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Experimentieren am KWR verboten

Versuche ohne Gas und Strom Experimentieren am KWR verboten

Experimente machen den Unterricht spannend. Am Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium (KWR) im Zooviertel sind die Möglichkeiten für Versuche in den Chemie- und Physikstunden künftig erheblich eingeschränkt.

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Am KWR dürfen keine Versuche mehr mit Gas und Strom gemacht werden, weil die alten Leitungen marode sind.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Experten der gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) haben nach einer Sicherheitsbegehung den Betrieb von Gasanlage und elektrischen Energiesäulen untersagt. Die Installationen und dadurch bedingt auch die hygienischen Zustände entsprächen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Die Anlagen seien jetzt abgesperrt worden, hat Schulleiterin Ruth Völker gestern in einem Rundbrief an die Eltern mitgeteilt: „Experimente, die ohne Gas, Strom und den Abzug auskommen, sind weiterhin erlaubt, wenn Augenspülflaschen vorhanden sind“, heißt es in dem Schreiben. Die Lehrer sollen jetzt verstärkt über Alternativangebote nachdenken. Das können Ausflüge in Museen oder andere Versuchsformen, etwa Elektrizitätsversuche mit Batterie statt mit Strom aus der Steckdose, sein. Demnächst soll es laut Völker eine Sicherheitsbegehung mit den Verantwortlichen der Stadt, der GUV, der Fachkraft für Arbeitssicherheit und anderen Vertretern der Schule geben.

Eine Stadtsprecherin sagte auf Anfrage gestern, von einer Begehung der GUV sei nichts bekannt. Einige der naturwissenschaftlichen Fachräume am KWR sind mehr als 60 Jahre alt, die meisten 37. Die Sanierung der Fachräume sei für den nächsten Bauabschnitt geplant, teilte die Sprecherin mit, die Finanzierung sei bereits im Investitionsprogramm vorgesehen.

Den Zustand des Schulgebäudes beklagen Elternvertreter seit Jahren. Im September 2014 musste ein baufälliger Gebäudetrakt abgesperrt werden, weil er akut einsturzgefährdet war. Von der Decke hatte schon der Putz gerieselt. Rund 180 Schüler pendelten daraufhin ein halbes Jahr zu einem leer stehenen Schulgebäude in der Birkenstraße (Südstadt). Als die Jugendlichen kritisierten, dass sie dabei viel Zeit verlören, einige Zehnt- und Zwölftklässler mussten bis zu zwölfmal in der Woche pendeln, stellte die Stadt Leihfahrräder zur Verfügung. Mittlerweile ist der marode Gebäudeteil abgerissen worden, es wurden zusätzliche Container aufgestellt, in denen die Kinder jetzt lernen. Für 6 Millionen Euro lässt die Stadt bis Sommer 2017 einen Neubau errichten. Nun kommen noch die Sicherheitsmängel in den Chemie- und Physikräumen hinzu.

Mit diesem Problem ist das KWR nicht allein. Auch der Trakt für die Naturwissenschaften an der Humboldtschule in Linden-Süd ist größtenteils noch im Zustand der Sechzigerjahre. Immer wieder hatten im Schulausschuss und im Bezirksrat Elternvertreter und Lehrer der Tellkampfschule in der Südstadt die überfällige Sanierung der Physik- und Biologieräume angemahnt.

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