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Aus der Stadt Hannover feiert Städtepartnerschaft mit Rouen
Hannover Aus der Stadt Hannover feiert Städtepartnerschaft mit Rouen
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00:15 24.05.2016
Von Simon Benne
Feierlich: Mehr als 100 Gäste waren zum Festakt ins Rathaus gekommen. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Festreden sind in der Regel nicht das ehrlichste Genre; oft siegt dabei die Höflichkeit über die Wahrheitsliebe. Doch als Bruno Bertheuil im Hodlersaal ans Rednerpult tritt, spürt man, dass er es ernst meint: "In Hannover zu sein  ist immer ein Vergnügen", sagt der beigeordnete Bürgermeister für Internationale Beziehungen der Stadt Rouen: "Hier wird man immer äußerst freundlich empfangen."

Mehr als 100 Menschen sind gekommen, um bei einem Festakt das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Rouen und Hannover zu würdigen. Viele der Gäste begleiten diese Partnerschaft schon seit jenen Tagen, als die Aussöhnung der früheren Kriegsgegner noch wie ein Wunder erschien. "Wir haben unsere Feindschaft wirklich überwunden", sagt auch Bertheuil. Noch vor 70 Jahren sei es kaum vorstellbar gewesen, dass Deutsche und Franzosen einander so freundschaftlich verbunden sein würden wie heute.

Eine ganze Delegation aus Rouen ist an diesem Wochenende nach Hannover gekommen. Die "Compagnie Pok sous les étoiles" wird am Abend den Internationalen Feuerwerkswettbewerb in den Herrenhäuser Gärten eröffnen; mit dabei sind auch die Bands Papanosh und La Maison Tellier. Am Nachmittag will sich der französiche Botschafter Phillippe Etienne ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Wahrscheinlich ist Hannovers Beziehung zu keiner anderen Partnerstadt so lebendig wie zu Rouen - und so unaufgeregt.

Bei aller historischen Rückschau fällt auch der Festakt im Neuen Rathaus unpathetisch aus, es ist vielmehr eine leise Emotionalität, die diesen Tag prägt. Und es sind kleine Gesten: Das Ensemble "Fräulein Zugvogel" umflort die Veranstaltung musikalisch mit französischen Chansons, Bertheuil trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein, und die Städtevertreter unterzeichnen ein Memorandum, in dem sie ihre Partnerschaft bekräftigen.

Tatsächlich setzen die Städte immer wieder Akzente, die ihre Freundschaft betonen: Noch in diesem Jahr soll der Platz vor dem Haus der Jugend in Rouen in "Place du Hannovre" umbenannt werden. Oberbürgermeister Stefan Schostok will zu der Namensgebung im November nach Rouen reisen.

In seiner Rede würdigt Schostok im Hodlersaal den vielfältigen Austausch, den Sportvereine, Schulklassen und Kultureinrichtungen in den vergangenen 50 Jahren gepflegt haben. Die Städtepartnerschaft sei "eine ausgesprochene Erfolgsgeschichte", sagt er: "Auf das Erreichte können wir stolz sein." Dies gelte umso mehr, als der Frieden in Europa angesichts der aktuellen Anschläge heute bedroht erscheine: "Wir brauchen die Fähigkeit, angesichts unterschiedlicher Kulturen und Überzeugungen friedlich zusammen zu leben."

Das ist Rouen

Rouen gehört zu den größten Städten in der Normandie im Norden von Frankreich. Durch die 110.000-Einwohner-Stadt fließt die Seine. Das Stadtbild wird von der gotischen Kathedrale Notre Dame beherrscht, viele alte Gebäude sind in der Innenstadt erhalten; das Bild wird von normannischem Fachwerk geprägt. Sehenswert ist auch der Pestfriedhof und das Beinhaus Laître Saint-Maclou. Bekannt ist Rouen auch dafür, dass in der Stadt am 30. Mai 1431 die französische Nationalheldin Jeanne d’Arc im Alter von 19 Jahren auf dem Marktplatz auf einem Scheiterhaufen verbrannt wurde.

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Rouen mit der Kathedrale Notre Dame.

Hannovers Partnerstädte

Hannover pflegt seit vielen Jahren mehrere Partnerschaften mit Städten in Europa und anderen Teilen der Welt. Ein Überblick.

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Bristol: Der Besuch einer Gruppe von Engländern, angeführt von dem Germanisten August Closs, im Jahr 1947 in Hannover gilt als Beginn der Partnerschaft der Städte. 1983 wurde Hannover die Bristoler Ehrenbürgerwürde verliehen. Die Verbindung gilt als eine der ersten deutsch-englischen Städtepartnerschaften nach dem Zweiten Weltkrieg.
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