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"Hannover kann zur Kunstmetropole werden"

Erster Besuchertag im Sprengel-Anbau "Hannover kann zur Kunstmetropole werden"

Die ersten Besucher sind schon eine Stunde vor der Öffnung des neuen Anbaus vom Sprengel Museum da gewesen. Während das Gebäude mit seiner dunklen Fassade viel kritisiert worden, sind  Kunstliebhaber und Hannoveraner vom Inneren begeistert. Das Fazit vieler Besucher: "Der Anbau ist gelungen."

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Große, helle Räume: Kunstliebhaber und Hannoveraner nutzen die erste Gelegenheit, sich den Anbau des Sprengel Museums anzuschauen.

Quelle: Wallmüller

Hannover. Der erste Besucher ist schon um 9 Uhr da, eine Stunde bevor das Sprengel-Museum überhaupt aufmacht: Albert Fischer (79) aus Reichertshofen in Oberbayern ist selbst Maler und erklärter Kunstfan. Jetzt im höheren Alter lasse er es ruhiger angehen mit dem Reisen, sagt er: „Einmal im Monat besuche ich ein Museum in einer europäischen Stadt.“ Dieses Mal ist Hannover dran. Das neue Spengel-Museum müsse man einfach sehen, findet er. „Der Anbau ist gelungen“, sagt Fischer.

Nach der offziellen Eröffnung haben Kunstfreunde und Hannoveraner den ersten Tag genutzt, um sich den neuen Anbau des Sprengel Museums von innen anzusehen.

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Rund 50 Personen warten vor der Tür am ersten Publikumtag, um den neuen Anbau zu besichtigen. So wie der Anblick von außen Kritik hervorgerufen hat („Maschsee-Brikett“, „schwarzer Klotz“), sind die ersten Besucher vom Inneren begeistert. „Das ist sehr schön und ansprechend“, meint Annemarie Conrad, die extra aus Hameln gekommen ist. Die hohen, hellen Räume, die von oben beleuchtet werden, gefallen auch ihrem Begleiter Burkhard Borst: „Es ist sehr großzügig gestaltet, nicht so eng, wie man es sonst von Museen gewohnt ist.“

Jörg Worat, der die erste Führung durch den Anbau macht, sagt, dass an diesem ersten Wochenende auch die neuen Räume selbst Ausstellungobjekt sind. Noch ist der Neubau zu feucht, um auch gleich alle Bilder umzuhängen. Das dauert Monate. „Kunst braucht nicht Licht, sondern Raum“, betont Besucherin Hatice Helmbrecht. Und das sei hier gegeben. Mit den neuen Räumen könne sich Hannover zur echten Kunstmetropole entwickeln, sagt Helmbrecht, die in der List wohnt und schon seit Jahren regelmäßig ins Sprengel-Museum kommt. Hinter Bremen oder Hamburg müsse sich Hannover jetzt nicht mehr verstecken. Auch das Ehepaar Alt aus Langenhagen freut sich über den räumlichen Zuwachs: Vor allem der Übergang vom alten zum neuen Teil sei sehr geglückt, sagt Helga Alt. Und Ehemann Jürgen weist auf die Ein- und Aussichten hin: der Blick auf das benachbarte NDR-Gebäude, der Ausguck zum Maschsee.

Der Anbau des Sprengel-Museums wurde am Freitag mit einem großen Fest eröffnet. Am Eröffnungswochenende haben Kunstbegeisterte freien Eintritt in den Erweiterungsbau.

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Am Sonnabendabend kommen noch einmal 2000 Gäste zum Kunstfest ins Museum, den ganzen Tag über waren es nach Angaben einer Sprecherin insgesamt 6000 Neugierige gewesen. Stefan Becker, Vorstandsvorsitzender des Vereins der Freunde des Sprengel-Museums, erinnert - nach der Begrüßung von Museumsdirektor Reinhard Spieler - in einer launigen Rede an die wechselvolle Entstehungsgeschichte des Anbaus.

Der Performance-Künstler Timm Ulrichs stellt ein unter Strom stehendes Mikrofon in eine Flasche mit Salzsäure, das Knattern und Rauschen wird so laut, dass sich viele der Zuschauer die Ohren zuhalten. Am Ende ist ein Stück Mikrofon weggeschmolzen, wortlos räumt der selbsterklärte Totalkünstler, der sich aufs Augenlid "The end" tätowieren ließ, weil mit dem Tod auch der Film seines Lebens ende, alles wieder weg und lässt das klatschende Publikum etwas ratlos zurück. Danach gibt es süßen Kuchen in Form eines "Maschsee-Briketts", wie der Anbau liebevoll-lästernd genannt wird, und Musik. Am Sonntag wird von 10 bis 18 Uhr weitergefeiert.

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