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96-Fans randalieren im Braunschweiger Bahnhof

Bundespolizei 96-Fans randalieren im Braunschweiger Bahnhof

Etwa 25 bis 30 Fußballfans von Hannover 96 haben auf der Rückreise vom Auswärtsspiel in Dresden am Sonntagabend im Braunschweiger Bahnhof randaliert. Die Bundespolizei war überrascht, da es sich "um vermeintlich ganz normale Fans" handelte.

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Quelle: dpa/Symbolbild

Hannover. Fußball-Chaoten von Hannover 96 haben am Sonntag in Braunschweig randaliert. Auf der Rückreise vom Auswärtsspiel ihrer Mannschaft in Dresden, warfen die Vermummten bei einem Zwischenstopp am Braunschweiger Hauptbahnhof Flaschen auf zwei Bundespolizisten. Zudem zündeten sie Pyrotechnik und warfen Böller auf Reisende am Bahnsteig – darunter auch Frauen und Kinder.

Nach Angaben der Bundespolizei hielt der reguläre IC, mit dem rund 350 Anhänger der „Roten“ unterwegs waren, um 20.50 Uhr am Braunschweiger Bahnhof. Etwa 25 bis 30 Chaoten verließen den Zug und stimmten auf dem Bahnsteig Schmähgesänge gegen die Mannschaft des Erzrivalen Eintracht Braunschweig an. Als sich eine Streife der Bundespolizei den aggressiven und zum Teil betrunkenen Hannover-Anhängern näherte, eskalierte die Situation. „Die Kollegen wurden beleidigt und bepöbelt“, sagt Bundespolizeisprecher Martin Ackert.

Fans vermummt

Anschließend verschwand die Randalierer kurz im Inneren des Zuges. Dort vermummten sie sich mit Fanschals und Sturmhauben und bewaffneten sich mit zum Teil vollen Glasflaschen. Anschließend stürmten sie wieder auf den Bahnsteig. Dort warfen sie die Flaschen auf die Bundespolizisten. Dann zündeten sie Böller und Pyrotechnik und warfen sie auf den Bahnsteig. Nach Angaben der Bundespolizei wurde eine Frau, die ein Kleinkind auf dem Arm trug, nur knapp von den Wurfgeschossen verfehlt. Anschließend flüchteten die Täter wieder in den IC, und der Zug setzte seine Fahrt fort. In Hannover angekommen, stiegen die Täter gemeinsam mit den übrigen Reisenden aus dem IC und konnten unerkannt entkommen. „Wir konnten in der kurzen Zeit nicht genügend Kräfte zusammenziehen, um nach den Verdächtigen zu suchen“, sagt Bundespolizist Ackert.

Neue Qualität der Gewalt

Der Vorfall am Braunschweiger Bahnhof offenbart eine neue Qualität der Gewaltbereitschaft der 96-Fans. Denn in dem IC befanden sich, nach Angaben der Behörde, keine sogenannte Problemfans, also Chaoten, die in der Vergangenheit bereits mehrfach durch Straftaten im Zusammenhang mit Fußballspielen aufgefallen waren. „Die Problemfans waren alle konspirativ mit Autos und Kleinbussen nach Dresden angereist. Deshalb hatten wir keine Hinweise darauf, dass es mit den 350 Fans im Zug Probleme geben könnte“, sagt Ackert.
Die Polizeidirektion Hannover wartet unterdessen weiter auf eine Antwort der Deutschen Fußball-Liga (DFL) auf ihre Bitte, das Zweitliga-Derby zwischen Hannover und Braunschweig vom Ostersonntag auf den Gründonnerstag zu verlegen. Das Spiel bindet viele Einsatzkräfte, weil es als Hochrisikopartie eingestuft wird. Der Ostersonntag liegt mitten in den Osterferien, so dass Polizisten mit schulpflichtigen Kindern keinen Urlaub beantragen können. Offiziell will die DFL den Termin für das Niedersachsen-Derby in der Woche ab dem 13. März bekannt geben. 
     

tm/sbü

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