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Eurolines streicht Bus – und zahlt keine Entschädigung

Fahrt von Hannover nach Berlin Eurolines streicht Bus – und zahlt keine Entschädigung

Philipp Borchert und seine Freundin wollten am Maifeiertag mit einem Bus der Marke Eurolines von Hannover nach Berlin fahren. Über dem Projekt stand kein guter Stern. Erst fiel die gebuchte Fahrt aus. Dann erkannte Eurolines die Kostenrückerstattung von 32 Euro zwar an, zahlte aber nicht.

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Am ZOB starten die Eurolines-Busse in Richtung Berlin - wenn sie denn fahren.

Quelle: Dröse

Hannover. Die beiden verhinderten Reisenden wurden in Sachen Erstattung auf unbestimmte Zeit vertröstet. „Bitte beachten sie, dass bis dahin einige Wochen oder Monate vergehen können. Weitere Anfragen werden leider nicht zu einer Beschleunigung des Verfahrens führen können“, teilte das Unternehmen mit. Borchert und seine Freundin sind ins laufende Insolvenzverfahren bei der Deutschen Touring geraten, die hierzulande für die Eurolines-Busse zuständig ist.

Als die beiden Studenten am 1. Mai mittags vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB ) Richtung Berlin aufbrechen wollten, war vom Eurolines-Bus nichts zu sehen. „Es gab keinen Hinweis auf den Tafeln, und im Unternehmen war niemand zu erreichen“, schildert Borchert. Über eine Mitfahrzentrale gelangten die beiden dann doch noch in die Hauptstadt – allerdings mit fast siebenstündiger Verspätung.

Die traditionsreiche Deutsche Touring mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt, die auch Betreiber des ZOB in Hannover ist, hatte Anfang April Insolvenz anmelden müssen. Grund für die finanzielle Schieflage sind Defizite, die auf dem hart umkämpften Markt für Fernbusse entstanden sind – also bei Eurolines. „Ticketverkauf, Betrieb am ZOB und Fahrplan laufen normal weiter“, hatte Insolvenzverwalter Miguel Grosser damals versprochen.

„Das ist auch so eingetroffen“, sagt Grossers Sprecher Sebastian Brunner. Die ausgefallene Fahrt am Maifeiertag sei einer von wenigen Einzelfällen. Was die Kostenrückerstattung angeht, habe Borchert einfach Pech gehabt. „Die Tickets sind zwischen Antrag auf Insolvenzverfahren und dessen Eröffnung gebucht worden. Damit gehört das Geld zur Insolvenzmasse und darf aus rechtlichen Gründen erst nach Abschluss des Verfahrens ausgezahlt werden“, erläutert Brunner. Wenn jetzt Fahrten gestrichen werden müssten, funktioniere die Rückerstattung problemlos.

Bei der laufenden Sanierung der Deutschen Touring sind nach Grossers Angaben Fortschritte erzielt worden. Man erarbeite nun ein Fortführungskonzept, mit dem gezielt potzenzielle Investoren angesprochen würden. Die Deutsche Touring ist auf dem deutschen Fernbusmarkt die Nummer zwei hinter dem Platzhirsch Flixbus. Für diese Position reicht ein Marktanteil von gerade einmal 2,4 Prozent.

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