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Aus der Stadt Flüchtlinge berichten über Integration
Hannover Aus der Stadt Flüchtlinge berichten über Integration
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00:17 23.06.2017
Von Simon Benne
Angekommen: Cevahir Sansar, Omid Bahadori, Spax und Hossein Kiumarz Naghipour im Neuen Rathaus.Angekommen: Cevahir Sansar, Omid Bahadori, Spax und Hossein Kiumarz Naghipour im Neuen Rathaus. Quelle: Benne
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Zornig klingen die jungen Männer. Zornig und traurig zugleich: "Ich bin auf der Reise, ich will meine Freiheit, so wie du", singen sie ins Mikro. Und: "Ich habe einen Traum." Die Jugendlichen aus dem Irak haben den Song gemeinsam mit dem Rapper Spax erarbeitet, im Rahmen des Flüchtlingsprojekts "I have a dream". Im Neuen Rathaus stimmen sie das Stück bei einer Veranstaltung zum Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung an. Das Projekt mit den Jugendlichen habe viel Spaß gemacht, sagt Spax: "Es ist großartig, dass ihr hier seid und uns bereichert."

Das Bundeskabinett führte den nationalen Gedenktag, der an den UNO-Weltflüchtlingstag am 20. Juni gekoppelt ist, im Jahr 2014 ein - eigentlich, um an die vertriebenen Deutschen aus dem Osten zu erinnern. Der Tag habe eine "kontroverse Geschichte", erklärt Bürgermeister Thomas Hermann (SPD) daher im Hodlersaal. Bei dieser Gedenkveranstaltung geht es ausschließlich um die Gegenwart; um jene Flüchtlinge, die heute "mit ihren Wurzeln den Boden der aufnehmenden Gesellschaft auflockern", wie Hermann sagt.

Einige Flüchtlinge sind zur Diskussionsrunde in den Hodlersaal gekommen - wie Cevahir Sansar, die aus Syrien stammt: "Ich habe viel Kraft gebraucht", sagt die 38-jährige Jesidin über ihren Weg nach Deutschland und ihr inneres Ankommen. Sie genieße es, hier als Frau mit ihren Kindern Fußball spielen zu können: "Unsere Frauen sollten kämpfen für ihre Rechte."

Wie sie hat auch Omid Bahadori aus dem Iran kaum Diskriminierung erlebt in Deutschland: "Ich mache nahezu keine negativen Erfahrungen - ich treffe eigentlich immer nur Gleichgesinnte", sagt der 44-jährige Musiker. Man gönnt es ihm. Doch das ist vielleicht auch ein grundsätzliches Problem in der Flüchtlingsdebatte. Alle bleiben immer nur unter Gleichgesinnten, die einander ihre Weltsicht stets neu bestätigen. Kontrovers ist auch die Diskussion in Neuen Rathaus nicht. Rapper Spax als Moderator stellt die Flüchtlinge kaum vor, sein eigener Redeanteil fällt nicht zu knapp aus. Dabei haben die Flüchtlinge berührende Geschichten zu erzählen.

"Ich bin geflüchtet, weil mein Leben in Gefahr war", sagt der 62-jährige Hossein Kiumarz Naghipour, der schon vor Jahrzehnten aus dem Iran nach Deutschland kam, "aber man bleibt nicht für immer ein Flüchtling." Integration gelinge, wenn es Kommunikation zwischen beiden Seiten gebe. An dieser Stelle könnte der Moderator nachhaken. Fragen, was genau die Integration erleichtert. Und woran es liegt, dass sie auch oft scheitert. Doch er tut es nicht. Was genau den Flüchtlingen beim Ankommen geholfen hat, bleibt so oft im Vagen. Stattdessen ist viel von Respekt die Rede. Und zum Abschluss singt Spax noch ein Lied. Darin reimt sich "offen" auf "betroffen".

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