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Aus der Stadt Neustart für die Leinewelle
Hannover Aus der Stadt Neustart für die Leinewelle
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00:17 06.07.2015
Von Andreas Schinkel
Hat jetzt eine Chance auf Realisierung: die Leinewelle. Finanzieren sollen sie Sponsoren. Quelle: Eric Meier
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Hannover

Surfen auf einer künstlichen Welle vor dem Landtag – dieser Traum schien noch bis vor Kurzem wenig Chancen auf Realisierung zu haben. Doch die Leinewelle bekommt wieder neuen Schub. SPD und Grüne im Rat fordern die Stadtverwaltung auf, den Umbau des Flussabschnitts am Leinewehr zuzulassen, wenn keine technischen oder rechtlichen Einwände bestehen. „Wir wollen die Leinewelle in Hannover vorantreiben“, sagt der SPD-Baupolitiker Ewald Nagel. Daher habe man ein politisches Signal ausgesendet. „Jetzt können die Initiatoren des Projekts in die konkrete Planung einsteigen“, sagt sein Kollege von den Grünen, Michael Dette. Der rot-grüne Antrag muss noch von den Ratsgremien beschlossen werden. Auch die CDU hat stets versichert, hinter der Leinewelle zu stehen.

Bereits vor zwei Jahren hat der Architekt und Gastronom Heiko Heybey seine Idee einer stehenden Welle vorgestellt. Heybey schlug vor, das Ufer am Landtag auszubauen und auf dem Grund des Flusses Schwellen anzubringen, damit die Strömung eine Welle auftürmt. Vorbild war der Eisbach in München, der von Surfern aus aller Welt besucht wird. Anfangs veranschlagte Heybey für die hannoversche Welle 360.000 Euro, er sah sich später aber gezwungen, die Kalkulation nach oben zu korrigieren. Bis zu 1,7 Millionen Euro könnte die Anlage nun kosten, seine überarbeiteten Pläne zeigten gleich mehrere Wellen – für Kanuten, Anfänger und Fortgeschrittene. Einen Dämpfer musste Heybey im vergangenen Jahr hinnehmen, als Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) verkündete, dass bei aller Sympathie für die originelle Idee kein Zuschuss aus der Stadtkasse zu erwarten sei. Da Heybey fest mit städtischer Unterstützung gerechnet hatte, schien das Projekt gestorben.

„Wir freuen uns sehr über das Signal aus der Ratspolitik“, sagt Heybey jetzt. Mit der Sicherheit im Rücken werde er in die Detailplanung einsteigen. „Im Herbst werden wir den Planungsauftrag an ein Ingenieurbüro vergeben“, sagt der Gastronom, dem unter anderem das Spandau in der Nordstadt gehört. Das Geld für den Auftrag, zwischen 60 000 und 100 000 Euro, haben private Spender bereits zusammengebracht.

Zu Heybeys Förderern zählt Lorenz Hansen, Geschäftsführer des Bauunternehmens Gundlach. Auch Hansen spürt neuen Rückenwind, räumt aber ein, dass noch viel Arbeit auf die Initiatoren wartet. „Wir müssen bautechnische und strömungstechnische Fragen klären“, sagt Hansen. Alles müsse noch einmal durchgerechnet werden, am Ende werde feststehen, wie viel Geld für den Bau tatsächlich nötig ist.

Mit städtischem Geld können die Surffans nicht rechnen. SPD und Grüne schließen Zuschüsse kategorisch aus. „Die Landeshauptstadt stellt lediglich die Flächen zur Verfügung“, heißt es in dem rot-grünen Antrag. Zudem gehen SPD und Grüne auf Sicherheit. Sollte das Projekt scheitern, dürfe keine Bauruine zurückbleiben, fordern sie. Alle baulichen Veränderungen am Fluss müssten die Leinewelle-Macher auf eigene Kosten entfernen. Heybey bleibt gelassen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Surfen plötzlich aus der Mode kommt“, sagt er. Ein solcher Sicherheitspuffer sei üblich. Heybey geht davon aus, dass die Welle in zwei bis drei Jahren steht. Hansen ist noch optimistischer: „2017 gehen wir surfen auf der Leine“, sagt er.

"Warum auch nicht?" - Einen Kommentar von Conrad von Meding zur Leinewelle finden Sie hier.

Fischtreppe soll Welle flankieren

Die Initiatoren der Leinewelle werden nicht nur genügend Geld für die stehende Welle sammeln müssen, auch der Bau einer Fischtreppe ist einzukalkulieren. Einen Durchlass für Wanderfische wie Lachse und Forellen fordert Hannovers Fischereiverein. „Ansonsten werden wir Klage erheben“, droht der Vorsitzende des Vereins, Heinz Pyka. Er ist überzeugt, dass eine Fischtreppe schon Attraktion genug sei. Mit Panoramafenstern könne die Wanderung der Fische sichtbar werden, ähnlich wie in einer Anlage am Flüsschen Lahn bei Gießen. „Dafür könnte man sogar EU-Mittel beantragen“, sagt Pyka. Unterstützt wird der Fischereiverein von der Naturschutzbehörde, die eine Fischtreppe neben der Welle für unabdingbar hält.  

Skeptisch bleiben die Stadtwerke. Sie betonen, dass genügend Wasser zur Verfügung stehen müsse, um das Kraftwerk Schneller Graben zu betreiben und das Heizkraftwerk Linden zu kühlen. Ob in den Sommermonaten die Strömung stark genug ist, um eine Welle aufzutürmen, bezweifeln die Stadtwerke. Leinewelle-Initiator Heiko Heybey versichert, dass man die nötigen Wassermengen genau kalkuliert habe. „Wir werden die Welle so optimieren, dass sie mit wenig Wasser läuft“, sagt er.

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