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Aus der Stadt Erste syrische Flüchtlinge in Hannover gelandet
Hannover Aus der Stadt Erste syrische Flüchtlinge in Hannover gelandet
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20:00 04.04.2016
Ankunft der syrischen Flüchtlinge in Hannover. Quelle: dpa
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Hannover

Die Uhr der Kirche St. Norbert zeigt 11.51 Uhr an, als der weiße Bus in die Einfahrt zum Grenzdurchgangslager Friedland (Kreis Göttingen) einbiegt. An Bord sind 16 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge. Drei Jahre haben die sieben Erwachsenen und neun Kinder in der Türkei gelebt. Jetzt sind sie die Ersten, die im Rahmen des umstrittenen Rücknahmeabkommens zwischen der Europäischen Union und der Türkei nach Deutschland geholt werden.

Als die sieben Erwachsenen und neun Kinder aussteigen, wirken sie erleichtert, aber auch sehr mitgenommen. „Sie sind völlig erschöpft von der Reise. Sie haben die ganze Nacht nicht geschlafen“, sagt Dolmetscher Samal Osman, der die Flüchtlinge im Auftrag des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) begleitet. Mit den vielen internationalen Journalisten, die auf die Ankunft des Busses gewartet haben, wollen die Flüchtlinge nicht reden. Verschleierte Frauen gehen mit gesenktem Blick an den Wartenden vorbei. Ein Mann, der nicht fotografiert werden will, versteckt sein Gesicht hinter einer Jacke. Syrische Flüchtlinge in Hannover gelandet

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In Hannover sind die ersten syrischen Flüchtlinge gelandet, die legal auf direktem Weg aus der Türkei in die Europäische Union einreisen dürfen. 

Um 4 Uhr morgens hatte die Reise für die Gruppe begonnen. Eine frühe Linienmaschine, in der auch Touristen und Geschäftsleute sitzen, bringt sie von Istanbul nach Hannover. Um 8.29 Uhr landet der Flieger am Flughafen, mit gesenkten Blicken gehen die Syrer an den wartenden Kameraleuten vorbei. Nur ein weißhaariger Mann im hellen Mantel lächelt und ruft: „Thank you Germany!“.

Vor einer Woche haben sie erfahren, dass sie aus der Türkei legal nach Deutschland einreisen dürfen. „Sie sind alle sehr aufgeregt und ein bisschen verängstigt. Das ist alles sehr kurzfristig gewesen“, erläutert Corinna Wicher vom BAMF. Auch ein Flüchtlingsgegner erscheint am Flughafen und protestiert mit einem Schild gegen die Aufnahme der Syrer – er bleibt ein Einzelner.

In einer zweiten Maschine treffen am Montagmittag drei weitere syrische Familien mit ihren Kindern in Hannover ein. Für ein 16-jähriges Mädchen war der Flug eine besondere Strapaze: Es leidet unter Epilepsie und reist deshalb in Begleitung einer Ärztin. Unterwegs erhält sie ein Beruhigungsmittel, im Rollstuhl wird sie durch den Flughafen geschoben.

Im Grenzdurchgangslager gibt es für die syrischen Flüchtlinge derzeit viel Platz. „Das Lager ist wegen der zuletzt deutlich gesunkenen Flüchtlingszahlen momentan mit rund 350 Bewohnern nur zur Hälfte belegt“, sagt Leiter Heinrich Hörnschemeyer. Die neu eingetroffenen Syrer sollen zwei Wochen bleiben. „Nach den Aufnahmeformalitäten und einem Gesundheitscheck werden die Flüchtlinge dann an einem sogenannten Wegweiser-Kurs teilnehmen“, erläutert Hörnschemeyer. „Es gibt dabei etwas Sprachunterricht und Informationen über das Leben in Deutschland.“ Auch die Kinder sollen Unterricht erhalten. Anschließend werden sie niedersächsischen Kommunen zugewiesen.

Von Matthias Brunnert und Christina Sticht

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