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Aus der Stadt Falscher Professor täuschte Banken
Hannover Aus der Stadt Falscher Professor täuschte Banken
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00:26 16.10.2015
Von Michael Zgoll
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Er zahlte private Darlehen nicht zurück, blieb Telefon- und Anwaltsrechnungen schuldig und kassierte als vorgeblicher Vorstand eines Caritas-Fördervereins 2700 Euro von der Klosterkammer – für ein Kunstprojekt, das schon bezahlt war. Doch wartete Amtsrichter Olaf Wöltje am Dienstag vergeblich auf den Angeklagten: Der 44-Jährige hatte sich krankgemeldet. Noch im Gerichtssaal hakte der Richter per Telefon nach und erfuhr von einem Arzt, dass P. tatsächlich fiebrig und somit verhandlungsunfähig war.

Die Anklage wirft dem selbsternannten Akademiker gewerbsmäßigen Betrug, Titelmissbrauch und Urkundenfälschung in 14 Fällen vor; die Taten sollen sich zwischen 2010 und 2014 abgespielt haben. P. benutzte auch gefälschte Namen, wertete sich gern mit dem Zusatz „PhD“ – Doctor of Philosophy – auf. Dieser Titel wird im englischsprachigen Raum von Philosophieprofessoren, aber auch von Doktoren anderer Fachrichtungen verwendet. Als Stätten seines Wirkens gab P. Unis in Hannover und Göttingen an. Um sich noch wichtiger zu machen, erzählte er gern, dass er für den amerikanischen Geheimdienst arbeite.

Tatsächlich verlieren sich die Spuren von P.s akademischer Laufbahn um die Jahrtausendwende; damals war er erst in Dresden, dann in Hannover als studentische Hilfskraft tätig. Seither lebt er mit Familie in Linden. Dass seine Großmannssucht nicht immer der persönlichen Bereicherung diente, bewies er laut Anklage 2010: Damals beauftragte P. ein Architekturbüro, Pläne für die Erweiterung einer Kita zu entwerfen. Doch die Rechnungen von gut 11.000 Euro wurden nicht beglichen – zumal der Vorstand nichts von diesem Auftrag wusste.     

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