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Aus der Stadt Erste Förderschule in Hannover löst sich auf
Hannover Aus der Stadt Erste Förderschule in Hannover löst sich auf
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21:20 20.02.2011
Von Bärbel Hilbig
Die Paul-Dohrmann-Schule am Burgweg soll geschlossen werden. Quelle: Martin Steiner

Damit gehört die Schule zu den Vorreitern des Inklusionsgedankens, der davon ausgeht, dass Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam in ihrem Stadtteil eine Schule besuchen.

Die Paul-Dohrmann-Schule in Burg betreut ihre Grundschüler bereits seit zwölf Jahren integrativ in Grundschulen in den Nachbarstadtteilen. Die 2009 neugegründete Integrierte Gesamtschule Stöcken hat sich diesem „Regionalen Integrationskonzept Hannover Nordwest“ angeschlossen. Vier Lehrer der Paul-Dohrmann-Schule arbeiten bereits in der IGS und kümmern sich dort um Fünft- und zum Teil auch Sechstklässler mit Förderbedarf beim Lernen. Die IGS Stöcken nimmt außerdem auch Kinder aus ihrem Einzugsbereich auf, die Handicaps beim Sprechen oder in der emotional-sozialen Entwicklung haben.

Durch diese Entwicklung blieben von August an im Stammhaus der Paul-Dohrmann-Schule nur noch je eine Klasse im siebten, achten und neunten Jahrgang bestehen. „Es ist schwierig für eine so kleine Gruppe von Schülern noch gute Angebote zum Beispiel zur Berufsorientierung zu organisieren“, sagt Schulleiter Dirk Reiche. Die Schule will sich deshalb auflösen. Eltern und Lehrer streben an, dass die restlichen drei Klassen als Gemeinschaft an eine andere Förderschule wechseln. „Die Stadt hat uns dabei als Schulträger gut begleitet“, sagt Reiche. Diese Woche sollen die Pläne zunächst im Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken beraten werden. Was aus dem denkmalgeschützten Schulgebäude von 1956 werden soll, das einst Vorzeigecharakter hatte, ist offen.

Die Entwicklung im Nordwesten Hannovers nimmt vorweg, was landesweit eigentlich ansteht. Die seit 2009 auch in Deutschland geltende UN-Behindertenkonvention fordert ein inklusives Schulsystem, in dem behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam wohnortnah unterrichtet werden. Wie Niedersachsen das gestalten will, ist bisher offen. Schulleiter Dirk Reiche macht der Schritt zur Auflösung seiner Schule deshalb auch Sorge: Er geht davon aus, weiter als Koordinator für seine Mitarbeiter notwendig zu sein, um Einsatz und Beratung der Förderschulschullehrer des Bezirks zu organisieren. Das Ministerium scheine eine grundlegende Entscheidung aber auf die Zeit nach der Kommunalwahl zu vertagen.

Eltern von Kindern mit Förderbedarf sprechen sich keineswegs alle für das Verschwinden der spezialisierten Einrichtungen aus, die früher Sonderschule hießen. „Für unseren Sohn wäre es ausgeschlossen, an eine Regelschule zu gehen. Die Förderung an der Grundschule hat für ihn bei Weitem nicht gereicht. Er braucht eine kleine Klasse“, sagt Dirk Pauluhn, Elternratsvorsitzender der Paul-Dohrmann-Schule. Pauluhn ist deshalb froh, dass die älteren Schüler gemeinsam an eine andere Förderschule wechseln sollen.

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