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Hanebuth wartet weiter auf Anklage

Seit drei Jahren in Spanien Hanebuth wartet weiter auf Anklage

Der ehemalige Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth muss weiterhin in Spanien bleiben. Wegen der Ermittlungen gegen ihn darf er das Land nicht verlassen. Auch drei Jahre nach seiner Festnahme auf Mallorca wegen Verdachts der Geldwäsche und Nötigung ist noch keine Anklage erhoben worden.

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Wartet in Spanien weiter auf die Anklage: Frank Hanebuth.

Quelle: Tim Schaarschmidt (Archiv)

Hannover. Die Ermittlungen gegen Hannovers ehemaligen Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth in Spanien kommen auch exakt drei Jahre nach ihrem Beginn weiter nicht zu ihrem Abschluss. Der 51-Jährige darf das Land noch immer nicht verlassen. Allerdings sind die Meldeauflagen jetzt ein wenig gelockert worden. Statt wie bislang täglich, muss sich Hanebuth jetzt nur noch einmal pro Woche bei den Behörden melden. Wann die Anklage in diesem Fall erhoben wird, der so spektakulär begonnen hatte und jetzt seit Monaten vor sich hin dümpelt, steht in den Sternen.

„Es tut sich nichts“, sagt Götz von Fromberg, Hanebuths langjähriger Rechtsanwalt. Er hat inzwischen alle Möglichkeiten prüfen lassen, diesen Fall vor den europäischen Gerichtshof zu bringen. Doch die Prüfungen waren alle negativ verlaufen. „Es gibt nichts Neues in der Sache“, teilt auch der Strafverteidiger, Gonzalo Boye Tuset, Hanebuths spanischer Anwalt, auf Nachfrage der HAZ mit. Einem anderen aus dem großen Kreis der Verdächtigen ist es unterdessen besser gegangen: Hanebuths langjähriger Freund Paul E., der in der Frankfurter Rotlichtszene wegen einer Erkrankung den Spitznamen Thrombose-Paul verpasst bekommen hatte und auf dessen Anwesen auf Mallorca Hanebuth festgenommen worden war, durfte dem Vernehmen nach inzwischen das Land verlassen und nach Deutschland zurückkehren. Sein gesundheitlicher Zustand soll für die Entscheidung der Behörden den Ausschlag gegeben haben.

Vor genau drei Jahren hatten die spanischen Behörden eine Großrazzia gegen Mitglieder der Hells Angels auf Mallorca und deren Anhänger unternommen.  Während der sogenannten „Operation Casablanca“ nahmen sie auch Frank Hanebuth fest, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits regelmäßig auf der Insel aufhielt. Der Ex-Rocker-Chef aus Hannover kam in Untersuchungshaft. Erst nach zwei Jahren wurde er aus dem Gefängnis entlassen, nach Zahlung einer Kaution von 60 000 Euro und nach Auferlegung der Meldeauflagen.

Die spanischen Behörden ermitteln unter anderem wegen des Verdachts der Geldwäsche, der Nötigung, der Erpressung und der Förderung der Prostitution. Konkrete Vorwürfe gegen Hanebuth liegen allerdings bis zum heutigen Tag nicht vor.

Die Operation „Casablanca“ und die ausstehende Anklage

23. Juli 2013:   Frank Hanebuth wird im Rahmen der Operation „Casablanca“ auf Mallorca festgenommen. Ihm wird unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

18. Oktober 2013:  Der hannoversche Rockerchef wird mit 17 weiteren Verdächtigen nach Madrid verlegt.

Ende Oktober 2013:  Die Polizei wirft Hanebuth vor, einen Bombenanschlag in Bayern in Auftrag gegeben zu haben.

3. Februar 2015:  560 Tage nach der Festnahme von Hanebuth veröffentlicht der Untersuchungsrichter den Abschlussbericht seiner Ermittlungen.

März 2015:  Die spanische Generalstaatsanwaltschaft fordert weitere Ermittlungen der Audiencia Nacional.

27. Juli 2015:  Hanebuth kommt gegen Kaution aus dem Gefängnis. Der Höllenengel darf Spanien jedoch nicht verlassen.

15. September 2015:  Die Audiencia Nacional legt einen neuen Ermittlungsbericht vor, der aber wieder von der Anklagebehörde abgelehnt wird.

22. Dezember 2015:  Die Audiencia Nacional startet den dritten Versuch, eine Anklage gegen Hanebuth zu erwirken, scheitert aber erneut.

Mai 2016:  Die Audiencia Nacional lässt die Anschuldigungen gegen zwei Verdächtige fallen.

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