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Aus der Stadt Fachhochschule Hannover ist in den Planet M eingezogen
Hannover Aus der Stadt Fachhochschule Hannover ist in den Planet M eingezogen
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20:42 12.01.2011
Von Juliane Kaune
Geplant ist, den Planet M wieder zu illuminieren – wie im Jahr 2000 zur Expo-Zeit. Quelle: Archivbild

Natürlich hat er noch Expo-Erinnerungen. Gleich mehrfach hat Heiko Kupsch im Jahr 2000 die Weltausstellung besucht und dabei kaum einen der Pavillons ausgelassen. Auch nicht den markanten Planet M an der Expo-Plaza, in dem damals der Bertelsmann-Konzern die moderne Multimediawelt präsentierte. Dass er gut zehn Jahre später selbst in den ufoartigen Pavillon einziehen würde, hätte sich der Baudezernent der Fachhochschule Hannover (FHH) seinerzeit nicht träumen lassen. Jetzt ist es so weit: Kupsch ist mit seinen Mitarbeitern an die Expo-Plaza 4 umgesiedelt – heute folgen rund 60 Kollegen aus anderen Dezernaten der FHH-Verwaltung samt Präsidium. Der seit Langem vorbereitete Umzug der Fachhochschule in den Planet M ist endlich auf der Zielgeraden angekommen.

Erstmals seit mehr als 20 Jahren ist die Hochschulverwaltung, die bisher am Ricklinger Stadtweg und in der Hanomagstraße untergebracht war, nun unter einem Dach vereint. Die Büros wurden in dem dreigeschossigen, lang gestreckten Riegel des Expo-Pavillons eingerichtet – neben dem typischen Rundbau, der zum Markenzeichen des Gebäudes geworden ist. Gleich im Foyer werden Erinnerungen an die Weltausstellung wach: Die unübersehbare Bücherwand mit Literatur etlicher Jahrzehnte, die die Gäste im Jahr 2000 begrüßte, gibt es immer noch. „Wir müssen nur ein paar Stellen ausbessern“, sagt Kupsch.

In den Etagen darüber stapeln sich die Umzugskartons. Im Zimmer des amtierenen FHH-Präsidenten Prof. Werner Andres ist bereits der Schreibtisch aufgebaut. Auch Dagmar Thomsen, Leiterin des Präsidialbüros, hat sich nebenan schon weitgehend eingerichtet. „Nun haben die Kollegen aus der Verwaltung viel kürzere Wege“, sagt sie erfreut und sieht beim Fensterblick auf die Expo-Szenerie sehr zufrieden aus.

Die Mitarbeiter der zentralen Service- und Beratungsstellen für Studenten verbleiben indes am FHH-Stammsitz Ricklinger Stadtweg. Sie sind zuständig für alle rund 7300 FHH-Studenten – auch für die 1800 angehenden Akademiker, die an der Fakultät für Medien, Information und Design eingeschrieben sind. Die lernen schon jetzt in ehemaligen Expo-Gebäuden rund um die Plaza; dazu zählen das Design-Center (früher Global House), das Gebäude Expo-Plaza 12 (früher Europa-Haus) und die umgebaute Seilbahnstation des Weltausstellungsgeländes.

Weil es in den bestehenden Bauten zu eng geworden ist, werden die Studenten künftig auch den Planet M nutzen – und eigentlich sollten sie den Rundbau des Pavillons, der seit Sommer 2009 für sie umgebaut wird, zeitgleich mit dem Verwaltungstrakt beziehen. Doch nun dauert es doch noch länger. „Bei der Fertigstellung sind wir etwas im Verzug“, erklärt Kupsch beim Gang durch den Rohbau. Er hofft, dass bis zum Semesterstart am 1. März die wesentlichen Arbeiten abgeschlossen sind. Videoschnittplätze und Seminarräume für die gesamte Medienfakultät werden dort eingerichtet. Es entsteht zudem ein Kompetenzzentrum, in dem Forscher mit Firmen zusammenarbeiten und Praxisprojekte für Studenten anbieten. Vor allem die rund 100 Studenten, die in den Masterstudiengängen Fernsehjournalismus und Kommunikationsmanagement eingeschrieben sind, sollen von der hochmodernen Technik profitieren. 9,2 Millionen Euro hat das Land für den Pavillon samt Umbau, Ausstattung und Grundstück gezahlt.

Auch das Herzstück des Planet M wird für die Studenten runderneuert: Der aus dem Jahr 2000 bekannte Kinosaal mit Großleinwand und rund 200 Plätzen bleibt vollständig erhalten. „Wir haben die original Bestuhlung gesichert, auch die textile Wandbespannung mit ihrer hervorragenden Akustik wird weitergenutzt“, sagt Kupsch. Nagelneu ist dagegen die technische Ausstattung, die den Studenten und Medienexperten der FHH künftig für Präsentationen zur Verfügung stehen wird. Der spektakuläre Großraumfahrstuhl, mit dem die Expo-Gäste zur Multimediaschau von Bertelsmann gefahren wurden, musste aus Platzgründen weichen. Die Möglichkeit, den Pavillon wie zu Expo-Zeiten zu illuminieren, sei aber immer noch gegeben, sagt Kupsch. Ob das passiert, sei letztlich eine Kostenfrage. Gedacht ist auch daran, den Kinosaal, der zurzeit noch sehr nach Baustelle aussieht, zeitweise zu vermieten. Das Foyer im Erdgeschoss des Riegeltrakts soll ebenfalls für Firmenveranstaltungen oder andere öffentliche Anlässe nutzbar sein.

Der erste Termin ist schon gebucht: Ministerpräsident David McAllister wird den Planet M offiziell eröffnen – passenderweise mit viel Multimedia-Kino. Ein genaues Datum will Kupsch noch nicht nennen. Schließlich muss sich die Technik bis zu diesem Tag einwandfrei eingespielt haben. Und noch wagt der Baudezernent keine verlässliche Prognose, wann der letzte Bauarbeiter abgerückt sein wird.

Ein Projekt mit viel Wartezeit

Bis der Planet M für die Fachhochschule Hannover (FHH) umgenutzt werden konnte, war es ein langer Weg.

September 2005: Bertelsmann kündigt an, den Pavillon abreißen zu lassen, den der Medienkonzern zur Expo für 50 Millionen Euro errichten lassen hatte. Bis dato hatten sich alle Nachnutzungspläne zerschlagen, darunter ein Osteuropa-Zentrum, eine Bank für Wirtschaftsförderprogramme des Landes sowie ein Spionage-Museum.

April 2006: FHH-Präsident Werner Andres meldet offiziell Interesse an, den leerstehenden Pavillon für die Medienstudiengänge seiner Hochschule umbauen zu lassen; bereits seit 2001 lernen FHH-Studenten in anderen Gebäuden auf der Plaza. Bertelsmann vertagt den Abriss.

November 2006: In einer Klausurtagung beschließt die Landesregierung die Nachnutzungspläne durch die FHH. Beteiligt sind Finanzministerium, Wissenschaftsministerium, Wirtschaftsministeriums und Staatskanzlei.

März 2007: Die Verkaufsverhandlungen zwischen dem Land und Bertelsmann liegen auf Eis. Grund sind Steuerforderungen des hannoverschen Finanzamtes an den Gütersloher Konzern im Zuge der Übergabe. Es soll sich um 1,4 Millionen Euro Umsatzsteuern handeln, die die Behörde nachträglich fordert.

Dezember 2007: Die Verträge zwischen Land und Hochschule werden unterzeichnet. Der damalige Wissenschaftsminister Lutz Stratmann übergibt den symbolischen Schlüssel an Andres.

Juni 2008: Der von dem FHH-Präsidenten angestrebte Startschuss für den Umbau verschiebt sich. Das staatliche Baumanagement lässt die Pläne überarbeiten und gibt einen neuen Zeitplan vor.

Juli 2009: Der Umbau des Planet M beginnt mit einem Jahr Verspätung.

Dezember 2010: Die Arbeiten an dem Riegeltrakt des Pavillons, der für die FHH-Verwaltung vorgesehen ist, sind abgeschlossen. Eigentlich sollte der komplette Planet M, inklusive des ufoförmigen Rundbaus, bereits Ende November fertiggestellt sein.

11. bis 13. Januar 2011: Die Büros im Riegel werden bezogen; ein endgültiges Ende aller Bauarbeiten ist nun für Anfang März angekündigt.

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