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Ärger mit Geisterauto

Fenster öffnen bei Regen: Skoda nimmt Neuwagen zurück

Von Sonja Fröhlich

Wenn es regnet, gehen die Fenster auf - der Autobauer Skoda nimmt den defekten Neuwagen von Birgit Schlonsok zurück. Die Autofahrerin führte den Wagen ihrem Skoda-Händler vor. Doch auch bei Rindt & Gaida in Hemmingen herrschte Rätselraten, der Fehler könne nicht sofort behoben werden, hieß es.
© dpa

Für Birgit Schlonsok war es der allererste Neuwagen, im August vergangenen Jahres nahm die Hannoveranerin ihren Skoda Oktavia Kombi in Empfang. Das Familienauto kostete rund 26.000 Euro und verfügte über eine Sonderausstattung inklusive Regensensoren und elektronisch anklappbare Außenspiegel – komfortable Details, die ihr allerdings noch viel Ärger bereiten sollten.

Schon zwei Monate später hakten die Spiegel bei dem Versuch, diese elektronisch auszuklappen, stattdessen vernahm Schlonsok immer wieder „unheimliche Knackgeräusche“. Noch unheimlicher wurde es ihr, als sich die Spiegel während der Fahrt von selbst ein- und ausklappten. „Das passierte einfach“, sagt Schlonsok, „ich konnte gar nichts dagegen tun.“ Die Autofahrerin führte den Wagen daraufhin ihrem Skoda-Händler vor. Doch auch bei Rindt & Gaida in Hemmingen herrschte Rätselraten, der Fehler könne nicht sofort behoben werden, hieß es. So wurden die elektronischen Daten auf einem Stick gespeichert, um sie einem Test zu unterziehen. Da der Händler kein Sicherheitsrisiko sah, sollte Birgit Schlonsok ihren Wagen wieder mitnehmen. Kurz darauf fuhr die alleinerziehende Mutter von drei Kindern mit dem Skoda in einen schon länger gebuchten Kurzurlaub. Es regnete, die Scheibenwischer setzten sich via Regensensor in Gang, so weit so gut.

Im Hotel angekommen erhielt die Hannoveranerin spät am Abend einen Anruf von der Rezeption: Die Scheiben und das Schiebedach ihres Autos stünden sperrangelweit offen - dabei regne es doch in Strömen. Tatsächlich stellte die Hannoveranerin fest, dass sich sämtliche Scheiben „wie von Geisterhand“ geöffnet hatten. Nachdem die Besitzerin alles verriegelt und die Sitze gut wie es ging getrocknet hatte, wiederholte sich der Spaß noch einmal in der Nacht. Im Anschluss an den Urlaub brachte die Kundin den Wagen erneut in die Werkstatt, wieder wurden die Daten zu Testzwecken heruntergeladen. Später wurde ein neues Steuerelement eingesetzt. „Keine zwei Minuten nachdem ich losgefahren war, fuhren sich die Fenster wieder herunter“, berichtet die Hannoveranerin. Mittlerweile hatte sie jegliches Vertrauen in das Auto, das so viel Eigendynamik an den Tag legte, verloren. Im Februar das nächste Problem: Der Skoda ließ sich mit dem elektronischen Schlüssel nicht mehr öffnen. Es war der Tag, an dem die Üstra streikte und kein Taxi zu ergattern war, so blieb der Teamkoordinatorin eines hannoverschen Unternehmens nichts anders übrig, als auf einen Servicemitarbeiter der Skoda-Werkstatt zu warten. Dieser stellte fest, dass die Batterie leer war – nach nur 5700 gefahrenen Kilometern. Zu allem Überfluss habe der Kilometerzähler fortan statt Kilometern amerikanische Meilen angezeigt. Nun hatte Schlonsok endgültig die Nase voll: Sie drang auf eine Rücknahme des „Montagsautos“.

Auch der Händler kann sich das Problem nicht erklären. „Das ist eine absolut einmalige Geschichte. Das haben wir noch nie erlebt“, versichert Geschäftsführer Albert Gaida. Dreimal sei der Wagen getestet worden, aber eine Lösung habe sich nicht gefunden. Ein Update der Software sei erst im nächsten Jahr erhältlich. So lange wollte die Käuferin nicht warten.

Mittlerweile hat sich die Kundin mit dem Skoda-Händler geeinigt und das Auto umgetauscht. Bei ihrem neuen Wagen verzichtete sie auf aufwendige Elektronik – und entschied sich stattdessen für Alufelgen und ein Lederlenkrad. Bleibt zu hoffen, sagt sie, dass die Sitzheizung im nächsten Winter nicht verrückt spielt.

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  • ...und wer haftet für Diebstahl? KM – 05.04.10
    Wer solche Probleme mit seinem Fahrzeig nicht hat, wird das Misstrauen zum Auto auch nicht nachempfinden können. Auch mein Golf VI (Bj. 2009) stand mittlerweile schon mehrmals mit geöffneten Fenstern und/oder entriegelten Türen an der Straße. Auch mein Händler kennt natürlich dieses Problem nicht... Wenn man mal in einschlägigen Foren die Suchfunktion benutzt, stellt man fest, dass recht viele Volkswagen (inkl. Konzerntöchter)-Besitzer Einzelfälle sind...
    Diese Unehrlichkeit ärgert mich noch man meisten.
    Die Komfortöffnungsfunktion soll ich übrigens deaktivieren. Hab also für ein Extra bezahlt und kann es dennoch nicht nutzen. Aber damit ist VW im Falle eines Diebstahls aus der Verantwortung...

    Frohe Ostern!
  • Aber ohne Elektronik will auch keiner mehr Lucas – 04.04.10
    Wenn ich hier lese wie manche über die Elektronik wettern...
    Wollt ihr wirklich wieder Autos ohne ABS, ESP, elektrische Fensterheber, Servolenkung, Sitzheizung usw?
    Dann fahrt mal wieder so ein Auto, danach werdet ihr die neuen Autos wieder zu schätzen wissen.
    Aber dann beschwert euch nicht wenn es laut, unergonomisch und schwer zu bedienen ist.
    Ich habe einen 2009er Golf, und ich liebe jede technische Spielerei!

    Klar kann es mal einen Einzelfall geben wo echt der Wurm drin ist, aber das ist die Ausnahme und nicht die Regel.
    Die Dame hat ja auch einen anderen Wagen bekommen, ist doch alles in Ordnung so.
  • Warum auchich – 22.03.10
    soll die HAZ über die Macken der Elektronik bei modernen Autos nicht berichten? Ich amüsiere mich köstlich über diesen Artikel. Was waren das noch für Zeiten, als wir die Macht über unsere Vehikel hatten!

    Allerdings halte ich die privaten Lebensverhältnisse, wie alleinerziehend, Anzahl der Kinder und berufliche Karriere in diesem Zusammenhang für überflüssig.
  • Was da ist kann auch kaputt gehen Rubber Duck – 22.03.10
    Wenn die Autokäufer sich immer mehr Schnickschnack andrehen lassen dürfen sie sich nicht wundern wenn auch immer mehr kaputt geht. Viele waren letztes Jahr sogar so blöd ihre gut funktionierenden Altwagen gegen nagelneue Elektronikvehikel zu tauschen, nur weil sie lächerliche 2.500 € aus Steuergeldern dazu bekommen haben. Die Steuern zahlen sie aber selber, also haben sie ihren Autotausch auch selbst bezahlt.

    Meine 15 Jahre alte Kiste läuft noch ganz hervorragend (und hat die grüne Plakette). Ist aber auch weder ein ausländisches Modell noch vom VW-Konzern. Der HAZ-Artikel wäre durchaus hilfreich, wenn es mehr solcher Berichte gäbe. Dann wären die Leute wenigstens gewarnt und würden sich nicht mehr jeden Scheiß andrehen lassen.
  • Elektronikdebakel H. Suwallak – 22.03.10
    Als ich letztens mit meinem Auto zur HU war, paasierte folgendes:
    Vor der Bezahlung legte die Kassendame mir die AU und sonstige Prüfberichte vor, dann sollte ich bezahlen. Zum Glück schaute ich noch auf den AU Bericht und stellete fest, das dieser von jemand ganz anderem war; nicht von meinem KFZ. Daraufhin verschwand die Dame im Hinterraum mit rotem Kopf. Das war ihr vielleicht unangenehm. Ich mußte sage und schreibe 20 Min. warten bis die richtigen Papiere zusammen waren und mußte mehrer hundert E bezahlen.Die Werkstattleute haben sich nichtmal entschuldigt.
    Das ist noch garnichts!!! Bei einer Inspektion wollen die noch nicht einmal bemerkt haben, daß eine Treibstoffleitung undicht war. Das roch man sogar im Fahrerraum. Ich will hier nicht weiterfahren.
    Was sich manche WERKSTÄTTEN erlauben,ist das Allerletzte.
    Leute laßt Euch nicht ins falsche Abteil setzen!!!!
  • damals mar – 22.03.10
    da fällt mir mein letztes auto ein, ein 15 jahre alter corsa. der hatte 4 räder, einen motor und leken konnte man auch. elektronik? weit und breit nicht zu finden -doch, das radio war elektronisch. leider rostete er schneller als er fuhr und so habe auch ich jetzt ein auto mit viel elektrik, schade.... ist aber kein skoda :)
  • Probefahrt? Dieter – 22.03.10
    Vielleicht ein neues Innenreinigungssystem?
  • @ pinkyempelde Wettberger – 22.03.10
    Tja Volker, das war noch ein Auto...
  • Na endlich... ich – 22.03.10
    mal ein Artikel, der sich kritischer mit dem Konzern aus der Nachbarschaft beschäftigt. Keine Angst, ich drohe hier nicht mit Abokündigung usw., ,ich bin ansonsten sehr zufrieden mit der HAZ, allerdings habe ich seit einiger Zeit immer mal wieder das Gefühl, ein VW-Beilage in Form von Artikeln und "Auto-Tests" vor mir zu haben. Es ist schon hanebüchen, was da bei manchen anderen Marken oder bei VW als "negativ" angemerkt wird oder wie Firmen beschrieben werden.
    Jedenfalls weiß ich aus vielen Berichten und Erfahrungen aus dem unmittelbaren Umfeld, dass dieser Fall durchaus symptomatisch für VW & Co ist. KEINER, der nicht solche Probleme und vielfältigen Vorfälle bei seinem "DAS AUTO" hat. Nur sind die trotz der Vielzahl so individuell, dass es eben nicht zum kollektiven Aufschrei oder gar einer Rückrufaktion kommt. Insofern: DANKE für diesen Artikel, ich hoffe, dass da noch mehr Rückmeldungen über ähnliche Vorfälle kommen.
  • Relevanz ? Kopfschüttler – 22.03.10
    So ein Artikel schafft es ernsthaft in die HAZ? Das ist traurig... Ich habe ja den Verdacht, dass die Betroffene in einem hannoverschen VERLAGSunternehmen arbeitet. Das würde es zumindest ein bißchen erklären. Und dass die Batterie nach 5700 km leer ist hat welchen Grund? Ist das ein reines Elektroauto? Wenn ich bei der Übergabe meines Neuwagens alle Lichter und das Radio einschalte und dann den Wagen so auf dem Hof des Autohauses ein paar Tage herumstehen lasse, wird meine Batterie ganz ohne einen gefahrenen Kilometer leer sein. Komme ich dann ins Fernsehen?
  • Sch... Technik pinkyempelde – 22.03.10
    Derartige Probleme hatte ich mit meinem ersten Auto, einem 1972er Ford Taunus, nicht!
    Es wundert mich überhaupt nicht, dass die zunehmende "Elektronisierung" unserer Autos zu unkontrollierbaren Störungen führt. Dass man die gerufenen Geister bisweilen nicht wieder loswird, ist halt der Preis dafür, wenn man kaum noch etwas selbst machen will. Dass die HAZ allerdings aus einem Einzelfall nun in Boulevardmanier einen derartigen Reißer macht, erscheint in der Tat unangemessen.
    Wie heißt doch der uralte Kalauer: "Komisch, dass immer genausoviel passiert, wie in eine Zeitung hineinpasst!" Manchmal habe ich den Eindruck, es passiert doch nicht genug, und dann müssen auch die banalsten Belanglosigkeiten aufgeblasen werden!
  • Skoada hat noch mehr Probleme... AndreasP – 22.03.10
    Habe selbst einen Skoda Superb 3,6 4x4 mit Automatik. Seit Lieferung im August immer wieder Probleme die zum Teil behoben worden sind. Das schlimmst ist das Fahrwerk. In mehreren bestimmten Geschwindigkeitsbereichen vibiriert das Fahrwerk. Skoda kann nichts finden. Werkstattaufenthalte insgesamt 6 Wochen. Neuerdings kommt während der Fahrt in der Anzeige "Ausfall Bremskraftverstärkung!". Die Bremse wird hart beim bremsen, das macht auf der Autobahn richtig Spass. Nach Neustart des Wagens ist alles wieder normal. Die Werkstatt findet nichts und müsste es selber sehen, da im Fehlerspeicher nichts vorhanden ist. Leider ist mein Skodahändler weniger kulant, daher gehe ich jetzt den harten Weg über ein Klage bei Gericht.
  • kein Fan Kritiker – 22.03.10
    Vorab: ich bin kein Fan von keiner Automarke und arbeite auch nicht für eine.

    Aber zum Artikel:
    Hier wird ein Einzelschicksal beschrieben, und das in epischer Breite.

    Sicherlich wäre es Interessant, und da Stimme ich durchaus zu, würde über entsprechende Fälle berichtet werden; neutral und objektiv; Zahlen und Fakten.

    Dieser Artikel ist nicht einmal 2. klassig.
  • Skoda @kritiker – 22.03.10
    Oh. arbeiten Sie bei Skoda? In Anbetracht des aktuellen Toyota-Skandals (wobei die z.T. auch aus Tschechien kommen!) ist es schon interessant, was einem bei Neuwagen auch dieser Marke so alles passieren kann. Der Verkehrssicherheit ist dieser spezielle Skoda nun wirklich nicht zuträglich. Insoweit sehe ich schon einen objektiven Informationsgehalt; subjektiv mag einem der Artikel als Mitarbeiter oder Fan der Marke natürlich sauer aufstoßen.
  • Ist das wichtig? kritiker – 22.03.10
    Da startet die HAZ eine Umfrage, offensichtlich mit dem Ziel die Qualität ihres Angebotes zu verbessern, und nun das.

    Was schreibt die HAZ als nächstes?
    Wie der Pups von Waldi des Dackelzüchtervereins Hintertupfingen gerochen hat, weil das Dosenfutter nicht den Qualitätsrichtlinien entsprochen hat?

    Wo ist bitte der Nachrichtenwert in diesem Artikel?

    Die HAZ wird leider immer schlechter.
    Leider gibt es keine Alternative für regionale Nachrichten und damit auch kein Wettbewerb.
  • Autokauf Glückssache VW-Konzernkritischer – 22.03.10
    Da fragt man sich gleich, ob das Auto in den Schrott kommt oder als Gebrauchtwagen an einen nächsten Kunden verscherbelt wird.

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