bilden in Menschenkenntnis aus, wo sonst lernt man so vielfältig den Umgang mit Menschen in ganz unterschiedlichen Situationen und mit zahlreichen Kulturen?“ Durch die Teamerfahrung erwerbe man soziale Kompetenzen, die einem keiner nehmen könne.

Und noch ein anderer Vorteil hat Leo für die Ausbildung eingenommen: die Möglichkeit eines Auslandspraktikums. Einen Monat lang arbeitete er im Novotel Toronto in Kanada. Nach nur 22 Monaten hat Leo seine Ausbildung zum Hotelfachmann nun beendet, arbeitet weiter im Mercure Hotel und studiert jetzt berufsbegleitend an der Hochschule für Ökonomie und Management (FOM)

Lea Boehme steckt noch mitten drin in der Ausbildung. Sie ist gern „Ansprechpartner für alles an der Rezeption“. Nach dem Fachabitur an der Dr.-Buhmann-Schule war auch sie in London - als Au-pair-Mädchen. „Nach der Schule wusste ich nicht so recht, was ich werden sollte.“ Aber nach einem Jahr Au-pair-Aufenthalt wusste sie das auch noch nicht. „Einfach nur studieren, ohne zu wissen was, wollte ich nicht.“ Bei einem Praktikum im Mercure Hotel hatte sie ihren Traumjob gefunden.

Stören die harten Arbeitsbedingungen nicht? Das Bettenmachen und Aufräumen der Hotelzimmer? Der frühe Schichtbeginn? Die beiden 21-Jährigen lächeln. „Wir fangen zwar früh an, schon um 5 Uhr morgens“, sagt Leo. „Aber dafür sind wir früh fertig und können nachmittags ins Freibad gehen“, sagt Lea. An die Schichten gewöhne man sich schnell. Auch Lea Boehme geht zum Praktikum ins Ausland: In ein paar Wochen fliegt sie ins schottische Edingburgh.

Um Fachkräfte zu gewinnen, bieten die Accor-Hotels ihren Azubis einiges: Neben den Auslandspraktika, bei denen die Jugendlichen auch finanziell von der Industrie- und Handelskammer unterstützt werden, gibt es jedes Jahr zweitägige Azubi-Ausflüge in andere Großstädte, kulinarische Weiterbildung wie einen Schokoladen-Workshop sowie Bonus- und Sonderzahlungen zu Weihnachten. Hoteldirektor Heim meint, das Wichtigste sei das gute Betriebsklima, „das Miteinander auf Augenhöhe“.

Auf Augenhöhe habe er als Azubi auch mit den Gästen gesprochen, sagt Leo, „freundlich, aber nicht unterwürfig“, sein Traum ist es einmal selbst Hoteldirektor zu sein. Lea will nach der Ausbildung erst einmal in den Niederlanden Wirtschaft studieren.

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