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Experten entschärfen Bombe
 mit einem Wasserstrahl

Dritter Blindgänger Experten entschärfen Bombe
 mit einem Wasserstrahl

Es war eine Bombenentschärfung der besonderen Art: Nicht nur, dass 50.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen mussten. Drei Blindgänger so dicht beieinander – das ist selbst für erfahrene Sprengmeister selten. Eine der Bomben ließ sich nur mit einem Wasserstrahl entschärfen. 

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Der beschädigte Zünder der Fünf-Zentner-Bombe. 

Quelle: pah

Der schnelle Überblick

Hannover.

Zwei der drei britischen Sprengkörper waren schnell unschädlich gemacht: Bei einer Fünf- und einer Zehn-Zentner-Bombe konnten KBD-Chef Thomas Bleicher und sein Team die unbeschädigten Zünder problemlos herausdrehen. „Es dauerte bloß eine Weile, bis wir den ganzen Dreck herunterbekommen haben“, sagt Sprengmeister Marcus Rausch. Mehr Schwierigkeiten machte die zweite 250-Kilogramm-Bombe: Ihr rückten die Kampfmittelexperten mit einem Wasserstrahlschneidegerät zu Leibe.

Ein solches Gerät, einem Hochdruckreiniger nicht unähnlich, kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Zünder beschädigt ist. Anstatt eines reinen Wasserstrahls presst der Wasserstrahlschneider eine Mischung aus Wasser und Quarzsand in einem nicht einmal einen Millimeter dicken Strahl mit einem Druck von 700 bar aus seiner Düse. Die Mischung aus Wasser und Sand, kombiniert mit dem hohen Druck, bewirkt, dass sich Metall gut schneiden lässt. Die Hitzeentwicklung ist gering, die Erschütterung minimal: Beides ist entscheidend, damit der Sprengkörper nicht vorzeitig explodiert.

So sieht das Wasserstrahlschneidegerät aus.

Quelle: Archiv

In der Vergangenheit waren in Hannover immer wieder Bomben per Wasserstrahlschneidegerät entschärft worden,  etwa 2013 in der Altstadt. 2010 war es in Göttingen allerdings zur Katastrophe gekommen: Damals kamen zwei Sprengmeister und ein Vorarbeiter ums Leben,  als eine Bombe explodierte. Sechs weitere Mitarbeiter wurden verletzt, zwei davon schwer. Das Gerät sollte auch dort eingesetzt werden, allerdings explodierte die Bombe bereits im Vorfeld.

Es ist die größte Evakuierungsmaßnahme in Hannover seit dem Zweiten Weltkrieg: 50.000 Menschen im Norden der Stadt müssen am Sonntag wegen einer Bombenräumung ihre Wohnungen verlassen, weil auf einem Baugrundstück in Vahrenwald mehrere Blindgänger vermutet werden.

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Am Sonntag ging alles gut. Nach der letzten Entschärfung sprengte der Kampfmittelbeseitigungsdienst die Aufschlagzünder der Bomben gegen 18 Uhr. „Die Zünder waren über die Zeit so stark angegriffen und empfindlich, dass ein direkter Abtransport zu gefährlich gewesen wäre“, sagt KBD-Chef Thomas Bleicher.

Alles zur Bombenräumung in Hannover.

Von Tobias Morchner
 und Peer Hellerling

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