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Aus der Stadt Flebbe übernimmt Raschplatz-Kino
Hannover Aus der Stadt Flebbe übernimmt Raschplatz-Kino
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10:47 18.03.2009
Von Stefan Stosch

Besonders schön ist die Aussicht von hier oben nicht. Aus dem dritten Stockwerk des Sparkassen-Hauptgebäudes am Raschplatz sieht man direkt auf eine Baustelle: Lastwagen, Bauschutt, Müllcontainer. Trotzdem hat die Perspektive Kinobetreiber Hans-Joachim Flebbe und Thomas Heinemann, Geschäftsführer der Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG), am Dienstag fasziniert. Die beiden richten ihren Blick allerdings eher auf die nahe Zukunft: Ende des Jahres soll das Raschplatz-Kino wieder eröffnen - je nach Fortgang der Umbauarbeiten im November oder Dezember. Der Vertrag ist nach „intensiven Verhandlungen“ unterzeichnet, sagte Flebbe am Dienstag.

Im Juli 2007 musste das beliebte Programmkino wegen der Umgestaltung des Platzes hinter dem Bahnhof ausziehen. Zunächst fanden Kinochef Torsten Gladrow und seine Truppe Unterschlupf im Cinemaxx in der Nikolaistraße. Ende des Vorjahres war das Gastspiel zu Ende. Zwar wird in der Nikolaistraße in zwei Sälen seitdem tapfer weiter Kinokunst gespielt, doch Hannovers Cineasten haben bereits bemerkt, dass der Nachschub an kleineren, ungewöhnlichen Filmen allmählich ausdünnt.

Bald soll es die große Vielfalt geben: Hans-Joachim Flebbe betreibt künftig wieder das Kino, das er 1977 schon einmal übernommen hatte. Nach der Schließung vor zwei Jahren hatte zunächst der Cinemaxx-Konzern mit der HRG über die Fortsetzung des Mietvertrages verhandelt. Dann überließ die Kinokette Flebbe das Feld, der seinerseits von der Cinemaxx-Spitze abgetreten ist und sich nun wieder ganz auf Programmkinos konzentrieren will.
Das Hochhaus-Kino in der Goseriede läuft bereits wieder unter Flebbes Regie. Nach weiteren Standorten in Hannover hat er sich nach eigenen Worten umgeschaut - auch auf der Suche nach einem Luxuskino, wie er es vor Kurzem am Berliner Kurfürstendamm eröffnet hat. Fündig geworden sei er bislang nicht.

In vier Sälen (so wie zuvor) will Programmchef Gladrow künftig viel europäisches Kino zeigen. Sonst soll vieles besser werden: mit neuer Technik (auch mit digitaler Projektion), neuer Bestuhlung, größeren Leinwänden. „Nur die Grundmauern bleiben stehen“, sagt Flebbe. Die Gesamtzahl der Plätze wird auf gut 400 reduziert, die Besucher haben künftig mehr Beinfreiheit. 100 000 bis 150 000 Besucher pro Jahr sind angepeilt. Das Foyer soll großzügiger ausfallen, damit die Gäste auch nach der Vorstellung noch auf ein Glas Wein bleiben. „Popcorn und Nachos wird es bei uns nicht geben“, so Gladrow.

Eine knappe Million Euro kostet der Umbau. Die Investition haben sich HRG und Flebbe geteilt. Anfangs war sogar ein Neubau geplant. „Dafür setzen wir jetzt wieder ganz auf den alten Charme“, so Flebbe. Spezielle Filmreihen und Regisseurbesuche sind geplant. Er verspricht „Kino mit viel Herzblut“.
Nach der Wiedereröffnung dürfte es künftig passieren, dass auf beiden Seiten des Raschplatzes - bei Flebbe und im Cinemaxx gegenüber - der ein oder andere Film doppelt gespielt wird. Bange ist dem 57-Jährigen davor nicht: „Dann tritt eben David gegen Goliath an“, sagt Flebbe. Er sieht sich neuerdings in der Rolle des Davids. Zweitgrößter Cinemaxx-Aktionär mit rund 17 Prozent ist er aber weiterhin.

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