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Familie Wierse testet E-Golf eine Woche im Alltag

Advertorial Familie Wierse testet E-Golf eine Woche im Alltag

Für die HAZ steht die vierköpfige Familie Wierse aus Pattensen-Reden eine Woche lang unter Strom. Die Wierses testen einen vollelektrischen VW-Golf auf seine Alltagstauglichkeit – und wollen ihn an seine Grenzen bringen.

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Auch Sohn 
Jakob (re-) ist fasziniert von der Technik: 
Ralf und Barbara Wierse am 
Steuer eines elektrifizierten Golfs.

Quelle: Körner

Hannover. Ob das gut geht? Am Sonntag will Familie Wierse in das Dorf Engter nördlich von Osnabrück fahren, Freunde haben zu einer Familienfeier eingeladen. 133 Kilometer hin, 133 Kilometer zurück. Mit dem VW-Tiguan von Ralf Wierse wäre das kein Problem. Mit dem Opel-Astra von Barbara Wierse auch nicht. Ab heute aber sind die Wierses eine Woche lang HAZ-Testfahrer eines vollelektrischen Golfs von Volkswagen. Offiziell schafft der zwar bis zu 300 Kilometer am Stück - aber sogar VW räumt ein, dass im Alltagsbetrieb schon 200 Kilometer gut wären, mit zwei Kindern auf der Rückbank, bei Regen vielleicht mit Scheibenwischer und bei Dunkelheit mit Licht. Das Nachtanken dauert 5,5 Stunden - an einer Standard-Ladestation irgendwo neben der Autobahn. Am 230-Volt-Hausanschluss bei den Freunden in Engte wären es sogar eher 17 Stunden.

Advertorial

Wie praxistauglich sind e-Autos wirklich? Diese Frage wollen wir in Kooperation mit VW beantworten. Leser der HAZ und weiterer Zeitungen der Madsack Mediengruppe testen eine Woche lang zehn ausschließlich mit Strom betriebene Fahrzeuge, die von VW zur Verfügung gestellt wurden. Lesen Sie die Alltagserlebnisse unserer Leser mit der neuen Technik.

Ralf Wierse ist Ingenieur. Probleme sind für ihn eher Ansporn als Dilemma. „Ein bisschen Abenteuer muss doch sein“, sagt er, ergänzt allerdings: „Aber auch nur, weil es ein Test ist. Im Alltagsbetrieb erwarte ich von einem Auto, dass man nach Osnabrück und zurück fahren kann, ohne vorher komplizierte Studien über Lademöglichkeiten anzustellen.“

Gut 600 Interessierte haben sich auf den Test beworben, für den VW zehn neue e-Golf an zehn Standorten der Madsack Mediengruppe zur Verfügung stellt. In Dresden testen zwei Studenten den Wagen, in Göttingen ist es ein pensionierter Schulleiter, in Brandenburg nimmt die Belegschaft des SOS-Kinderdorfs den Wagen in den Testbetrieb (alle Teilnehmer finden sich heute in unserer Auto-Beilage). Allein auf den hannoverschen Aufruf hatten sich 150 Kandidaten beworben.

Die Wierses sind schon allein deshalb interessante Tester, weil Ralf Wierse von Berufs wegen nicht im Verdacht steht, beim Thema e-Mobilität voreingenommen zu sein. Der Ingenieur arbeitet bei der Firma One Subsea. Das Unternehmen in Celle gehört zu Schlumberger, dem weltweit größten Zulieferer für die Erdölbranche. Der 47-Jährige arbeitet in Celle an der Entwicklung des Untersee-Equipments für Erdölplattformen auf dem Meer. Ein Ölexperte als Tester für ein e-Auto - ist das ein Widerspruch?

Nein, sagt Ralf Wierse. Erdöl zu fördern werde noch sehr lange nötig sein, weil die Raffinerieprodukte für Antriebe etwa bei Schiffen oder Flugzeugen benötigt würden und als Rohstoffe für die Kunststoffproduktion. „Aber für den privaten Verkehr mit Explosionsmotoren ist es wirklich nicht mehr der zeitgemäße Treibstoff.“ Ob aber die e-Mobilität eine Alternative ist, das wollen er und seine Familie jetzt probieren.

Für den e-Golf gibt es ein umfassendes Testprogramm. Die Familie wohnt im beschaulichen Dorf Pattensen-Reden südlich von Hannover, öffentlichen Nahverkehr gibt es dort praktisch nicht. An einigen Tagen wird Wierse mit dem Wagen nach Celle zur Arbeit fahren. An anderen wird Barbara Wierse den Wagen nutzen: Sie ist Lehrerin an der Ludwig-Windthorst-Schule am Altenbekener Damm in Hannovers Südstadt. Der Wagen wird sich beim Familieneinkauf bewähren müssen. Die Söhne Jakob (13) und Ingmar (9) werden zum nachmittags Sport kutschiert - gleich morgen, am Sonntag, geht es zum Hockeyturnier nach Braunschweig. Mit seinen Sportsfreunden hat Jakob verabredet, dass es dort ein Mannschaftsfoto am e-Golf gibt - die Technik fasziniert ihn. Die Wierses werden testen, wie das Laden zuhause und an fremden Ladestationen funktioniert, wie realistisch die angegeben Reichweiten sind, wo die Stärken und Schwächen des Wagens liegen.

In der nächsten Woche wird die HAZ täglich berichten, wie sich der e-Golf im Familien-Belastungstest macht. Und weil alle zehn Tester bundesweit Fahrtenbuch führen und die Redaktionen der Madsack Mediengruppe die Erfahrungen protokollieren, gibt es Anfang Juni eine Zusammenfassung des bislang größten Privattestprojekts in Deutschland.

Der E-Golf

Auf 100 Kilometer verbrauchen Elektrofahrzeuge keinen Liter Sprit. Und da sie in der Regel nur mit Strom aus regenerativer Erzeugung geladen werden, betragen auch die Kohlendioxidemissionen: Null. VW experimentiert seit den Siebzigerjahren mit Stromfahrzeugen, zuletzt hatten aber eher die Mitbewerber mit Innovationen die Nase vorn. Mit dem frisch überarbeiteten e-Golf wollen die Wolfsburger jetzt aufholen.
Der Wagen leistet 136 PS (100 kW) und beschleunigt in 9,6 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde. Die Lithium-Ionen-Batterien (Kapazität: 35,8 kWh) liegen zwischen den Achsen. An Schnellladesäulen kann der Wagen in einer Stunde auf 80 Prozent seiner Speicherkapazität geladen werden, an einer Starkstromdose (7,2 kW, Wallbox) sind es knapp sechs Stunden bis zur Vollladung.
Reichweitenmonitore zeigen, wie weit die Reserve trägt. Im Display ist auch zu sehen, wann der Motor Strom zieht und wann beim Bremsen der Akku geladen wird („Rekuperation“). Der Grundpreis beträgt 35.900 Euro.

 

Interview mit Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion und erfahrener E-Auto-Nutzer

„Nicht ohne Nachladen“

Herr Nowak, auch privat sind Sie überzeugter E-Mobilist. Unsere Testfamilie will am Sonntag gut 260 Kilometer mit dem e-Golf zu einer Familienfeier fahren. Geht das?

Natürlich geht das. Wenn man aber elektrisch fährt, muss man sich vorher Gedanken über die Strecke machen und sich über die Lademöglichkeiten informieren.

Aber mit Kindern endlos an einer Autobahnraststätte stehen und laden – das ist doch irrational.

Ohne Nachladen kann ein e-Golf diese Strecke nicht bewältigen. Hin geht zwar problemlos, aber nicht zurück. Deshalb sollte die Familie während der Aufenthaltszeit eine Lademöglichkeit suchen.
Nun ist der Zielort aber ein Dorf, dort gibt es keine Ladestationen.

Aber vielleicht haben Freunde der Freunde ein e-Auto und daher eine leistungsfähige Wallbox in der Garage. Ansonsten gibt es nahe der Autobahn bei Melle eine Schnellladestation, an der die nötige Reichweite bis Hannover in weniger als 30 Minuten nachgeladen werden kann. Insgesamt wird das Netz an Ladestationen immer dichter.

Wie sieht es denn in Hannover damit aus?

Die Ladeinfrastruktur wird immer besser. Vor allem, weil immer mehr Handelsketten Stationen aufbauen. Aktuell gibt es in Hannover 162 Ladepunkte an 41 Säulen. Davon sind 56 Schnellladepunkte mit mehr als 20 Kilowatt, an denen der Testgolf rund eine Stunde für eine Komplettladung braucht. Im Regelfall laden E-Mobilisten dort, wo ihr Auto länger steht: daheim oder am Arbeitsplatz. Da spielt Zeit keine Rolle.

Interview: Conrad von Meding

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