Hannover. Sie beschmierten das Treppenhaus mit schwarzer Lackfarbe und die Wohnungstür des Betroffenen mit roter Malerfarbe. Außerdem verklebten sie das Schloss der Wohnungstür. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Auch die Bundeswehr stuft den Vorfall als Verschärfung der Proteste ein. „Dieser Farbanschlag ist wieder etwas ganz anderes“, erklärte Oberstleutnant Thomas Poloczek.
In den vergangenen Jahren hatten die Biwak-Gegner ihren Unmut über die militärische Veranstaltung durch das Beschmieren von Denkmälern und durch Brandstiftung an einem Holzpavillon im Stadtpark zum Ausdruck gebracht. Im aktuellen Fall kann sich der geschädigte Leutnant nicht erklären, warum er Opfer des Farbanschlags geworden ist. „Ich bin noch nie Gast auf dem Sommerbiwak gewesen“, erklärte der 29-Jährige dieser Zeitung.
Die 1. Panzerdivision lädt am 8. Juli Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft unter dem Motto „Orient und Okzident“ zum 38. Sommerbiwak in den Stadtpark ein. Trotz des Sprengstoffanschlags Ende Mai in Afghanistan, bei dem drei Soldaten getötet und der Kommandeur der 1. Panzerdivision, Generalmajor Markus Kneip, verletzt wurden, lehnte die Bundeswehr eine Absage des alljährlichen Festes ab. Möglicherweise ist es diesem Umstand geschuldet, dass die aktuellen Proteste gegen das Fest im Stadtpark einen deutlich verschärften Charakter angenommen haben. Die Bundeswehr nimmt die Schmierereien im Haus des Reservisten ernst. „Wir planen allerdings keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen am Tag des Biwaks“, teilte Thomas Poloczek mit.
Die Gegner des Sommerfestes der 1. Panzerdivision haben für den 8. Juli eine Kundgebung auf dem Theodor-Heuss-Platz und zwei Kurzdemonstrationen rund um das Stadtparkgelände angemeldet. Rund 200 Menschen werden sich nach Schätzungen der Anmelder an den Aktionen beteiligen. Zwar werde in der linken Szene derzeit gegen die Bundeswehr mobilisiert und zur Störung des Biwaks aufgerufen. „Wir haben uns kräftemäßig auf diese Situation eingestellt“, sagte Polizeisprecher Holger Hilgenberg.
Bei dem Fest im vergangenen Jahr hatten rund 30 Bundeswehrgegner, die sich in festlicher Abendkleidung zunächst unbemerkt Zutritt zu dem Biwak verschafft hatten, versucht, die Veranstaltung zu stören. Feldjäger führten die Demonstranten ab und übergaben sie der Polizei.
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