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Aus der Stadt Fernfahrer in Hannover haben Angst vor Überfällen mit Betäubungsgas
Hannover Aus der Stadt Fernfahrer in Hannover haben Angst vor Überfällen mit Betäubungsgas
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20:44 21.07.2011
Von Tobias Morchner
Auf der Raststätte „Lehrter See“ schlug die Verbrecherbande zuletzt zu. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Besonders auf der Anlage „Lehrter See“, einem der insgesamt sieben Tatorte, ist der Vorfall Tagesgespräch. „Man schläft in der Nacht nur noch sehr unruhig, schreckt bei jedem Geräusch am Wagen hoch“, erklärt Erwin Menne aus Kleve. Seit Jahren versucht der 46-Jährige jeden Abend, sich mit Kollegen zu verabreden und aus Sicherheitsgründen gemeinsam einen Parkplatz anzusteuern. „Oder ich fahre bis zum Kunden, denn die Nacht auf dessen Gelände ist sicherer als an der Autobahn“, sagt er.

Die Täter, die in der Nacht zu Mittwoch auf der Lehrter Raststätte einen 38-jährigen Fernfahrer in seiner Kabine ausraubten, nutzten eine Besonderheit für sich aus: Die Anlage besteht aus zwei Teilen. Auf dem Gelände in Fahrtrichtung Dortmund ist rund um die Uhr Betrieb, es ist beleuchtet und es gibt es eine Tankstelle und ein Schnellrestaurant. Die andere Seite dagegen liegt nachts fast vollständig im Dunkeln, der Imbiss stellt seinen Betrieb gegen 22 Uhr ein. „Ich möchte nicht wissen, wer dann da drüben alles herumläuft“, teilt eine Mitarbeiterin der Raststätte mit.

Aufgrund der aktuellen Vorfälle wird der Ruf nach überwachten Parkplätzen und Kameras wieder lauter. „Ich hätte nichts dagegen, wenn hier überall Kameras stehen würden“, sagt der 42-jährige Sascha Grund, der für eine Braunschweiger Spedition unterwegs ist.

Nach Auskunft der Polizei gibt es bislang allerdings im gesamten Zuständigkeitsgebiet der Behörde keinen Rastplatz, der videoüberwacht ist. „Es gibt lediglich Kameras an den dazugehörigen Tankstellen“, teilt Polizeisprecher Heiko Steiner mit. Andere Gegenden sind in diesem Punkt offenbar fortschrittlicher. „In Westerstede hängen schon Kameras, außerdem kommt die Polizei regelmäßig vorbei, da passiert nichts“, berichtet Fernfahrer Erich Menne. Er hat nach den jüngsten Vorfällen beschlossen, aufzurüsten. „Ich werde mir eine neue Zugmaschine mit Nachtverriegelung zulegen“, so der Mann vom Niederrhein. Diese zusätzliche Sicherung in Form eines Stahlbolzens in der Tür, soll vor Einbruch schützen.

Inzwischen rätseln die Ermittler, welchen Stoff die Täter einsetzen, um ihre Opfer zu betäuben. Zumindest so viel ist klar: Es muss sich um ein extrem starkes Mittel handeln, denn einige der ausgeraubten Lkw-Fahrer klagten am Morgen über extreme Übelkeit und Schwindelgefühle. Fest steht auch, dass die Substanz offenbar durch ein Loch in der Dichtung der Seitenfenster in die Fahrerkabine eingeleitet wird.

Es ist nicht das erste Mal, dass es in diesem Jahr in Niedersachsen zu derartigen Raubüberfällen auf Fernfahrer gekommen ist. „Wir haben im April und im Mai im Bereich Helmstedt und Braunschweig Fälle zu verzeichnen gehabt“, sagt Frank Federau vom Landeskriminalamt. Allerdings hätten auch diese Ermittlungen zu keinen Hinweise auf die eingesetzten Narkotika geführt.

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