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Hooligan-Überfall

Fanbeauftragter mahnt zu Besonnenheit


Zwei Tage nach dem Überfall von Eintracht-Braunschweig-Fans auf die Gaststätte „Nordkurve“ in Hannover hat sich die Geschäftsführung des Fußball-Drittligisten von dem Vorfall distanziert.

„Jede Form von Gewalt wird von uns abgelehnt. Echte Fußballfans sollten dies genauso sehen und ihren Verein unterstützen, anstatt Fans anderer Vereine anzugreifen“, sagte gestern Eintracht-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt.

Rund 30 vermummte Personen waren am Sonnabend während der Fernsehübertragung des Fußballspiels Borussia Mönchengladbach gegen Hannover 96 in die Sportsbar am Schützenplatz gestürmt und hatten die 100 Anwesenden mit Flaschen und Gläsern beworfen. Die Polizei überprüfte später eine Gruppe von 40 Jugendlichen und die Insassen eines Kleinbusses. Sie stammen alle aus der Region Braunschweig. Einige von ihnen sind der Polizei als Gewalttäter bekannt.

Die Jugendlichen wollten zum Hockeyspiel der 2. Herren von Hannover 78 gegen die Mannschaft der Eintracht. „Beim Fußball haben viele von ihnen in Braunschweig Stadionverbot. Deshalb suchen sie sich andere Sportarten aus, um dort ihren Verein zu unterstützen“, sagte Hubertus Gleitze, einer der szenekundigen Beamten in Hannover. Zu dem Besuch der Hockeypartie ist es nicht mehr gekommen, weil die Polizei den Jugendlichen Platzverweise erteilte. Eine Beteiligung an dem Überfall auf die „Nordkurve“ können die Ermittler den Verdächtigen allerdings nicht nachweisen, weil die Angreifer vermummt waren und von den Zeugen nicht identifiziert werden können.

Hannovers Fanbeauftragter Frank Watermann hofft, dass die Anhänger von Hannover 96 nach dem Vorfall vom Sonnabend nicht unüberlegt reagieren: „Es darf nicht Gleiches mit Gleichem vergolten werden“, sagte er. Auch Braunschweigs Fanbeauftragter Jan Marek war von dem Vorfall überrascht worden: „Mir war nicht bekannt, dass sich gewaltbereite Fans auf dem Weg nach Hannover befinden, wo doch 96 kein Heimspiel hatte. Es war offenbar eine spontane Aktion.“

Der Überfall ist auch in den Internetforen das Thema: „Es war schlimm. Erst ein paar Schlachtrufe, gefolgt von Halbliter-Bierkrügen, die durch den Raum geworfen wurden. Die reinste Panik brach aus“, schreibt ein 96-Fan. „Wie erbärmlich, dämlich und feige muss man sein, eine solche Aktion abzuziehen“, schreibt Eintracht-Anhänger Fussel.

von Tobias Morchner und Jannik Meck

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Hannover in Zahlen

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