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Aus der Stadt Fidget Spinner – der Hype dieses Sommers
Hannover Aus der Stadt Fidget Spinner – der Hype dieses Sommers
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20:08 06.06.2017
Von Jutta Rinas
Hauptsache Spinner: Bjarne Kortz (links) übt mit dem gekauften Spielzeug, Till Van Meter hat sich einen aus Lego selbst gebaut. Fotos: Franson, dpa (3) Quelle: Samantha Franson
Hannover

Einfach nur mit den Fingern drehen? Das ist für einen Fidget-Spinner-Fan wie Bjarne Kortz fast schon zu einfach. Besser ist es da schon, die derzeit angesagtesten Handkreisel der Welt vorsichtig auf der Nase oder auf der Stirn zu balancieren. Oder sie gar im Drehen hochzuwerfen und mit dem Finger wieder aufzufangen.

Drei der Spielzeuge, deren Name sich aus den englischen Wörtern spin (drehen) und fidget (Zappelphilipp) zusammensetzt, hat der elfjährige Junge aus der Oststadt schon. „Cool“ findet er sie. Eine Meinung, die er mit einer ziemlichen Menge anderer Kinder teilt. Fidget Spinner sind weltweit der neueste Spielzeug-Hype - und breiten sich zurzeit auch in Hannover in Rekordgeschwindigkeit aus. 500 bis 1000 Kreisel verkauft allein der hannoversche Spielzeugladen Fridolins nach Angaben von Seniorchef Rudolf Schwenger täglich. Obwohl der Laden alle Möglichkeiten der Beschaffung von Ware ausschöpfe - „Express, sogar Flugzeugtransport“-, sei der Run auf das so schlicht wirkende Plastik- oder Metallteil mit den drei Kugellagern so groß, dass es bei Fridolins jeden Abend wieder ausverkauft sei.

Eindrucksvoll ist für Schwenger zudem nicht nur die Menge der Käufer. Erstaunt hat den Mann, der seit 40 Jahren in der Branche tätig ist, auch die Schnelligkeit, mit der die Spinner populär geworden sind: Vor drei Monaten habe er zum ersten Mal von ihnen gehört, jetzt wolle sie jeder: „Dass sich ein Produkt in so kurzer Zeit rund um den Globus verbreitet“, sagt Schwenger, „habe ich noch nie erlebt.“ Der 66-Jährige macht die sozialen Medien dafür verantwortlich. Aber nicht nur. Die Fidget Spinner seien kein sinnfreies Freizeitvergnügen wie einst die Tamagotchies. Sie seien ein „tolles Spielzeug, mit dem man unendlich kreativ umgehen kann“. Wie kreativ, das zeigen nicht nur die Tricks, von denen Spinner-Fan Bjarne berichtet. Sein Freund Till Van Meter hat keine Lust, für einen Trend, der „sowieso bald wieder vorübergeht“, Geld auszugeben. Ganz will der Zwölfjährige allerdings auf den Hype auch nicht verzichten: Also hat er einen Fidget Spinner aus Lego nachgebaut.

Erwachsene schätzen die Kreisel überdies als Smartphone-Ersatz. „Es ist gut, wenn Kinder neben virtuellen Spielen auch reale kennenlernen, bei denen sie motorische und taktile Erfahrungen machen“, sagt Kurt Brylla, Leiter der Ambulanz des Winnicott-Instituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. „Natürlich nur, solange die Kinder nicht spielend über den Zebrastreifen gehen.“

Ob mit den Spinnern allerdings auch ein therapeutischer Nutzen gegen Aufmerksamkeitsstörungen wie ADS oder ADHS einhergeht, wie Hersteller behaupten, darf bezweifelt werden. Lehrer jedenfalls berichten nicht von gesteigerter Konzentrationsfähigkeit, sondern von Nerverei - und verbannen die Kreisel häufig aus dem Klassenzimmer. „Die Schüler spielen damit und lenken sich ab, statt auf den Unterricht zu achten“, sagt beispielsweise Andreas Nolting vom Gymnasium Limmer. Auch bei Birgitt Rüdiger, Jahrgangsstufenleiterin der 5. Klassen an der IGS List, muss das „in den unteren Jahrgängen sehr beliebte und verbreitete Spielzeug“ draußen bleiben. Die Schüler verglichen im Unterricht Drehgeschwindigkeiten. Das störende Summen der Spinner trage ebenfalls nicht zu aufmerksamem Lernen bei.

Die Erfinder der heutigen Fidget Spinner, die beiden 17-jährigen Schüler Allan Maman und Cooper Weiss, haben also ein prima Spielzeug geschaffen. Die berühmte eierlegende Wollmilchsau ist es nicht.

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