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EKD trauert um Hermann Barth

Cheftheologe EKD trauert um Hermann Barth

Wenn er etwas sagte, musste er nicht lauter werden oder mit großen Gesten Aufmerksamkeit erheischen. Man hörte ihm zu, weil er eine große innere Autorität besaß. Hermann Barth, früherer Präsident des Kirchenamtes der EKD in Hannover-Herrenhausen, ist am Mittwoch im Alter von 71 Jahren gestorben.

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Hermann Barth

Quelle: Martin Steiner

Hannover. Er erlag den Tücken der Parkinsonschen Krankheit, die ihn kurz nach seiner Pensionierung befiel. Seine schwere Erkrankung habe Barth mit großer Tapferkeit ertragen, berichtet sein Nachfolger im Kirchenamt, Hans Ulrich Anke. Die Losung seines Todestages „Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn“ habe Barth Zeit seines Lebens aus ganzem Herzen geteilt.

Barth war ein sehr herzlicher und bescheidener Mensch, der im Gegensatz zu heutigen Kirchenhierarchen keine große Bugwelle vor sich herschob, sondern beharrlich mit der Kraft von Argumenten warb. Dabei besaß der frühere Pfarrer, dem man kaum mehr die Herkunft aus dem Pfälzischen anmerkte, viel Humor.

Seit Anfang der Neunzigerjahre war er der „Cheftheologe“ der EKD, eine Art Ratzinger des Protestantismus, allerdings ohne die Strenge und dogmatische Verbissenheit des katholischen Gegenübers. Mit nahezu allen Streitfragen, von der Sozialethik bis zur Bioethik, war er befasst. Das große Sozialpapier der beiden Kirchen wurde von ihm und dem katholischen Bischof Josef Homeyer verfasst. Von 2006 bis 2010 leitete er die EKD als Präsident. Doch seine stille Leidenschaft gehörte dem Posaunenchor der Stadtmission, mit dem er Weihnachten am Hauptbahnhof aufspielte. Hier verstand er sich auch auf laute Töne.

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