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Aus der Stadt Flucht vor dem Regen - in die Ökumene
Hannover Aus der Stadt Flucht vor dem Regen - in die Ökumene
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00:16 18.06.2017
Von Simon Benne
Farbvielfalt: Rund 2000 Gäste sind zur Fronleichnamsfeier auf den Platz an der Marktkirche gekommen. Quelle: Thomas/Benne
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Hannover

Messdiener schwenken Weihrauchfässer, Kommunionskinder sind in ihren weißen Kleidern in der ersten Reihe, Malteser-Ritter sind in langen Gewändern gekommen. Fronleichnam gilt gemeinhin als das Kirchenfest, bei dem sich die katholische Kirche in ihrer Farbvielfalt präsentiert. Rund 2000 Gläubige sind zur Feier des Festes an die Marktkirche gekommen zu einem Gottesdienst „in der schönsten Kirche der Stadt - unter dem Himmel Gottes“, wie Probst Martin Tenge sagt. Da kann er noch nicht wissen, dass diese Feier eine überraschende Wendung nehmen wird - und dass an diesem Tag ein Stück hannoversche Kirchengeschichte geschrieben wird.

Im Jahr des Jubiläums der Reformation vor 500 Jahren setzen Hannovers Kirchenobere an diesem katholischen Feiertag einen ökumenischen Akzent: Erstmals halten Propst Tenge und der evangelische Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann eine Dialogpredigt. „Das ist ein starkes Zeichen der Verbundenheit“, sagt Hannovers oberster Katholik Tenge.

Heinemann, der auch eine Lesung vorträgt, ruft dazu auf, das Einigende der Konfessionen in den Blick zu nehmen. „Es ist wichtig, dass wir heute hier gemeinsam stehen“, sagt er. Der Glaube an Christus verbinde die Kirchen. „Das ist das Zentrum.“ Auch Tenge ruft Christen aller Konfessionen dazu auf, die Frage nach Gott in der Welt gemeinsam wachzuhalten.

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Mit einem feierlichen Gottesdienst an der Marktkirche feierten Hannovers Katholiken Fronleichnam. Als es zu regnen begann, setzten sie die Messe in der Kirche fort. 

So viel Gemeinsamkeit ist nicht selbstverständlich, gerade an diesem Tag: Luther schmähte Fronleichnam einst als das „allerschändlichste Kirchenfest“, da es keinen unmittelbaren biblischen Ursprung habe. Katholiken feiern an diesem Tag Christus, indem sie eine geweihte Hostie durch die Straßen tragen; ein kleines Stück Brot, in dem nach katholischem Verständnis Christus selbst gegenwärtig ist.

In diesem Jahr jedoch wird alles anders: Ausgerechnet bei der Wandlung öffnet der Himmel seine Schleusen. Die Gläubigen spannen Schirme auf, doch der Regen ist zu stark. Die Organisatoren beschließen, die Prozession, die eigentlich zur Basilika St. Clemens führen sollte, abzusagen und den Gottesdienst in der Marktkirche fortzusetzen. Hunderte drängen in das überfüllte Gotteshaus, das auf diese Weise erstmals seit der Reformation von 1533 zum Schauplatz einer katholischen Fronleichnamsmesse wird.

„Nun lobet Gott und singet“ intonieren die Gläubigen. Messdiener stehen mit Kerzen am goldenen Altar. In ihrer Dialogpredigt hatten Tenge und Heinemann noch bedauert, dass ihre Konfessionen kein gemeinsames Abendmahl feiern. Jetzt sind die Katholiken, als sie das „Großer Gott, wir loben dich“ anstimmen, in Hannovers evangelischer Hauptkirche zu Gast. „Ich danke der Marktkirchengemeinde in besonderer Weise, dass das an dieser Stelle so möglich ist“, sagt Tenge. Lang anhaltender Applaus brandet auf. Und Tenge sagt: „Wir sind wirklich Geschwister.“

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