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Aus der Stadt Schwitters` Geburtshaus liegt woanders
Hannover Aus der Stadt Schwitters` Geburtshaus liegt woanders
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00:17 27.05.2016
Von Conrad von Meding
Das wahre Geburtshaus Kurt Schwitters’ ist das Gebäude mit der Nummer 8 in der Rumannstraße (links), das vermeintliche ist das mit der Nummer 2 (rechts).  Quelle: Kutter/HAZ (Montage)
Hannover

Auch die von Schülern des Kurt-Schwitters-Gymnasiums erstellten Webseite über den Lebensweg des Kunstschaffenden und sogar eine Biografie nennen eine falsche Adresse. Hobbyhistoriker Prof. Walter Selke hat mit Unterstützung von Stadtarchiv-Mitarbeiter Christian Heppner herausgefunden: Schwitters wurde drei Häuser weiter geboren. Kleine Pointe: Bisher wird bei Führungen stets traurig mitgeteilt, dass das nach dem Krieg errichtete Haus leider nicht das Original sei, sondern ein Wiederaufbau. Das echte Geburtshaus aber ist trotz Kriegszerstörungen erhalten – zumindest noch im Erdgeschoss, wo Familie Schwitters 1887 lebte.

Was man sich in der Nachbarschaft erzählt

Kurt Schwitters, einer der wenigen hannoverschen Künstler von Weltrang, kam am 20. Juni 1887 als Kurt Hermann Eduard Karl Julius frühmorgens um 2.30 Uhr zur Welt. Für den frisch erschienen „The Kurt Schwitters Society Newsletter“ haben Selke und Heppner akribisch zusammengetragen, dass der Vater Eduard Teilhaber eines Damenkonfektionsgeschäfts am Theaterplatz 15 (heute: Rathenaustraße 15) war und die Familie bereits 1886 in der Rumannstraße 2 die Erdgeschosswohnung bezogen hat. Selke, der heute in Burgwedel wohnt, ist selbst in der Rumannstraße 3 aufgewachsen – und weiß daher, was man sich in der Nachbarschaft erzählt. Dass nämlich 1956 die Hausnummern in der Rumannstraße geändert wurden und sich fortan die geraden auf der einen und die ungeraden auf der anderen Seite fanden. „Das Geburtshaus von Kurt Schwitters ist heute die Rumannstraße 8“, sagt Selke. 80 Prozent des Gebäudes sind kriegszerstört. Sogar die Decke über dem Erdgeschoss war kaputt – aber das Erdgeschoss selbst ist erhalten. Der 69-Jährige war Physikprofessor an der Rheinisch-Westfälischen Hochschule in Aachen und hat sich aus Neugierde der Forschung angenommen.

Keine Würdigungen an Schwitters-Häusern

Die Familie Schwitters ist in Hannover mehrfach umgezogen. Im September 1893 zog sie in die Waldstraße 84, die später Waldstraße 9 und dann 5 hieß und jetzt die Waldhausenstraße 5 in Waldhausen ist – dort stand der berühmte Merz-Bau, dessen Kopie jetzt im Sprengel-Museum steht. In Norwegen und England, wohin Schwitters vor den Nazis emigrierte, erinnern Plaketten an den Häusern daran, wo er gewohnt hat. In Hannover hat man solch eine Würdigung bisher weder in der Waldhausenstraße noch am falschen Geburtshaus geschafft (erst recht nicht am richtigen). Im Ausland verwundert solch ein 
geschichtsloser Umgang. Gwendolen Webster, die Vorsitzende der britischen Kurt-Schwitters-Society, schlägt im Newsletter vor, auch in Hannover eine Erinnerungsplakette anzubringen. Zumindest am richtigen Geburtshaus.     

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