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Rentner wegen Angriff auf Kontrolleure angeklagt

Üstra-Fahrscheinkontrolle Rentner wegen Angriff auf Kontrolleure angeklagt

Wenn es nach der Staatsanwaltschaft Hannover geht, sollen sich zwei zuvor unbescholtene Rentner bald vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: Sie sollen einen Fahrkartenkontrolleur der Üstra körperlich angegriffen und verletzt habe. Angeblich lieferten Sie sich anschließend auch eine Rangelei mit der Polizei. 

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Friedrich Wilhelm M. und Wilhelm Gerhard N. an der Haltestelle Spannhagengarten.

Quelle: Wiechers (Archiv)

Hannover. Die beiden Rentner sind noch nie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Sie haben stets ein tadelloses Leben geführt. Doch nun werden sie, kurz vor ihrem 80. Geburtstag, von der hannoverschen Staatsanwaltschaft angeklagt, weil sie eine andere Person körperlich misshandelt haben sollen - also vorsätzliche Körperverletzung.

Damit nicht genug. Der Staatsanwalt ist auch überzeugt, dass einer der Senioren mit Gewalt und durch Androhung von Gewalt Widerstand gegen Amtsträger leistete und danach beide Rentner diese Amtsträger auch noch wider besseres Wissen angezeigt haben. Wie glaubhaft diese Vorwürfe sind, muss demnächst eine Amtsrichterin entscheiden.

Die HAZ hatte über den Fall der beiden Rentner Friedrich Wilhelm M. und Wilhelm Gerhard N. berichtet. Die alten Herren hatten in der Linie 7 mit drei Üstra-Kontrolleuren eine Meinungsverschiedenheit. Sie zeigten ihre Monatskarten zwar vor, Wilhelm N. wollte das Papier aber nicht aus der Hand geben. Er ist Stammkunde bei den Verkehrsbetrieben und bezieht seine Fahrkarten im Abonnement.

Auf dem Bahnsteig Spannhagengarten stiegen alle aus, und es kam zu einer Rangelei, die beide Parteien unterschiedlich schildern. Die Rentner sollen die Kontrolleure angeblich getreten haben. Die Senioren sagen, die Üstra-Mitarbeiter hätten sie misshandelt. Wilhelm N.: „Ich wurde in die Ecke gedrängt. Einer der Kontrolleure stieß mir das Knie zwischen die Beine und drückte mir seine Hand gegen den Hals. Ich hatte Angst und schrie um Hilfe.“

Der 79-Jährige ist nach den Vorfällen zum Notarzt gegangen, der eine Hodenprellung und eine Stauchung der Halswirbelsäule feststellte. Rechtsanwalt Matthias Waldraff hat die Verletzungen auch aktenkundig gemacht. Ohne Resonanz. „Dem ist offensichtlich niemand nachgegangen. Es hat keinerlei Rückfragen gegeben.“ Im Hauptverfahren wird das Attest vorliegen.

Nach der Rangelei riefen die Üstra-Mitarbeiter die Polizei zu Hilfe. Die Rentner mussten ihre Taschen auf dem Bahnsteig ausleeren. Auch diese Aktion lief nicht ohne Rangelei ab. Angeblich hat Friedrich Wilhelm M. dabei eine Polizeikommissarin Richtung der Bahngleise geschubst. Die Beamtin konnte sich allerdings rechtzeitig „stabilisieren“.

Weil die Rentner ihre Personalausweise nicht dabeihatten, wurde ein weiterer Polizeiwagen zur Haltestelle Spannhagengarten bestellt. Danach brachten insgesamt vier Beamte die beiden Rentner in die Wohnung von N., kontrollierten dort die Papiere und zogen ab. ­Waldraff nennt diesen Vorgang unverhältnismäßig: „Es ist mir völlig unbegreiflich, warum dieser Aufwand betrieben wurde. Warum hat man den beiden alten Herren nicht einfach aufgegeben, sich später bei der nächsten Polizeiwache zu melden und ihre Ausweise vorzulegen. Hier wurde nun wirklich aus einer Mücke ein Elefant gemacht.“

Eine Üstra-Sprecherin hatte seinerzeit die Eskalation bei dem Vorfall bedauert, die „nicht vorkommen“ dürfe. Die Kontrolleure hätten sich allerdings vorschriftsmäßig verhalten, als sie die Fahrkarten zur genauen Überprüfung in die Hand nehmen wollten.

Von Hans-Peter Wiechers

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