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Flüchtlinge sollen auf den Waterlooplatz

30 neue Orte für Quartiere Flüchtlinge sollen auf den Waterlooplatz

Die Stadt Hannover hat neue Grundstücke auserkoren, auf denen sie im kommenden Jahr Flüchtlingsunterkünfte errichten will – darunter auch den Waterlooplatz am Rande der Innenstadt. Das geht aus einem „Steckbrief“ hervor, der der HAZ vorliegt.

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Platz für Container: Zwischen Waterloosäule und U-Bahn sollen Flüchtlinge untergebracht werden.

Quelle: von Meding

Hannover. Insgesamt rund 30 neue Orte für Flüchtlingsquartiere hat die Stadtverwaltung gestern den Fraktionsspitzen aus den Bezirksräten in vertraulicher Runde vorgestellt. Damit sollen im kommenden Jahr Kapazitäten für mindestens 3000 Asylsuchende geschaffen werden. Ohnehin hatte die Stadt bereits für dieses Jahr Containerdörfer an 14 Standorten vorgesehen. Doch reicht das offenbar nicht aus.

Bei den Vertretern der Bezirksräte kamen die Informationen der Stadt gestern nicht gut an. „Wir fühlen uns überrumpelt“, hieß es. Die Stadt will eine politische Entscheidung über den Bau neuer Containerdörfer und Wohnheime noch vor der Sommerpause erreichen. Die Eile dürfte darin begründet sein, dass die Stadt den Kauf von Wohnmodulen europaweit ausschreiben muss und daher mehrere Monate Vorlauf braucht.

Der Waterlooplatz gehört zu den größten innenstadtnahen Flächen in Hannover. Dort wurde 2006 zur Fußballweltmeisterschaft in Deutschland eine Fan-Arena aufgebaut, in der sich Tausende Zuschauer versammelten, um gemeinsam die Spiele zu genießen. Die große Rasenfläche zwischen Waterloosäule und Zugang zur U-Bahn-Station ist seitdem aber ungenutzt. Im nächsten Jahr sollen dort Wohncontainer für Flüchtlinge aufgestellt werden. Der Schützenplatz gleich nebenan steht dagegen nicht auf der Liste der Standorte. Vermutlich, weil er bei Spielen von Hannover 96 als Parkplatz genutzt wird, dort Zirkusse gastieren und Volksfeste veranstaltet werden.

Auch im Pelikanviertel sollen Flüchtlinge untergebracht werden

Auch im Pelikanviertel, nahe einer Porsche-Niederlassung, hat die Stadt eine Fläche für die Unterbringung von Flüchtlingen auserkoren. Zudem sollen mehrere Sportplätze als Grundstücke für provisorische Unterkünfte dienen. Das ruft bei den Bezirksratsvertretern Unmut hervor. Ebenso der Wunsch der Verwaltung, auf ausgewiesenen Neubaugebieten Teilflächen für den Bau von Unterkünften abzuzweigen. „Wir brauchen doch auch Wohnungen in Hannover“, heißt es aus den Reihen der Bezirksräte. Am Ende entscheidet jedoch der Verwaltungsausschuss des Rates, voraussichtlich in der kommenden Woche. Die Bezirksräte werden lediglich informiert.

Nicht auf allen rund 30 Grundstücken stellt die Stadt Wohnmodule auf. Auf zwei Dritteln der Standorte sollen feste Bauten entstehen, nur auf einem Drittel richtet die Stadt Container ein. Etwa 100 bis 120 Flüchtlinge sollen pro Standort untergebracht werden.

Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) hatte kürzlich angekündigt, Wohnheime für Flüchtlinge so anzulegen, dass sie nach einigen Jahren umgewandelt werden können, etwa in Studentenwohnungen. Derzeit ist aber kein Sinken der Flüchtlingszahlen abzusehen. Allein acht Turnhallen hat die Stadt bisher in provisorische Flüchtlingsquartiere umwandeln müssen. Nur die Turnhalle in Ahlem, so hat die Stadt angekündigt, soll in einigen Wochen wieder frei für den Schul- und Vereinssport werden.

300 Flüchtlinge im Monat erwartet

Die Stadt Hannover rechnet im kommenden Jahr mit bis zu 300 Asylsuchenden pro Monat, denen sie ein Dach über dem Kopf geben und Hilfe zuteilwerden lassen muss. Das bedeutet, dass die Kapazitäten, die die Stadt in diesem Jahr geschaffen hat, nicht ausreichen werden. Aktuell leben knapp 2700 Flüchtlinge in städtischen Unterkünften. Davon gut 1000 in Wohnheimen und 1000 in Notunterkünften wie dem ehemaligen Oststadtkrankenhaus, in Turnhallen und im ehemaligen Schulzentrum Ahlem. Gut 600 Asylsuchende hat die Stadt in Wohnungen und betreuten Wohngemeinschaften einquartiert. Eigentlich sollte es ein Drittel der Hilfesuchenden sein, die in Wohnungen unterkommen.

Aber der Wohnungsmarkt ist insbesondere im Segment der kleinen, preisgünstigen Wohnungen angespannt. Entlastung verspricht sich die Stadt von neuen Containern, verteilt auf 14 Standorte im Stadtgebiet. Diese sollen ab September Schritt für Schritt aufgebaut werden. Für die zusätzlichen Kosten war ein Nachtragshaushalt über 65 Millionen Euro nötig. Zudem stehen demnächst die Module des ehemaligen Siloah-Bettenhauses zur Verfügung. Offenbar reicht das alles nur aus, um Flüchtlinge allein in diesem Jahr unterbringen zu können.

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