Der Auftritt der legendären Blues-Gruppe war der Höhepunkt am Freitagabend auf dem Fährmannsfest. „Wir sind nur wegen Ten Years After gekommen. Das ist die Musik von früher“, sagte Lydia Wente (57), die zusammen mit ihrem Mann den Abend genoss. Die Generation der fünfziger Jahre schwelgte beim unverwechselbaren Klang der Band in Erinnerungen. „Das sind Woodstock-Veteranen, die musste ich sehen. Das war Pflicht“, sagte Ralf Förthmann (54). Die Hits der Band, wie „Love Like a Man“ oder „I’m Going Home“, sind unvergessen. Ten Years After, die seit 40 Jahren im Showgeschäft sind, begeisterten selbst die jungen Leute. Und nicht nur diese Band.
Bis Sonntag gab es auf dem Fährmannsfest am Lindener Weddigenufer kaum ein Durchkommen. Während am Freitag 4500 Menschen zu den Bühnen strömten, waren es am Sonnabend noch mehr. Als die Mittelalter-Rockband Schandmaul gegen 21 Uhr auf der Hauptbühne stand, mussten bei 6000 Besuchern die Kassen geschlossen werden. Programmmanager Peter Holik (55) spricht von drei wunderbaren Tagen: „Wir haben das unserem Großsponsor zu verdanken – dem Wettergott.“
Die Besucher lobten auch das Flair. „Es ist toll zu sehen, wie sich Alt und Jung mischen“, meinte Roxanne Keller (19), die zusammen mit Freunden gekommen war. Die Gastronomiebetreiber hatten sich einiges einfallen lassen. Statt normaler Bierbänke gab es Liegestühle und Couchsessel. Andere Besucher hatten es sich auf mitgebrachten Picknickdecken gemütlich gemacht und aßen die internationalen Köstlichkeiten, die es überall zu kaufen gab.
Ante Elin Müller (26) und ihre Freundin Margarita Mamsin (24) saßen auf Liegestühlen und beobachteten das Gewimmel. „Die Bands sind mir nicht so wichtig. Für mich zählt nur die Stimmung, und die ist klasse“, sagte Müller. Als Lindener Lokalpatriotin komme sie seit Jahren zum Fährmannsfest.
Am Sonntag lockten die Bands Die Blumen und Boppin’B noch einmal Tausende Menschen an die Justus-Garten-Brücke. Doch auch auf der anderen Seite der Ihme auf der Faustwiese war die Stimmung ausgelassen. ZiSH, die Jugendredaktion der HAZ, hatte die Regie auf der Kulturbühne übernommen. Dort spielten die Bands von Morgen. Vielleicht diejenigen, die dem Fährmannsfest irgendwann ein volles Haus bescheren werden. Auch Ten Years After hat ja mal angefangen.
Von Sarah Pancur und Sonja Fröhlich
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