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Aus der Stadt Farbanschlag auf Tierärztliche Hochschule
Hannover Aus der Stadt Farbanschlag auf Tierärztliche Hochschule
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20:39 05.08.2009
Von Tobias Morchner
Ein Gebäude der TiHo wurde mit roter und rosa Farbe beschmiert. Quelle: Christian Elsner
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Die Täter warfen zudem vier Fensterscheiben im Erdgeschoss des Hochschultraktes ein, in dem die Institute für Virologie und Parasitologie sowie die Geflügelklinik untergebracht sind. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Anschläge auf das Konto der Tierschützer gehen, die das benachbarte Boehringer-Gelände seit Wochen besetzt haben. Vor einer Woche war das Haus des Oberbürgermeisters mit Schmähungen, die sich gegen Weil persönlich richteten, und mit Anti-Boehringer-Parolen beschmiert worden. „Derzeit wird geprüft, ob es ein Zusammenhang zwischen den beiden Taten gibt“, sagte ein Polizeisprecher.

Im Zusammenhang mit den Protesten gegen die von der Firma Boehringer geplante Ansiedlung eines europäischen Zentrums für die Erforschung von Tierimpfstoffen in Kirchrode sind bereits mehrfach Schmierereien an Gebäuden aufgetaucht. Ende Mai hatten Unbekannte mehrere Fenster des Gemeindehauses der Jakobigemeinde im Kleinen Hillen in Kirchrode mit Parolen bemalt, unter anderem mit dem Schriftzug „Mörder“. Die Gemeinde hatte eines ihrer Grundstücke an den Pharmakonzern verkauft. Das Privathaus von Hannovers Oberbürgermeister wurde bereits zweimal Ziel eines Farbanschlags. Nach der zweiten Tat suchte die Polizei das besetze Gelände an der Bemeroder Straße ab. Dabei wurden zwei Farbtuben mit schwarzer und roter Farbe sichergestellt. Sie werden derzeit mit den Farbproben verglichen, die am Haus von Stephan Weil entnommen worden waren.

In allen vier Fällen laufen die Ermittlungen in der Abteilung Staatsschutz der Polizeidirektion Hannover zusammen. Denn auch den Anschlag auf dem Gelände der TiHo bewertet die Kripo als „Sachbeschädigung mit politischem Hintergrund“. Die Steine, die nach Erkenntnissen der Polizei in der Zeit zwischen 22 Uhr und 3.40 Uhr in das Gebäude geworfen worden sind, zerstörten die Fenster eines Kursraums für Studenten und eines Zimmers für technisches Personal. „Bei dem Anschlag waren keine Tiere in Gefahr“, sagte Sonja von Brethorst, die Sprecherin der Hochschule. Selbst wenn die Steine in die Labore der Sicherheitsstufe zwei, in denen unter anderem Experimente mit Hundestaupe-viren durchgeführt werden, geflogen wären, hätten sie dort keinen Schaden angerichtet. „Wir bewahren unsere Forschungsobjekte in geschlossenen Klimaräumen ohne Fenster auf“, erläuterte von Brethorst.

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