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Euro-Kritiker streiten bis aufs Mark

"Alternative für Deutschland" Euro-Kritiker streiten bis aufs Mark

In der Anti-Euro-Partei "Alternative für Deutschland" gibt es schon vor der Gründung eines niedersächsischen Landesverbandes offene Zerwürfnisse. Der Koordinator für Hannover/Braunschweig, Siegfried Fiedler, wurde vom Bundesvorstand von seinem Posten entbunden.

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Quelle: dpa

Hannover. Fiedler erkennt seine Degradierung jedoch nicht an. Er warnt jetzt davor, dass ein kleiner Kreis von Leuten das Geschehen bestimmt und andere ausschließt: „Wenn eine Partei sich nicht nach basisdemokratischen Grundsätzen organisiert, dann wird sie keine Zukunft haben.“

Fiedler lebt in Hannovers Südstadt. Er ist Rentner und war früher Mitglied bei der FDP. Das Programm der „Alternative“ hat ihn überzeugt, besonders der Aspekt, der die Bedeutung demokratischer Entscheidungen herausstellt. Jetzt fürchtet er, dass Mitglieder der „Wahlalternative 2013“ die „Alternative für Deutschland“ übernehmen wollen. Die Organisation ist eine Vorläuferorganisation der Anti-Euro-Partei, deren Führungspersonal sich zum großen Teil aus der „Wahlalternative“ rekrutiert. Im niedersächsischen Landtagswahlkampf arbeitete sie mit den Freien Wählern zusammen, erreichte jedoch nur 1,1 Prozent der Stimmen. Die Organisation existiert weiterhin. Sie versammelt Unterstützer der „Alternative für Deutschland“, die nicht Mitglied einer Partei sein wollen. Aus Hannover gehört Stefan Homburg, Professor an der Leibniz Universität, zu diesem Kreis.

Die Parteizentrale hatte Fiedler zum Landesbeauftragten für Hannover/Braunschweig und Südost-Niedersachsen ernannt - ein großes Gebiet, das mutmaßlich eine große Zahl von Mitgliedern stellen wird und Einfluss garantiert. Zwei Parteifreunde von Fiedler teilten sich das restliche Niedersachsen auf: Claus Hiller aus Seevetal und der Bremer Christian Liesecke, beide früher im Vorstand der „Wahlalternative“ tätig.

In Hannover begann Fiedler, Unterstützer zu sammeln, Adressen von Mitgliedern bekam er aus der Zentrale. Plötzlich, sagt er, habe er keine Anschriften mehr bekommen. Beschwerden hätten nichts genützt. Bald darauf teilte Hiller dem überraschten Fiedler mit: Er sei abberufen als Landeskoordinator, dies habe der Parteivorstand entschieden. Grund für Fiedlers Absetzung sollen unterschiedliche Ansichten über seine Kommunikationsmethoden gewesen sein.

„Die wollen mich ausbooten, um die Machtstrukturen der Wahlalternative 2013 in der Partei aufzubauen“, sagte dazu Fiedler. Die Gelegenheit wäre günstig: Für heute Abend hat Fiedler rund 80 Interessierte der „Alternative für Deutschland“ in eine Gaststätte gebeten. Er selbst reagierte nicht zimperlich und lud für diese Veranstaltung die Ex-FDP-Politikerin Martina Tigges-Friedrichs, früher Kreisvorsitzende in Hameln-Bad Pyrmont, aus. Sie wolle die Entwicklung in der Partei von oben herab bestimmen. Tigges-Friedrichs wollte sich zu diesem Vorwurf am Dienstag nicht äußern. Auch ließ sie offen, ob sie kommen will. Für weitere Informationen empfahl sie Landesbeauftragte für Niedersachsen, darunter Claus Hiller.

Pressesprecherin Daniela Metzger sagte am Dienstagabend, Siegfried Fiedler sei lediglich von seiner Position als Landesbeauftragter der „Wahlalternative 2013“ entbunden worden. Es habe „Ungereimtheiten“ gegeben, die schließlich darin gipfelten, dass Fiedler „einer Dame“ den Zutritt zu einer Versammlung verweigert habe. Gemeint ist offenbar Martina Tigges-Friedrichs. Fiedler entgegnete, er sei nie Mitglied der „Wahlalternative 2013“ gewesen. „Und wo ich nicht Mitglied bin, kann man mich nicht rauswerfen.“ Er verstehe sich weiter als Landeskoordinator der „Alternative für Deutschland“, um gemeinsam mit Gleichgesinnten einen Landesverband zu gründen.

In den Monaten bis zur Bundestagswahl am 22. September will die Partei Landesverbände gründen. Dafür sind zunächst 2000 Unterschriften von Unterstützern notwendig. Es sind die Monate, in der Pflöcke einschlagen muss, wer etwas werden will bei der „Alternative für Deutschland“ und von der verbreiteten Euro-Skepsis in der Bevölkerung profitieren will. Überspringt die Partei die Fünf-Prozent-Hürde, ist Mitgliedern auf guten Listenplätzen ein Mandat in Berlin sicher.

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