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Leibniz ist "ein Glücksfall für unsere Stadt"

Festakt zum Todestag Leibniz ist "ein Glücksfall für unsere Stadt"

Musik, Theater und Singen im Fackelschein: Mit zahlreichen Veranstaltungen feierte Hannover seinen großen Gelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz, der vor genau 300 Jahren starb.

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Der Chor der Leibniz-Uni sang am Leibniz-Todestag in der Neustädter Kirche.

Quelle: von Ditfurth

Hannover. Einer wie er ist tatsächlich für Gänsehautmomente gut, auch 300 Jahre nach seinem Tod. Um 22 Uhr, zur Todesstunde von Gottfried Wilhelm Leibniz, erklingen die Glocken der Neustädter Kirche, und Hunderte von Besuchern versammeln sich auf dem Kirchplatz, um im Schein von Fackeln "Der Mond ist aufgegangen" anzustimmen. Viele frösteln, der Vollmond ist an diesem diesigen Abend kaum zu sehen - und doch ist es ein würdiger Ausklang eines an großen Worten reichen Tages.

Bei einer Kranzniederlegung erinnerten rund 200 Gäste in der Neustädter Hof- und Stadtkirche an Gottfried Wilhelm Leibniz, der hier vor 300 Jahren beigesetzt wurde.

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Vielleicht wurde Leibniz niemals so viel Ehre zuteil wie an diesem 14. November: Zahlreiche Veranstaltungen feiern an seinem 300. Todestag den zu Lebzeiten oft verkannten Genius, den Oberbürgermeister Stephan Schostok heute einen "Glücksfall für unsere Stadt" nennt. Am Leibniz-Grab in der Neustädter Kirche legen Studentinnen im Namen von Ministerpräsident Stephan Weil einen Lorberkranz nieder. "Je länger ich mich mit ihm befasse, desto faszinierter bin ich von ihm", sagt Weil. "Leibniz ist wohl der bedeutendste Gelehrte, der je in Niedersachsen gewirkt hat."

Pastorin Martina Trauschke erinnert an die Aktualität des Philosophen: "Seine Leidenschaft für die Vernunft hat noch immer Leuchtkraft." Als Präsident der Leibniz-Gesellschaft würdigt Erich Barke das Universalgenie. Leibniz sei mit seinen Erfindungen und Ideen oft gescheitert: "Er hat aber nie aufgegeben, sondern weitergearbeitet." Mit dieser Haltung sei er bis heute ein Vorbild für junge Menschen.

Am Vormittag läuten Leibnizschüler den Gedenkreigen mit einem Theaterstück in der Neustädter Kirche ein. Als Zeitreisender kreuzt der leibhaftige Leibniz darin plötzlich in einer TV-Quizshow auf, in der es um das Thema Leibniz geht. Und prompt zeigt sich, dass verkopfte, ehrfürchtige Experten mit dem realen Gelehrten weit weniger warm werden als unbefangene, neugierige Laien.

Vor 300 Jahren starb Hannovers größter Gelehrter - zum Auftakt mehrerer Gedenkveranstaltungen erinnerten Schüler der Leibnizschule in der Neustädter Kirche an Gottfried Wilhelm Leibniz.

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Am Nachmittag wird in der Kirche die Komposition "Longue Distance" uraufgeführt - "ein Werk im Geiste unseres verehrten Verstorbenen", wie Leibniz-Biograf Eike Christian Hirsch sagt. Schließlich hatte Leibniz selbst eine Harmonielehre skizziert, nach der alle Musik auf Mathematik beruht. Das Stück von Frédérik Durieux für Klarinette und die chinesische Stabgeige Erhu überrascht mit mikrotonalen Intervallen und flirrenden Glissandi - Leibniz hätte ganz bestimmt seine helle Freude daran gehabt.

Am Abend kommt Leibniz dann selbst zu Wort: Bei einem "Salonkonzert" in der voll besetzten Neustädter Kirche lesen die Schauspieler Dieter Hufschmidt und Elisabeth Hoppe aus Briefen, die Leibniz und die fürstlichen Damen aus seiner Umgebung einander schrieben. Die kaum bekannten Dokumente zeigen, wie geistvoll und sinnlich der vermeintlich spröde Geistesriese Leibniz sein konnte. Charmant konnte er über die "wunderbare Verwobenheit des Universums" plaudern und darüber, dass alle Übel dieser Welt "einem größeren Guten dienen". Dazu intoniert der Chor der Leibniz-Uni stimmungsvolle Stücke von Brahms und Mendelssohn Bartoldy.

Anschließend können Besucher sich in fünf „Salons“ zum geselligen Austausch zurückzuziehen: Landtagspräsident Bernd Busemann öffnet sein Arbeitszimmer im Leineschloss, der Fürstenhof des Landeskirchenamtes ist ebenso geöffnet wie das barocke Turmzimmer der Neustädter Kirche. Und nach dem Glockenläuten gibt es dann Musik mit dem Bläserkreis Hannover auf dem illuminierten Kirchvorplatz. Der Mann, der diese Welt für die beste aller möglichen Welten hielt, wäre mit seinem Ehrentag wohl zufrieden gewesen.

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