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Es wird knapp mit den Schulanmeldungen

Schulbezirksgrenzen Es wird knapp mit den Schulanmeldungen

Kurz vor dem regulären Anmeldetermin in dieser Woche wissen rund 1000 Familien in Hannover noch nicht, an welcher Grundschule sie ihr Kind registrieren sollen. Der Grund ist, dass die Stadt neue Grenzen zieht: Für 13 von 60 Grundschulen stadtweit wird der Schulbezirk neu eingeteilt - allerdings gegen den großen Widerstand vieler Eltern.

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Quelle: dpa

Hannover. Damit wird der Zeitplan für viele Schüler und Eltern eng: In vier Wochen müssen sich die Kinder, die im Sommer nächsten Jahres in die erste Klasse kommen, in ihrer neuen Grundschule zum Sprachtest vorstellen. Wer noch Nachholbedarf hat, bekommt dann im Jahr vor der Einschulung regelmäßig Sprachförderung. Diese Kinder werden vermutlich erst nach Ostern per Brief zum Sprachtest und zur Anmeldung eingeladen, möglicherweise gerade mal zehn Tage vor dem Termin.

Während für einige Stadtteile mittlerweile Lösungen in Sachen Schulbezirk gefunden sind, hat Schuldezernentin Rita Maria Rzyski für die Stadtteile Waldheim und Waldhausen jetzt einen ungewöhnlichen Vorschlag gemacht: In den nächsten drei Jahren sollen Eltern dort selbst entscheiden können, ob sie ihr Kind an der Grundschule Tiefenriede oder an der Heinrich-Wilhelm-Olbers-Grundschule anmelden. An der Wunschschule soll ihnen auf jeden Fall ein Platz sicher sein. Am Mittwoch soll der Schulausschuss über diesen Kompromissvorschlag endgültig entscheiden. Man sei bemüht gewesen, die Vorschläge der Eltern so weit wie möglich aufzunehmen, aber vielfach hätten sie sich auch widersprochen, sagt Rzyski. Der Kompromissvorschlag werde hoffentlich die Zustimmung aller finden.

Ende des Jahres hatte die Stadt ihre Pläne zu neuen Grenzen vorgestellt. Weil die Zahl der Grundschüler in Hannover wächst, aber nicht überall gleichermaßen, will die Verwaltung mit einem Neuzuschnitt der Schulbezirke eine bessere Verteilung erreichen. Mehr als vier Klassen pro Jahrgang soll keine Schule dauerhaft haben, zudem darf für kein Kind der Fußweg länger als zwei Kilometer sein.

Allerdings waren die Pläne besonders in der Südstadt, der List und im Zooviertel auf heftige Gegenwehr gestoßen. Die Grundschule Tiefenriede sollte ihre Schüler aus Waldheim und Waldhausen an die Heinrich-Wilhelm-Olbers-Grundschule in Döhren abgeben. „Da wird eine über Jahre gewachsene Verbindung der beiden Stadtteile zur Südstadt einfach gekappt“, sagt Andreas Hüsig, Schulelternratsvorsitzender an der Grundschule Tiefenriede. Gerade sechsjährigen Erstklässlern sei der neue gefährliche Schulweg nicht zuzumuten. Insgesamt haben Eltern in den vergangenen Tagen 800 Unterschriften in Waldheim und Waldhausen gegen das Projekt gesammelt.

Derweil hatte der Protest von Eltern im Zooviertel Erfolg. Ihre Kinder sollen weiterhin zur Grundschule Kestnerstraße gehen und müssen nicht durch die Eilenriede zur Johanna-Friesen-Schule, wie es ursprünglich geplant war. Geprüft werden sollen zudem ein Neuzuschnitt der Grenzen für die Otfried-Preußler-Schule am neuen Standort an der Birkenstarße und eine Erweiterung des Bezirks der Südstadtschule, die als Angebotsschule Kindern aus dem gesamten Stadtgebiet offensteht.

Gerade an den Grundschulen Tiefenriede und Kestnerstraße sei besonders viel Zuwachs zu erwarten, heißt es vonseiten der Stadt. Elternvertreter bezweifeln dies: Etwa ein Drittel der Erstklässler werde an freien Schulen angemeldet. Dennoch steuere die Schule langfristig auf eine Fünfzügigkeit zu, sagt die Stadt. Elternvertreter fordern, die Stadt solle in ihre künftige Schulentwicklungsplanung auch die Folgen neuer Baugebiete in der Südstadt und in Döhren berücksichtigen.

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