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„Wir sind ja nicht in Hollywood“

Filmreifer Fluchtversuch im Amtsgericht „Wir sind ja nicht in Hollywood“

Es war eine filmreife Aktion: Im Sommer dieses Jahres versuchte der wegen Einbruch und Beleidigung angeklagte Eray A. mit der Hilfe seines Bruders aus dem Amtsgericht auszubrechen. Am Mittwoch wurden die beiden nun verurteilt – und zeigten ein überraschendes Maß an Reue für die Tat.

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Die beiden Brüder entschuldigten sich am Mittwoch für ihre Tat.

Quelle: Archiv (Symbolbild)

Hannover. Nach einer misslungenen Gefangenenbefreiung im Sommer dieses Jahres hat das Amtsgericht zwei Brüder zu Haftstrafen von zwei Jahren und zehn Monaten beziehungsweise zu sieben Monaten auf Bewährung verurteilt. Nach einer Verhandlung wegen Einbruch und Beleidigung hatte der 17-jährige Eray A. am 11. Juni versucht, aus dem Amtsgericht zu flüchten. Gemeinsam mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Kubilay attackierte er einen Justizbeamten und flüchtete aus dem Gerichtssaal, kam jedoch nicht weit. Noch im Gebäude am Volgersweg konnte er von Einsatzkräften der Polizei überwältigt werden.

Für die Verhandlung am Mittwoch hatte das Amtsgericht die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Wer zu dem Prozess wollte, musste zunächst eine vorübergehend installierte Stahltür und mehrere Justizbeamte passieren. Eray A., der derzeit seine Strafe wegen Einbrüchen in Laatzen in der Jugendanstalt Hameln verbüßt, wurde mit Fußfesseln in den Saal geführt. Dort gab er sich reumütig, gestand nicht nur die Einbrüche und Beleidigungen gegen Polizisten bei seiner Festnahme im Frühjahr, sondern auch den Angriff auf den Justizbeamten, bei dem er sich entschuldigte.

Auch sein Bruder räumte ein, den 57-Jährigen mit der Faust geschlagen zu haben. Zudem entschuldigte er sich bei einem Polizisten, den er vor dem Gericht wüst beleidigt hatte. „Ich habe keine Ahnung, was mich getrieben hat und warum ich so aufgebracht war“, sagte Kubilay A. Den Versuch, seinen Bruder zu befreien, wertete er selbst als unverständlich. „Wir sind hier ja nicht in Holly­wood“, so der 19-Jährige.

Um dem jungen Mann, der laut Jugendgerichtshilfe auf dem Weg der Besserung ist, dennoch zu zeigen, dass sein Verhalten nicht tolerierbar ist, ordnete Amtsrichter Guido Janke an, dass der 19-Jährige vier Wochen in den sogenannten Warnschussarrest muss.

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