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Aus der Stadt FDP-Ratsherr Engelke rechnet mit Partei ab
Hannover Aus der Stadt FDP-Ratsherr Engelke rechnet mit Partei ab
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18:10 15.03.2012
Von Andreas Schinkel
Rückzug aus dem FDP-Vorstand: Wilfried Engelke. Quelle: Burkert
Hannover

Es sollte einer der üblichen Parteitage bei der FDP Hannover werden, mit ruhigen Vorstandwahlen und einer aufmunternden Rede des designierten Generalsekretärs Patrick Döring. Doch es kam anders. In einer kurzen, Aufsehen erregenden Rede rechnete der Chef der FDP-Ratsfraktion, Wilfried Engelke, am Mittwochabend mit seiner Partei ab. Die Führungsriege der Liberalen, sowohl auf Bundesebene als auch in Hannover, habe den Kontakt zur Parteibasis verloren, lautete sein Vorwurf. "Die Buchstaben FDP bedeuten aus Sicht der Parteiführung nur noch: Für Dich Persönlich", sagte Engelke. Zwar werde er nicht aus der Partei austreten, sich aber nur noch auf seine Ratsarbeit beschränken. Für eine Wiederwahl zum stellvertretenden Vorsitzenden der hannoverschen Liberalen stellte sich Engelke nicht mehr zur Verfügung.

Der 61-jährige Engelke, Klempnermeister von Beruf, gehört seit 24 Jahren der FDP an. Seit 14 Jahren ist er Stellvertreter von Parteichefin Claudia Winterstein, die zugleich ein Bundestagsmandat innehat. Seine Abrechnung mit der Partei ist auch eine Abrechnung mit Winterstein. "Eigentlich müssten die Parteivorsitzende und ihr Stellvertreter eng zusammenarbeiten, aber der Kontakt wurde immer geringer", sagt er. E-Mails und Telefonanrufe habe Winterstein oft nicht beantwortet, "zudem wurden Parteimitglieder gegeneinander ausgespielt", kritisiert Engelke.

Sehr getroffen habe ihn vor einigen Jahren das Urteil der Parteispitze, ein Handwerksmeister sei eigentlich nicht als Fraktionsvorsitzender vorstellbar. "Vor diesem Hintergrund hatte ich am 11. September 2011, dem Tag der Kommunalwahl, einen sehr, sehr schönen Abend", sagt Engelke. Denn die Wähler entschieden sich nicht für einen "jung-dynamischen Putschisten", sondern für einen Handwerksmeister.

Damit spielt Engelke darauf an, dass ihn wenige Monate vor der Kommunalwahl der 35-jährige Jens Meyburg vom Chefsessel verdrängt hatte. Meyburg erhielt später nicht genügend Stimmen, um in den Rat einzuziehen. Die FDP rutschte auf ein Rekordtief ab, die Fraktion halbierte sich.

Parteichefin Winterstein nahm die Ohrfeige am Mittwochabend mit stoischer Gelassenheit hin, doch hinter den Kulissen brodelte es. "Die Rede ist so überflüssig wie ein Kropf", sagte Nils Tilsen, der seinen Wiedereinzug in den Rat 2011 ebenfalls verpasst hatte.

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