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Aus der Stadt Strauch zieht sich aus Politik zurück
Hannover Aus der Stadt Strauch zieht sich aus Politik zurück
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00:15 05.06.2014
Von Andreas Schinkel
Seit 1996 Erster Bürgermeister Hannovers: Bernd Strauch. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
Hannover

Hannovers Erster Bürgermeister Bernd Strauch legt noch in diesem Monat alle Ämter nieder. Der 65-Jährige ist schwer erkrankt, vor wenigen Tagen musste er sich einer komplizierten Operation unterziehen. „Nun will ich die volle Aufmerksamkeit meiner Genesung widmen“, teilt er über die Pressestelle des Rathauses mit. Im Übrigen habe er bereits im Herbst 2011, kurz nach der Kommunalwahl, geplant, zur Mitte der Ratsperiode „die Verantwortung in jüngere Hände zu legen“.

Für etliche Hannoveraner ist der SPD-Politiker das Gesicht der Stadt. 18 Jahre lang hat er auf zahllosen Veranstaltungen das Rathaus repräsentiert. Er eröffnete Kindertagesstätten, gratulierte Hannoveranern zum 100. Geburtstag, hieß prominente Gäste willkommen und gab das Startsignal für Festivitäten, etwa für das Jazzfest auf dem Trammplatz. Sein Amt, eigentlich ein Vollzeitjob, übte Strauch ehrenamtlich aus. Zudem leitete er die Sitzungen des Rates.

Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) und die Fraktionen im Rat bedauerten am Montag den Weggang Strauchs ausdrücklich und wünschten ihm Genesung von seiner schweren Erkrankung.

Politiker, Repräsentant Hannovers und leidenschaftlicher Jazz-Musiker: Hannovers langjähriger Erster Bürgermeister Bernd Strauch ist tot. Er starb im Alter von 66 Jahren. Ein Rückblick in Bildern.

Schostok lobt insbesondere Strauchs „klares Eintreten gegen Diskriminierung, Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus“. SPD-Fraktionschefin Christine Kastning sieht ihn als „Mittler zwischen der Stadtverwaltung und den Hannoveranern“. Auch ihr Kollege von den Grünen, Lothar Schlieckau, lobt die Verdienste Strauchs um die Stadt. „Er hat es geschafft, ausgleichend auf unterschiedliche Gruppen zu wirken“, sagt er.

Bei der Opposition genießt Strauch ebenfalls hohes Ansehen. „Er hat den Rat als Ganzes repräsentiert“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel. Zwar sei man nicht immer einer Meinung gewesen, doch „böse Auseinandersetzungen“ habe es nie gegeben. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke spricht vom „größten Verlust, den der Rat je erlebt hat“. Über alle Parteigrenzen hinweg habe sich Strauch Respekt verdient. Linken-Fraktionschef Oliver Förste lobt den Stil Strauchs als Ratsvorsitzender: „Die Sitzungen hat er geleitet, ohne sich autoritär zu gebärden.“

Zur nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 19. Juni, wird Strauch Ratsmandat, Ratsvorsitz und Bürgermeisteramt niederlegen. Seine beiden Stellvertreter, Regine Kramarek (Grüne) und Klaus-Dieter Scholz (CDU), werden zunächst seine Aufgaben übernehmen.

Bereits in der vergangenen Ratsversammlung im Mai hatte Kramarek die Sitzung geleitet. Strauch hatte sich damals „aus gesundheitlichen Gründen“ entschuldigen lassen.

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