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Entsteht neues Zentralklinikum am Stadtfelddamm?

Debatte um MHH-Bauprojekte Entsteht neues Zentralklinikum am Stadtfelddamm?

Die Baufehlplanungen an der Medizinischen Hochschule (MHH) werden jetzt auch vom Landesrechnungshof scharf kritisiert. Die unabhängigen Rechnungsprüfer fordern, dass eine eigene Bau- und Betriebsgesellschaft bei den geplanten Hochschulbauten die Bauleitung übernimmt. Zudem schlagen sie einen anderen Standort für das Zentralklinikum vor.

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„Erhebliche Reibungsverluste“: Auch der MHH-Laborbau hatte zuletzt für Wirbel gesorgt.

Quelle: Jan Philipp Eberstein

Hannover. Jetzt schaltet sich der Landesrechnungshof in die jüngste Debatte um Millionenlöcher bei Bauten der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ein. Die unabhängigen Rechnungsprüfer verlangen vor der geplanten Investition von einer Milliarde Euro in die MHH unter anderem gravierende organisatorische Änderungen für den diskutierten Neubau des MHH-Zentralklinikums. Der Rechnungshof übt auch massive Kritik an den bisherigen Bauplänen der MHH.

In ihrem dreiseitigen Positionspapier kommen die Rechnungsprüfer wegen der bisherigen MHH-Bauten zu einem vernichtenden Urteil: In vorangegangenen Prüfungen sei wiederholt festgestellt worden, dass bei Bauprojekten die Kommunikation zwischen MHH, Wissenschaftsministerium und staatlichem Baumanagement „mit erheblichen Reibungsverlusten, Fehlinformationen und Missverständnissen belastet war“. Für den Erfolg einer Bauplanung sei eine „enge und von identischen Interessen getragene Kooperation“ notwendig, heißt es weiter in dem Bericht. „Die gegenwärtigen Strukturen lassen dies nach Einschätzung des Landesrechnungshofs nicht zu.“

Als Konsequenz schlägt der Landesrechnungshof für die geplanten Milliardenprojekte in Hannover und an der Uni-Klinik Göttingen die Gründung einer Bau- und Betriebsgesellschaft vor. Diese könnte „nicht nur die Bauherrenaufgaben übernehmen, sondern auch für den späteren laufenden Betrieb der beiden Hochschulkliniken verantwortlich sein“, schreiben die Rechnungsprüfer. Nähere Angaben gibt es dazu in dem Positionspapier nicht.

Die Fehlplanungen an der MHH

Bei immer mehr MHH-Bauten kommt heraus: Planungsfehler führten zu Millionenverlusten. Wer dafür verantwortlich ist, bleibt bislang unklar. Die zuständige Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić treibt derzeit niemanden zur Fehlersuche. Das neue Laborgebäude steht seit mehr als zwei Jahren ungenutzt herum, die Stromkapazität war zu gering geplant, auch der Notstrom reichte nicht. Nachbesserungen kosten 5 Millionen Euro.

Eine neue zentrale Notaufnahme wird seit 2010 eifrig geplant, bisherige Kosten: 3,8 Millionen Euro. Gebaut werden wird die neue Notaufnahme voraussichtlich nie, weil sie jetzt in den geplanten Neubau des Zentralklinikums integriert werden soll. Auch eine neue Radiologie wurde jahrelang geplant. Dabei sind Planungskosten von mehr als einer Million Euro angefallen. Gebaut wird die Radiologie trotzdem nicht, die Pläne sind wieder in der Schublade gelandet.

Außerdem wendet sich der Rechnungshof gegen den Vorschlag des MHH-Präsidiums, den Neubau des Zentralklinikums auf der bisherigen Parkhausfläche zu errichten. Die Rechnungsprüfer schlagen dagegen als Standort den Stadtfelddamm am Kleefelder Rand des MHH-Geländes vor, auf einer Fläche, auf der sich derzeit Kleingärten befinden. Nach Ansicht der Finanzprüfer hätte das den Vorteil, dass keine Zwischenlösungen für die Bauzeit gesucht werden müssten und es weniger Baulärm und Schmutz geben würde. Weitere Vorteile dieser Variante aus Sicht des Rechnungshofs: Es müssten keine baulichen Kompromisse gefunden werden, das Risiko einer Baukostensteigerung wäre geringer, und eine Umsetzung wäre schneller möglich.

Den Finanzexperten ist auch die von der Landesregierung bisher vorgesehene Realisierungszeit des Projekts von insgesamt 22 Jahren erheblich zu lang. Wegen der „desolaten Bausubstanz“ der alten Gebäude „und der damit verbundenen kostenintensiven Notmaßnahmen“ solle besser angestrebt werden, Planung und Bau innerhalb von zehn Jahren abzuschließen.

Der vor wenigen Wochen vom Land der MHH zugesagte Neubau einer Kinderklinik müsste aus Sicht der Hildesheimer Finanzexperten aufgeschoben werden. Zunächst müsse jetzt ein aktualisierter Masterplan vorliegen und eine Entscheidung über die Neubauten getroffen sein, bevor die Planungen fortgesetzt werden sollten, heißt es in dem Papier, das der HAZ vorliegt.

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