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Erste Anlaufstelle: Schulsekretariat

Jahrestagung in Hannover Erste Anlaufstelle: Schulsekretariat

Der Umgang mit Kindern, die aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak plötzlich ohne Deutschkenntnisse mitten im Schuljahr im Büro stehen, stellt Schulsekretärinnen vor ungeahnte Herausforderungen – bei der diesjährigen Landestagung ihres Verbandes mit mehr als 100 Teilnehmern in Hannover wurde dies immer wieder deutlich.

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„Ihr seid nicht allein“: Vor allem kleine Grundschulen haben nur eine Sekretärin, beim Jahrestreffen in Hannover geht es deshalb auch ums Kontakteknüpfen. 

Quelle: Hagemann

Hannover. Neulich hatte Simone Bröer ein kurzes Gespräch mit einem kleinen, syrischen Flüchtlingsjungen: „Der hat mir ganz stolz den Bombensplitter in seinem Kopf gezeigt und erzählt, dass er seit Sommer 2014 nicht mehr in der Schule war.“ Solche Szenen könne sie nicht vergessen, sagt Bröer, Schulsekretärin an der Integrierten Gesamtschule Burgdorf (Region Hannover) und Vorsitzende des Landesverbandes der Schulverwaltungskräfte. Sekretärinnen, „die guten Seelen der Schulen“, sind oft die Ersten, die mit traumatisierten Flüchtlingskindern und ihren Familien Kontakt haben. Vorbereitet auf diese Gespräche hat sie niemand.

Der Umgang mit Kindern, die aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak plötzlich ohne Deutschkenntnisse mitten im Schuljahr im Büro stehen, stellt die Sekretärinnen vor ungeahnte Herausforderungen – bei der diesjährigen Landestagung ihres Verbandes mit mehr als 100 Teilnehmern in Hannover wurde dies immer wieder deutlich.

Bis Ende des Jahres rechnet das Land mit 75 000 Flüchtlingen, die Hälfte davon könnten schulpflichtige Kinder sein. Wann sie tatsächlich jeweils in den Schulen landen, ist unklar. Die Schulpflicht für die Asylbewerber beginnt erst, wenn sie von den Erstaufnahmelagern auf die Unterkünfte in den Kommunen verteilt werden. Mal kommen die Kinder einzeln, mal in Gruppen, vor allem wenn eine Sammelunterkunft in der Nähe ist. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eberhard Brandt, warnt davor, zu viele Flüchtlinge in einer Schule zu konzentrieren: „Es darf nicht zu Gettobildungen kommen.“

Auch ohne steigende Flüchtlingszahlen ist der Alltag der Schulverwaltungskräfte durch die Landespolitik in den vergangenen Jahren gehörig durcheinandergewirbelt worden – Inklusion, Ganztagsschule – und vom kommenden Jahr an sollen die Schulen auch ihr eigenes Girokonto führen. Bislang ist die Landesschulbehörde für die Abrechnung der Klassenfahrten und internen Weiterbildungen zuständig, die über das Schulbudget bezahlt werden. Ab Januar 2016 sollen das die Schulen in Eigenregie übernehmen. Aber wer kontrolliert dann die Auszüge und Belege, wer führt Überweisungen aus? Der Schulleiter oder die Sekretärin? „Es kann doch nicht sein, dass ich stundenlang TAN-Nummern eingebe“, sagt Frank Stöber, der neue Vorsitzende des Schulleitungsverbandes, der massive Kritik an der Einführung des Schulgirokontos übt. Es sollten nur die Schulen eigenständig ein Girokonto führen, die das auch wollten, meint er. Zudem sei dafür eine eigene Verwaltungskraft nötig. Am Ende wird der Job aber wohl an den Sekretärinnen hängenbleiben. Die Verwaltungskräfte werden vom Schulträger, also der Kommune, bezahlt. Eine Unterscheidung nach „originären Landesaufgaben“ und Aufgaben für den Schulträger lasse sich nicht trennscharf einhalten, heißt es dazu im Ministerium. Sekretärinnen leisteten einerseits Hilfe bei Verwaltungsaufgaben, die von Lehrkräften zu erledigen sind, während andererseits Lehrer und Schulleiter auch Aufgaben für den Schulträger wahrnähmen. 

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