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Aus der Stadt Fahrzeughalter muss für Fehlalarm zahlen 
Hannover Aus der Stadt Fahrzeughalter muss für Fehlalarm zahlen 
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21:06 23.02.2018
Wegen der hohen Zahl von Autoaufbrüchen allein in diesem Jahr rät die Polizeidirektion Hannover dazu, auch ältere Fahrzeuge mit Alarmanlagen nachzurüsten. Doch bei einem Fehlalarm kann das teuer werden. Quelle: dpa
Hannover

 Die Zahl ließ aufhorchen. Mehr als 100 Autoaufbrüche in den ersten sechs Wochen dieses Jahres vermeldete die Polizeidirektion Hannover in der vergangenen Woche. Geschätzter Schaden: Rund eine Millionen Euro. Als bestes Mittel, um die Täter abzuschrecken, empfahl die Behörde den Einbau von Alarmanlagen. „Die sicherste Methode, dass die Täter ohne Ihren Airbag, Ihr Navi, und Ihre Wertgegenstände die Flucht ergreifen, ist die Installation einer Alarmanlage“, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Unerwähnt blieb, dass bei einer Fehlfunktion der Anlage die Halter zur Kasse gebeten werden können.

125 Euro sind nach Allgemeinen Gebührenordnung fällig für „Amtshandlungen der Polizei auf dem Gebiet dewr Gefahrenabwehr“. „Es ist richtig, dass wir Gebühren in Fällen verlangen, wenn die Alarmanlage eines Autos losgeht, ein Streifenwagen vorbeikommt und die Kollegen keine Aufbruchsspuren an dem Fahrzeug entdecken“, sagt Behördensprecherin Kathrin Pfeiffer. Dirk Schulte, Anwohner des Zooviertels, hat diese Erfahrung bereits machen müssen.  Wegen ungerechtfertigten „Alarmierens der Polizei durch eine Überfalls- und Einbruchsmeldeanlage mit Fahrzeugeinsatz“ erhielt er eine Rechung in Höhe von 125 Euro. Im April 2014 war der VW Touran seiner Frau aufgebrochen worden. Die Täter nahmen das Navi mit. Wenige Monate später ging mitten in der Nacht die Alarmanlage des VW los. „Ich rief sofort die Polizei“, schreibt Schulte der HAZ. Ein Streifenwagen rückte an, die Beamten konnten keine Aufbruchsspuren an dem Auto entdecken und stuften den Vorfall als Fehlalarm ein. Aus der Zeitung erfuhr Schulte später, dass in dieser Nacht im Zooviertel mehrere Fahrzeuge aufgebrochen worden waren. „Bis heute bin ich sehr verärgert darüber, dass man für den Versuch der Polizei zu helfen bestraft wird“, schreibt er.

In Nordrhein-Westfalen sind derartige Gebühren für die Bürger vor rund zwei Jahren gestrichen worden. „Wir sind damals zu der Überzeugung gekomme, dass wir die Bürger nicht einerseits dazu aufrufen können, bei jedem Verdacht die 110 zu wählen und ihnen dann andererseits bei Fehlalarmen die Kosten für den Einsatz aufzubrummen“, sagt Wolfgang Beus, der Sprecher des Innenministeriums in Nordrhein-Westfalen. Gebühren werden im Nachbarbundesland nur dann fällig, wenn die Polizei Schwertransporte begleiten muss – und beim Mißbrauch der Notrufnummer.

Im niedersächsischen Innenministerium denkt man derzeit nicht über eine Änderung der Gebühenordnung nach dem NRW-Vorbild nach. „Das ist bei uns kein Thema“, sagt ein Sprecher des Ministeriums.

Von Tobias Morchner

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