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Aus der Stadt Fanprojekt Hannover feiert 25-Jähriges
Hannover Aus der Stadt Fanprojekt Hannover feiert 25-Jähriges
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13:41 16.04.2010
Von Mathias Klein
Hannover Fanprojekt:Marcus Mau ( FP Gelsenkirchen), Stefanie Bolte (FP Hannover), Bernd Kischning (Einsatzleiter Han.) und Prof.Dr. Thomas Feltes. Quelle: Rainer Surrey

Markus Mau hat für Hannover nur lobende Worte. Das hat vor allem mit den Konfliktmangern der Polizei zu tun und mit dem zurückhaltenden Polizeieinsatz während der Heimspiele von Hannover 96, meint der Fan von Schalke 04. Mau vom Fanprojekt Gelsenkirchen war erst am vergangenen Sonnabend zum Auswärtsspiel seiner Schalker in der AWD-Arena. Die unerwartete 4:2-Niederlage hat er gut weggesteckt, gestern war er wieder im hiesigen Stadion – zu einer Fachtagung, in der das sogenannte Hannover Modell der Fanbetreuung im Vordergrund stand.

Die Koordinationsstelle Fanprojekte hatte Fanbeauftragte und Polizisten aus ganz Deutschland nach Hannover eingeladen. Anlass für die Tagung ist das 25-jährige Bestehen des hannoverschen Fanprojekts. Am heutigen Freitag wird deshalb der Mitbegründer und Partner des Projekts, Prof. Gunter Pilz vom Institut für Sportwissenschaften der Leibniz Universität Hannover, von Oberbürgermeister Stephan Weil geehrt. Auch der Präsident des Deutschen Fußballbundes, Theo Zwanziger, hat sich angemeldet.

Am Donnerstag wurde Pilz nur kurz gelobt, vom hannoverschen Sozialdezernenten Thomas Walter. Dieser bezeichnete den Professor als „obersten Fan“ von Hannover 96 – auf wissenschaftlicher Ebene. Der Sozialdezernent stellte das Veranstaltungsmotto „Kommunikation schafft Sicherheit“ heraus. „Das sollte auch das Motto der Viererkette von Hannover 96 sein“, meinte er.

Zum „Hannover Modell“ gehören neben ständigen Gesprächen zwischen Polizei und Fanbeauftragten Treffen zwischen Fans und Spielern oder alkoholfreie Fahrten für junge 96-Anhänger zu Auswärtsspielen. Außerdem ist der Kontakt zu den Fanbeauftragten des nächsten Gegner sehr wichtig, berichtet Stefanie Bolte vom Fanprojekt Hannover. „Wir telefonieren vorher viel miteinander“, berichtete sie. Zusätzlich suchen Sozialpädagogen Kontakt zu gewaltbereiten Fans.

Begegnungen zwischen Schalke und Hannover sind aber unproblematisch, weil die Anhänger beider Vereine gut miteinander klarkämen, erläuterte Bolte. Anders sei das zum Beispiel aus 96-Sicht mit Bremen oder mit Wolfsburg. „Da gibt es offene Rechnungen“, meinte sie. Richtig zufrieden ist auch der hannoversche Einsatzleiter der Polizei, Bernd Kirschning, mit dem „Hannover Modell“. „Innerhalb der Arena haben wir keine Probleme“, berichtete er. Das liege auch am guten Ordnerdienst von Hannover 96. Der Bochumer Kriminologe Prof. Thomas Feltes setzte sich bei der Tagung unter anderem für einen noch stärkeren Dialog zwischen Fans und der Polizei ein. „Wir brauchen keine Stadionverbote oder Alkoholverbote“, meinte er.

Mehr Kreativität und Flexibilität bei der Polizei könnten Gewalttätigkeiten besser verhindern helfen. Er bemängelte auch „Die Angst vieler Polizisten, mit den Fußballfans zu reden“. In Gelsenkirchen ist das alles einfacher, dort brauchen sich Polizei und Fanbeauftragte nicht ganz so viele Gedanken machen. „Da gibt es keine Berührungspunkte zwischen den Fan-gruppen“, berichtet Mau. Die Fans der Gastmannschaft kommen in Gelsenkirchen am Bahnhof an, steigen dort in Busse und werden in den Gästeblock der Veltins-Arena gebracht. „Das ist für Gästefans aber eher unangenehm“, sagte Mau. Er lobte die Freiheit in Hannover, wo auch die auswärtigen Fans zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Stadion kommen können.

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