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Aus der Stadt Ex-Bundespolizist wegen Kinderpornos vor Gericht
Hannover Aus der Stadt Ex-Bundespolizist wegen Kinderpornos vor Gericht
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07:50 18.07.2016
In der Wache am Hauptbahnhof hat der Beschuldigte gearbeitet. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Der zunächst mit Foltervorwürfen konfrontierte Bundespolizist Torsten S. kommt an diesem Dienstag wegen des Besitzes von Kinderpornografie und verbotener Waffen vor Gericht. Der 40-Jährige soll sich laut Anklage über das Internet kinderpornografische Bilder und Videos verschafft haben. Bei Hausdurchsuchungen sei bei ihm außerdem eine Pumpgun mit Schrotmunition entdeckt worden.

Weil der Mann im Kollegenkreis Handy-Fotos von der angeblichen Misshandlung zweier Flüchtlinge auf der Wache im Hauptbahnhof Hannover verschickt hatte, war zunächst auch wegen Misshandlung ermittelt wurden. Mangels hinreichenden Tatverdachts wurde dieses Verfahren eingestellt. Der Beamte gab später an, die angebliche Misshandlung sei nur Prahlerei gewesen. Der Mann habe randaliert und sei deshalb gefesselt worden.

Allerdings muss der Beamte sich jetzt auch wegen eines Verstoßes gegen das Kunsturheberrechtsgesetz verantworten, weil er das Foto eines der Flüchtlinge ohne dessen Einverständnis verbreitet hatte.

Bereits im Oktober hatte der Bundespolizist eine Geldstrafe zahlen müssen, weil er ein pornografisches Foto von sich einer 14-Jährigen geschickt hatte, die er in einem Zug angesprochen hatte.

Als Reaktion auf die Misshandlungsvorwürfe hatte Bundespolizei-Präsident Dieter Romann eine Sonderbeschwerdestelle angekündigt, die Beamten das Melden von Vergehen in den eigenen Reihen vereinfachen soll. Auch in der Wache am Hauptbahnhof gab es eine interne Untersuchung. Zu deren Ergebnissen wollte die Bundespolizei nichts mitteilen. Die Foltervorwürfe hatten zunächst für große Empörung gesorgt.

Torsten S. unter Verdacht

9. März 2014: Beamte der Bundespolizei greifen einen 19 Jahre alten Flüchtling aus Afghanistan auf, nachdem sie ihn ohne gültigen Pass am Hauptbahnhof aufgetroffen haben. In der Gewahrsamszelle soll es dann zu den Übergriffen gekommen sein.

25. September 2014: Erneut greifen Bundespolizisten einen Flüchtling auf. Auch in diesem Fall soll Torsten S. in der Wache zugeschlagen haben.

7. Mai 2015: Zwei Kollegen von S. stellen Anzeige gegen den 40-Jährigen.

15. Mai 2015: Die Polizei durchsucht die Wohnung von Torsten S.

6. Oktober 2015: S. steht vorm Amtsgericht Stadthagen, weil er einem 14 Jahre alten Mädchen ein Foto von seinem erigierten Penis geschickt hat. Er akzeptiert eine Geldstrafe von 2400 Euro.

5. April 2016: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Torsten S.

dpa/jki/cf

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