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Flüchtlingsheime haben genug Sachspenden

Welle der Hilfsbereitschaft Flüchtlingsheime haben genug Sachspenden

Flüchtlingsheime in Hannover können sich vor Spenden aus der Bevölkerung nicht retten. Eine Welle der Hilfsbereitschaft erreichte die Unterkünfte nach einem Aufruf in der HAZ. Was nun noch fehlt, sind Räume und Mitarbeiter, um die Zuwendungen zu sortieren und zu lagern.

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Alle Regale voll: Adem Celik, Ehefrau Ilmiye und die beiden Töchter Nudem und Leyla in der Kleiderkammer des Flüchtlingsheims an der Hildesheimer Straße.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Hannovers Flüchtlingsheime laufen über mit Spenden aus der Bevölkerung. Kleidung, Möbel, Spielzeug, Bettwäsche - nach dem Aufruf in der HAZ aus der vergangenen Woche erreichte Unterkünfte überall in der Stadt eine Welle der Hilfsbereitschaft. Mittlerweile können Heime weitere Spenden nicht mehr annehmen. Für Flüchtlinge steht das Notwendige bereit, Unterkünften und ehrenamtlichen Nachbarschaftsinitiativen fehlt es aber an Räumen und Mitarbeitern, um Zuwendungen zu sortieren und zu lagern. Bei der sozialen Initiative Fairkauf wird deshalb überlegt, derzeit nicht benötigte Spenden an einem zentralen Ort zu sammeln. Noch haben dazu aber keine Gespräche stattgefunden.

In der Südstadt schreibt sich Heimleiterin Ingrid Wegener in diesen Tagen „die Finger wund“, um allen potenziellen Spendern abzusagen, die sich per E-Mail an das Haus gewendet haben. „160 sehr hilfsbereite Menschen“ hatten angefragt, Zuwendungen der ersten 30 nahm Wegener noch an, danach war es genug für die fünf ehrenamtlichen Helferinnen. „Was die Flüchtlinge jetzt brauchen, das ist Geld“, sagt Wegener. Viele Flüchtlinge kämen derzeit über Österreich und würden, noch bevor sie ins Erstaufnahmelager kämen, Verwandtschaft in hannoverschen Unterkünften besuchen. Für solche Fälle wäre eine Art Notlagenfonds hilfreich.

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Auch die Unterkunft in Kirchrode erlebte die Hilfsbereitschaft vor Ort. „Wir wurden überflutet“, berichtet Martina Kuhnt vom Unterstützerkreis. Im Haus stünden Fluchtwege voll mit Spenden, scherzhaft sagt sie, mit Bettwäsche und Handtüchern könne man jetzt wohl ganz Hannover versorgen. Kuhnt lobt die „große, große Hilfe“, schränkt aber ein, dass es vorerst genug sei. Auch in Niedersachsens größter Unterkunft, dem ehemaligen Oststadtkrankenhaus, ist die Grenze der Kapazität überschritten. Es gibt keine Lagerräume, wer unangemeldet mit Kleinlastern kommt, muss damit rechnen, vom Wachdienst weg geschickt zu werden. Bezirksbürgermeister Henning Hofmann sagt: „Ich hoffe, dass die Spendenbereitschaft anhält. Es gibt Wechsel in der Belegung, und Flüchtlinge werden uns Jahre beschäftigen.“

Auch in Bothfeld sind ehrenamtliche Kräfte mittlerweile damit überfordert, Sachspenden zu lagern und zu verteilen. Petra Reichel vom Nachbarschaftskreis bittet die Menschen deshalb, die Dinge für spätere Zeiten aufzuheben. Sie wünscht sich mehr Hilfe vom Rathaus. „Es wäre schön, wenn die Stadt eine zentrale Stelle schaffen könnte, um Spenden zu sammeln, die wir derzeit nicht benötigen.“ Hilfreich für Flüchtlinge, die in eigene Wohnungen ziehen, seien zum Beispiel Gutscheine für Möbelhäuser.

Wohin nun mit den vielen Spenden, die zur Zeit nicht gebraucht werden in den Unterkünften? Manches, Kleidung etwa, holen Mitarbeiter von Fairkauf bereits dort ab. Vorstandsmitglied Klaus Hibbe möchte aus diesen Anfängen ein System etablieren. Was Heime aktuell nicht benötigen, könnte an zentraler Stelle gesammelt, sortiert und weitergegeben werden. An Flüchtlinge, aber auch zum Verkauf im sozialen Kaufhaus, aus dessen Umsätzen Langzeitarbeitslose beschäftigt werden. „Die Spenden würden auch dann für soziale Zwecke verwandt“, sagt Hibbe. Die Sammelstelle selbst könnte, gefördert vom Job-Center, ein weiteres Beschäftigungsprojekt sein.

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