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Flirt mit Prostituierter: Polizist lügt vor Gericht

Strafe für Falschaussage Flirt mit Prostituierter: Polizist lügt vor Gericht

Das Gericht hat einen Polizisten wegen Falschaussage dazu verurteilt, 4500 Euro an die Staatskasse zu zahlen. Der Mann hatte sich mit einer Prostituierten eingelassen. In einem Verfahren gegen ihren Zuhälter log er jedoch und gab an, die Frau nicht zu kennen.

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Whatsapp-Nachrichten verrieten den Angeklagten.

Quelle: Jens Kalaene

Hannover. Die Beweislage war eigentlich recht eindeutig: Polizeikommissar Nico N.* hatte mit einer Prostituierten mit dem Arbeitsnamen Eva über die Handy-App Whatsapp nicht nur privat gechattet. Er hatte ihr sogar Fotos von sich geschickt: mit nacktem Oberkörper, in Pose vor protzigen Autos. Vor dem hannoverschen Amtsgericht, in einem Prozess gegen Evas Zuhälter, sagte der Polizist jedoch aus, dass er die Prostituierte gar nicht kenne. Das Gericht verurteilte ihn daraufhin wegen Falschaussage dazu, 4500 Euro an die Staatskasse zu zahlen.

Die Geschichte um die verhängnisvolle Falschaussage nahm in der Nacht des 18. August 2013 ihren Anfang. In Langenhagen, auf der Vahrenwalder Straße in Richtung Berliner Platz, hatte N. mit einem Kollegen ein angeblich zu schnell fahrendes Auto angehalten. Einziger Insasse: Evas Zuhälter. Der wehrte sich nach Angaben von Amtsgerichtssprecher Jens Buck heftig dagegen, wegen des unterstellten Geschwindigkeitsverstoßes zur Rede gestellt zu werden. Dass er den durchtrainierten Polizisten N. als „Luftpumpe“ bezeichnete, war noch die harmloseste unter vielen Beleidigungen. Der Zuhälter attackierte die Beamten noch aus dem Auto heraus mit gezielten Kopfstößen und konnte am Ende nur mit Hilfe von Pfefferspray gebändigt werden. Unter anderem wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter gefährlicher Körperverletzung kam er vor Gericht.

Dort kam auch das Verhältnis zwischen Nico N. und Eva zur Sprache. Nach Angaben des Verteidigers war N. mindestens einmal Kunde bei Eva gewesen, hatte sich offenbar in sie verliebt, sie privat kontaktiert und auch vor ihrem Zuhälter gewarnt. „Kennen Sie die Eva?“ wurde N. gefragt. Unausgesprochen im Raum stand dabei die Frage, ob N. den Zuhälter in der Nacht in Langenhagen aus reiner Schikane anhielt. Er antwortete, offenbar wahrheitswidrig: „Nein!“. Allerdings stellte sich später bei internen Ermittlungen der Polizei heraus, dass der Kommissar die Prostituierte doch kannte. Und wohl mehr von ihr wollte. Der Zuhälter übergab der Polizei nämlich Evas Handy. Darauf fand man die Chats und die eindeutigen Fotos. Die Polizei übergab die Beweise dem Gericht.

Das Amtsgericht erließ gegen den Polizeikommissar daraufhin einen Strafbefehl über 90 Tagessätze zu je 50 Euro. Nico N. legte dagegen Einspruch ein. Donnerstag nun zog er ihn, nach einem Rechtsgespräch seiner Verteidigerin Angelika Bode mit dem Vorsitzenden Richter Olaf Wöltje, zurück: vermutlich wegen der erdrückenden Beweislast und wegen der Gefahr, am Ende in der Hauptverhandlung eine noch höhere Strafe zu kassieren. Der Strafbefehl ist damit rechtskräftig.

* Name geändert

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