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FDP fordert Kondom-Automaten für Schulen in Hannover

Wahlprogramm FDP fordert Kondom-Automaten für Schulen in Hannover

In den weiterführenden Schulen Hannovers sollen Kondomautomaten aufgestellt werden, so steht es im Wahlprogramm, das die Liberalen am Dienstagabend beschlossen haben. Die Aids-Hilfe begrüßt den Vorschlag, Schulleiter sind skeptisch.

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Wenn es nach der FDP geht, könnten Schüler bald auf dem Pausenhof Kondome kaufen.

Quelle: dpa

Es klingt zunächst abseitig, aber die Forderung mit der die FDP in den Kommunalwahlkampf zieht, ist durchaus ernst gemeint: In den weiterführenden Schulen Hannovers sollen Kondomautomaten aufgestellt werden, so steht es im Wahlprogramm, das die Liberalen am Dienstagabend beschlossen haben. „Immer mehr Teenager werden schwanger“, sagt der Chef der FDP-Ratsfraktion, Jens Meyburg, zur Begründung. Deshalb sei es nötig, den Zugriff auf Verhütungsmittel an einem Ort zu ermöglichen, wo sich die Jugendlichen den größten Teil des Tages aufhielten. Zudem seien Klassenzimmer und Pausenhof auch die Zonen der ersten erotisch motivierten Kontaktaufnahme.

Im Schulamt und bei den Schulleitern trifft der Vorschlag auf Skepsis, jedoch nicht auf strikte Ablehnung. „Prinzipiell ist es möglich, solche Automaten in Schulen aufzustellen“, sagt Stadtsprecher Andreas Möser. Im Schuldezernat sei man aber der Ansicht, dass die Jugendlichen im Unterricht ausreichend aufgeklärt werden und selbst wissen, wo sie Präservative kaufen können. Diese Ansicht teilt Axel Knoth, stellvertretender Leiter der Goetheschule. „Im Biologieunterricht und im Fach Werte und Normen erziehen wir die Kinder zu verantwortungsvoller Sexualität“, sagt er. Zudem dürften die Automaten nicht in Pausenhallen stehen. „Wer sich dort vor aller Augen ein Kondom zieht, läuft Gefahr, gemobbt zu werden“, meint er. Allenfalls in den Schultoiletten könne er sich das vorstellen.

Mehr Rechte für "Flashmobs"

Genau da gehört ein Kondomautomat auch hin, sagt Bernd Weste von der Hannöverschen Aids-Hilfe. Er begrüßt die Idee der Liberalen, „denn so wird Jugendlichen einfach und schnell die Möglichkeit zur Verhütung gegeben“. 15- bis 18-Jährige hätten oft ungeschützten Sex, die Folge sei eine wachsende Zahl von Schwangerschaften unter Minderjährigen. „Auch zur Aidsprävention ist es wichtig, die Jugendlichen zu erreichen“, sagt Weste. In einigen Berliner Schulen gehörten Kondomautomaten bereits zum Inventar.

Sie gilt als bahnbrechende Erfindung der Pharmaindustrie. Am 1. Juni 1961 ist die Antibabypille erstmals in westdeutschen Apotheken verkauft worden. Die erste Variante trug den Namen "Anovlar".

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Noch ein weiteres „junges“ Thema greifen die Liberalen in ihrem Programm auf, die sogenannten Flashmobs, spontane Verabredungen von bisweilen Hunderten von Jugendlichen. Die Polizei dürfe solche Versammlungen nur auflösen, wenn Gefahr im Verzug sei, etwa Schlägereien drohen, fordert die FDP. Damit soll verhindert werden, dass die Polizei selbst dann einschreitet, wenn nur zu viel Müll liegen bleibt.

Andreas Schinkel

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