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Aus der Stadt „Mein Beruf ist Katarina Witt“
Hannover Aus der Stadt „Mein Beruf ist Katarina Witt“
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00:17 26.02.2016
„Einfach so aufs Eis gehen - das bin ich nicht“: Katarina Witt gibt auf der Eisbahn vor dem Hauptbahnhof dem Eiskunstlauf-Nachwuchs der Indians Tipps. Foto: Dröse
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Hannover

"Mein Beruf ist Katarina Witt“, sagt Katarina Witt. Vielleicht ist das die einfachste und ehrlichste Jobbeschreibung für jemanden, der seine Prominenz nutzt, um für Münchens Olympia-Bewerbung - oder wie jetzt gerade „Disney On Ice“ - zu werben. Wobei: „Nutzen würde ich es nicht nennen. Ich nutze meine Bekanntheit für meine Stiftung, die Katarina-Witt-Stiftung. Da versuche ich wirklich, Geld für die gute Sache zu sammeln.“

Ansonsten werde sie eben unter Vertrag genommen „für das, was ich bin“. Wie eben die Großhallenshow „Disney On Ice“, die im Oktober in der Tui-Arena gastiert und für die sie als Markenbotschafterin unterwegs ist. Katarina Witt sitzt im Hotel Kaiserhof am Bahnhof und arbeitet gut gelaunt und locker die Interviews ab, während sich unten auf der Eisfläche die Eiskunstlauf-Kinder der Hannover Indians auf die Begegnung mit dem Superstar ihrer Sportart warmlaufen.

Für die Disney-Show wird sich die 50-Jährige, wenn auch ohne Schlittschuhe, später mal wieder aufs Eis wagen. Die Tourproduktion sei nicht nur eine wunderbare Möglichkeit, Kinder an den Sport heranzuführen, sondern auch eine der seltenen Chancen, das Eiskunstlaufen wieder mal in den Fokus zu rücken. Es mache sie traurig, dass so gut wie gar nichts mehr im Fernsehen laufe. Das habe aber einen einfachen Grund: „Uns fehlt ein sportliches Idol. Das sieht man jetzt gerade wieder an Angelique Kerber. Da sitzt du auch um 10 Uhr vormittags und guckst Australian Open.“

Dabei sagt sie nicht „auch“, sondern „ooch“. Den sächsischen Zungenschlag hat sie nicht abgelegt, je mehr sie ins Plaudern kommt, desto deutlicher hört man es. Über ihre Begegnung mit Robert De Niro könnte sie viel plaudern. Für eine ARD-Dokumentation (Ausstrahlung Karfreitag) über ihr Leben traf sie die Schauspiellegende in New York, mit der sie im Film „Ronin“ vor der Kamera stand. „Er hat wirklich zugesagt für dieses TV-Gespräch. Das hat mich besonders gefreut.“

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Eiskunstlauf-Weltstar Katarina Witt war als Markenbotschafterin von "Disney on Ice" auf der Eisbahn vor dem Hauptbahnhof Hannover.

Schauspielerin ist sie ja auch. Oder wenigstens ein bisschen. „Für die meisten bleibe ich Eiskunstläuferin.“ Sie fühle sich natürlich geschmeichelt, als Schauspielerin bezeichnet zu werden, aber, da müsse man realistisch sein, „dafür müsste ich doch noch ein paar mehr Filme drehen“. Dazu moderiert sie und ist für die Olympia-Bewerbung Münchens in die Sportpolitik eingetaucht. Das Scheitern habe sie damals wirklich getroffen, auch das Hamburger Bürgervotum gegen eine Bewerbung bedauert sie. Neues Vertrauen zu schaffen für das Großereignis Olympia sei eine „große Aufgabe für die olympische Bewegung“.

Und dann ist auch dieses Interview schon wieder fast zu Ende. Unten warten die Kinder auf dem Eis, und der Zug fährt die Markenbotschafterin dann weiter. Letzte Frage: „Wie oft läuft Katarina Witt noch Schlittschuh?“ „Gar nicht mehr. Kann man sich nicht vorstellen, oder?“ Die Erklärung liefert sie ungefragt hinterher. „Für mich war Eiskunstlaufen immer Show und Choreografie und Perfektion. Für andere war vielleicht der Weg das Ziel. Für mich war immer das Ziel das Ziel. Einfach so aufs Eis gehen, um mal Schlittschuh zu laufen, einfach so ein bisschen nur - das bin ich halt nicht.“

„Disney On Ice“ gastiert vom 27. bis 30. Oktober in der Tui-Arena. Karten an allen HAZ-Ticketshops und im Internet auf www.tickets.haz.de

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