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Falsche Dachdecker prellen Seniorin

Männer installieren ungefragt Dachrinne Falsche Dachdecker prellen Seniorin

Zwei Osteuropäer haben einer 76-Jährigen gegen ihren Willen eine neue Dachrinne installiert. Die Rentnerin zahlt dennoch dafür - aus Angst. Es ist nicht der erste Fall dieser Art in der Region. 

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Die 76-Jährige hat ihre Dachrinne inzwischen von einem Fachmann reparieren lassen.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Mit einer dreisten Masche haben kriminelle Dachdecker eine Seniorin in Seelhorst um mehrere Hundert Euro betrogen. Selbst die Polizei, die von der 76-Jährigen alarmiert wurde, konnte die zwei Männer aus Osteuropa nicht stoppen. Die Rentnerin blieb auf einem Schaden von mehr als 1000 Euro sitzen. Es ist nicht der erste Fall in der Region.

Der Betrug ereignete sich bereits am Donnerstag vor eineinhalb Wochen. Die 76-Jährige, die aus Angst vor den Betrügern ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, arbeitete um die Mittagszeit im Garten ihres Einfamilienhauses. „Dann standen plötzlich zwei Männer vor mir, die mir sagten, meine Dachrinne würde tropfen“, sagt sie. Obwohl die Rentnerin den beiden Unbekannten, die sich als Dachdecker ausgaben, erklärte, ihre Dachrinne sei erst kürzlich erneuert worden, ließen die beiden nicht locker. „Sie sagten, sie würden es sich mal anschauen und wenn es nötig sei, die Dachrinne für 150 Euro reparieren“, sagt die Seniorin, die allein in dem Haus lebt.

Die beiden mutmaßlichen Handwerker stellten dann eine Leiter an die Hauswand und kletterten herauf. „Ehe ich irgendetwas unternehmen konnten, fingen sie an, die Dachrinne herunterzureißen“, sagt die 76-Jährige, der die Sache dann nicht mehr geheuer war. „Ich habe ihnen mehrfach gesagt, sie sollen damit aufhören, doch sie taten so, als ob sie mich nicht verstehen würden.“ Die Rentnerin rief daraufhin einen Bekannten an, der ihr wenig später zu Hilfe kam. Als sie auch mit vereinten Kräften nicht schafften, die beiden Osteuropäer zu stoppen, riefen sie die Polizei.

Als die Beamten an dem Haus ankamen und mit der 76-Jährigen sowie den beiden vermeintlichen Dachdeckern gesprochen hatten, sah es nach Informationen der Behörde danach aus, als ob die Dame die Männer beauftragt hatte, ihre Dachrinne zu säubern. Erst danach hatten die Männer begonnen, die Dachrinne zu erneuern. „Da es sich bei der Sache aber um einen zivilrechtlichen Streit handelte, ist die Polizei nicht zuständig“, sagt Polizeisprecher André Puiu. Daher empfahlen die Beamten sowohl der 76-Jährigen als auch den beiden vermeintlichen Handwerkern, ihre Forderungen zivilrechtlich geltend zu machen, und nahmen die Personalien der beiden Parteien auf. Als die beiden mutmaßlichen Handwerker dennoch weiterhin die Seniorin bedrängten, erteilten die Polizisten ihnen einen Platzverweis.

Dennoch zahlte die Seniorin den Betrügern 600 Euro für die vier Meter Dachrinne, die sie ausgetauscht hatten. „Ich hatte einfach Angst, dass sie sonst wieder kommen würden“, sagt sie. „Unter anderem hat einer der beiden immer wieder in einer Sprache telefoniert, die ich nicht verstehe.“ Außerdem sei während der Arbeiten ein Auto vorbeigefahren, mit dessen Fahrer sich die mutmaßlichen Dachdecker Zeichen gaben.

Die 600 Euro blieben nicht die einzigen Kosten für die betrogene Seniorin. Weil die neue Dachrinne undicht war, musste sie ein Unternehmen beauftragen, das den von den Betrügern angerichteten Schaden wieder behob. „So etwas habe ich bisher noch nicht gesehen“, sagt Achim Melching. Der Monteur von der Firma Friedrich Bedachungen installierte in der vergangenen Woche eine neue Dachrinne am Haus der 76-Jährigen. Die Betrüger hatten dort nicht nur eine billige Plastikrinne verbaut, „als Fallrohr hatten sie so etwas wie ein Ofenrohr befestigt“, sagt Melching.

Im vergangenen Jahr machte ein ähnlicher Fall aus Wunstorf Schlagzeilen. Auch dort überrumpelten zwei junge Männer eine Rentnerin und erzählten ihr, zwei Ziegel auf ihrem Dach seien kaputt. Für deren Auswechslung und 30 Minuten Arbeit, nahmen die Betrüger der Frau 1300 Euro ab.

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