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Firma Qmilch aus Hannover räumt bedeutenden Preis ab

Fashion Week Firma Qmilch aus Hannover räumt bedeutenden Preis ab

Die Milch kommt in den Kleiderschrank: Hannovers innovative Firma Qmilch aus der Südstadt hat während der Fashion Week in Berlin jetzt einen weiteren bedeutenden Preis abgeräumt.

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Mikrobiologin Anke Domaske macht aus Milch Mode. Die Fasern für ihre Stoffe werden aus dem Protein Kasein hergestellt, das aus Produktionsrückständen gewonnen wird.

Hannover. Die Milch macht’s, und zwar in diesem Fall Mode. Anke Domaske, Absolventin der Göttinger Ernst-August-Universität im Fach Mikrobiologie und Geschäftsführerin der Firma mit dem schönen Namen Qmilch, will erreichen, dass Blusen, Kleider und T-Shirts, deren Grundstoff Kühe produzieren, demnächst in möglichst vielen Kleiderschränken hängen. Während der Fashion Week in Berlin hat das Unternehmen aus der Südstadt jetzt einen weiteren bedeutenden Preis abgeräumt. Es wurde vom Gesamtverband Textil und Mode mit dem Innovationspreis in der Kategorie Technische Textilien zum Sieger gekürt. Bereits im Februar hatte die 28-jährige Unternehmerin den bedeutendsten Gründungspreis der Region Hannover erhalten, den sogenannten StartUp-Impuls. Vom kommenden Jahr an will Qmilch die Großproduktion aufnehmen.

„Ziel und Ausgangspunkt war es, das Leiden von Allergikern zu mindern, die verzweifelt nach Kleidung aus nicht belasteten Fasern suchen“, erklärt Domaske. Der Gedanke an Milch war dabei naheliegend. Schließlich wussten erstens schon die alten Ägypter, dass Milch der Haut guttut. Zweitens ist es schon seit Langem bekannt, dass sich aus Milch, genauer gesagt aus dem in ihr enthaltenen Protein Kasein, Fasern herstellen lassen, die dann zu Tragbarem für Sie und Ihn verwebt werden können. Dafür hat Domaske in Zusammenarbeit mit dem in Bremen ansässigen renommierten Faser­institut Fibre eine Biofaser entwickelt und sich die Sache patentieren lassen.

„Das Neuartige an unserem Verfahren ist, dass wir bei einer industriellen Faserproduktion ohne chemische Zusatzstoffe auskommen“, sagt Domaske. Außerdem würden weniger Energie und Wasser verbraucht. Die Umweltaspekte, die heutzutage gern unter dem Stichwort Nachhaltigkeit zusammengefasst werden, waren eines der Argumente für die Jury in Berlin, Qmilch auszuzeichnen.

Nach einem HAZ-Bericht im Februar sind auch andere Medien auf die Südstädter Firma aufmerksam geworden. Fernsehsender haben ebenso berichtet wie Zeitschriften und Internetmagazine. Auch geschäftlich soll es vorangehen. Derzeit testen Kunden die Faser, die sich wie Seide anfühlt, farb- und formbeständig sowie sehr reißfest ist – „und außerdem nicht nach Kuh stinkt“, wie Domaske betont. Interessenten gebe es nicht nur aus der Bekleidungsbranche, sondern auch aus dem Automobilbereich. „Auch in der Medizin, der Kosmetik und der Membrantechnik lässt sich die Faser verwenden“, erklärt die Geschäftsfrau. Im nächsten Jahr will die Firma den Stoff mit einem Volumen von zunächst 560 Tonnen produzieren; zu den sechs Mitarbeitern sollen elf hinzukommen.

In Sachen Mode fängt Domaske nicht bei null an. Schon als Kind habe sie geschneidert, sagt sie. Als sie nach dem Abitur – mit Note 2,7 keineswegs ein Überfliegerwerk – nach Japan ging, verkaufte sie in Tokio erfolgreich selbst entworfene T-Shirts. Zurück in Hannover gründete sie ihr eigenes Modelabel und designt auch derzeit. Andererseits gewann sie zu Schulzeiten einen Preis bei Jugend forscht, und zwar mit einer naturwissenschaftlich angelegten Arbeit über Dreck in Telefonzellen. Als Vorbild nennt sie denn auch nicht Karl Lagerfeld, sondern den Bakteriologen Robert Koch. Den Spagat zwischen Mode und Mikrobiologie will sie weiter machen.

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